Willkommen unterm Regenbogen

Manchmal fällt einem erst nach einem Anstoß Dritter etwas ins Auge…

Bei mir ist es dieses ganz normale Wohnhaus (an dem ich schon unzählige Male vorbeigegangen bin), mit einem Wandfries, der die ganze Höhe der Außenwand einnimmt.

Es stellt die siegreiche Schlacht auf dem Lechfeld, im Jahre 955, unter Otto I. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und Deutscher Nation (römisch-deutscher Kaiser) und Bischof Ulrich von Augsburg, gegen die Ungarn dar.

Auf dem kleinen runden Bild auf der linken Seite, befindet sich die katholische Pfarrkirche von Fischen, St. Verena mit Frauenkapelle.
Rechts, auf dem kleinen viereckigen Bild, Augsburg mit St. Ulrich und Afra und dem Dom Unserer Lieben Frau.

Afra ist die Stadtheilige von Augsburg, es hält sich hartnäckig die Sage, dass sie eine römische Venuspriesterin war, zum Christentum konvertiert ist und deswegen hingerichtet wurde. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte.

St. Ulrich und Afra

Eine sehr schöne Geschichte darum, hat die Autorin Angela Dopfer Werner gesponnen.
„Myrrha“
Über das Leben von Afra gibt es wenig geschichtlich nachweisbare Daten, aber so wie in der Geschichte, könnte es fast gewesen sein. 😉
Zudem erfährt man noch viel über Leben und Denken im alten Rom. Was dann wieder historisch belegt ist.
Und erlebt eine Reise durch Italien, über die Alpen, bis nach Augsburg. Selbst der alte Mythos von Myrrha ist wundervoll eingeflochten. In ihm vernachlässigt Myrrha ihren Tempeldienst und wird von Venus dazu gebracht, ihren Vater zu verführen. Als Strafe wird sie zum Myrrhenbaum. Nach 10 Monaten springt endlich die Rinde des Baumes auf und sie schenkt Adonis, dem schönsten Mann der Antike, das Leben.
Für Leser die überhaupt nichts mit Glauben und den alten Mythen anfangen können, wahrscheinlich eher nichts, sonst aber ein sehr gut zu lesendes Buch.

Ein Wohnhaus mit einem Gemälde mit diesem Thema zu verzieren, finde ich schon etwas ungewöhnlich.

Hier noch einige Hintergrundinfos zu Bischof Ulrich von Augsburg und der Schlacht auf dem Lechfeld. (Quelle: Bistum Augsburg)

Wenige Monate später drohte größere Gefahr dem schwäbischen Land. Die Ungarn fielen wieder in Bayern ein, verbrannten die Dörfer und Klöster und metzelten alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellte. Die Stadt Augsburg aber, durch die Vorsorge Ulrichs mit einer Steinmauer umgeben, leistete Widerstand. Hoch zu Ross, jedoch ohne Rüstung, nur bewehrt mit der Stola, ermunterte der Bischof die Verteidiger, welche die wütenden Angriffe der Reiterscharen am 8. und 9. August erfolgreich zurückweisen konnten, bis das königliche Heer eintraf. Am Laurentiustag 955 fiel die Entscheidung auf dem Lechfeld südlich von Augsburg. Die Ungarn wurden vernichtend geschlagen, ihre Stoßkraft endgültig gebrochen. Der Sieg war teuer erkauft; Ulrich, der sich an der Schlacht selbst nicht beteiligt hatte, verlor in diesem Kampf seinen Bruder Dietpald und seinen Neffen Reginbald.

Im Waffenstreit bewährt, war Ulrich dennoch kein kriegerischer Bischof. Er fühlte sich in erster Linie als der Hirte, der Gott gegenüber für das Bistum verantwortlich war. In den Friedensjahren vor und nach dem Ungarneinfall bemühte er sich vor allem um den Aufbau der Diözese. Er ordnete die Wiederherstellung des durch Brand vernichteten Mariendoms an, ließ die Johanneskirche südlich der Kathedrale errichten, in der er oft die Messe feierte, und baute das zerstörte Gotteshaus, das St. Afra geweiht war, wieder auf.

Ob das nicht etwas „heldenhaft verklärt“ dargestellt ist, können wir nicht beurteilen. Möglich ist es schon.

Zumindest hätten die vielen anderen Toten bei dieser Schlacht, auch eine Erwähnung verdient.

Weitaus weniger mit Ruhm bekleckert, hat sich ein Augsburger Bischof in der jüngsten Vergangenheit.

Äußerungen unter der Gürtellinie und anderen „Wasser predigen“ und selbst „Wein trinken“, gehen irgendwie gar nicht.
Womit wir wieder in der Neuzeit angekommen wären. 😉

Auf die Idee, mal genauer hinzuschauen, hat mich Sarah Maria mit ihren „Kunstmomenten“ gebracht…

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Kommentare zu: "Kunstmomente im Alltag…" (13)

  1. Huhu Ute,

    vielen lieben Dank! Das sind wirklich spannende Hintergrundinformationen. Ist immer wieder erstaunlich, wie viel man entdecken kann, wenn man mal genauer hinsieht.^^

    Mit lieben Grüßen,
    Sarah Maria

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  2. Hi Ute,

    Wahnsinn, was sich alles auf dem Bild befindet. keine „normale“ Wandmalerei, sondern ein Geschichtsepos…In Augsburg habe ich die Kirchen besichtigt, danke für die geschichtliche Auffrischung 😉

    schönen Sonntag, kalle

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    • Ja genau, für mich war es bis dato auch immer nur ein schöner Wandschmuck…bitteschön, gern geschehen und ebenso einen schönen Sonntag
      *liebdrück*
      Ute, Andreas und Moshe ♥

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  3. In Augsburg waren wir mal. Genau, da waren wir auch in St. Ulrich und Afra.
    Die Bemalung ist großartig, Danke, dass du gleich die Auflösung dazu gebracht hast.
    Und überhaupt, dass du diese Wand endlich wahrgenommen hast.
    Bei uns sinds heute 14 Grad und leichter Regen, gerade mal wieder ohne…
    Ganz liebe Grüße an dich,
    deine Bärbel

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    • Ja ohne Erklärung wüsste wohl kaum einer, was das darstellt. Ich hab vorher ja auch nicht hingeschaut. 😉
      Hier waren mittags 10 Grad, jetzt geht es noch weiter bergab und ohne ( kräftigen) Regen geht es schon seit gestern Mittag nicht mehr. 😉
      Liebe Grüße
      Ute

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      • Da hast du Recht, jeder hätte gesagt: Schön!
        Ich hätte gefragt wohl nach den beiden Kirchen gefragt 😉

        Au Backe, nur 10 Grad, bibber.
        Ja, der Regen hat euch wohl im Griff.
        Ich drück die Daumen, dass er nun gemäßigt bleibt…

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      • Danke liebe Bärbel, das hoffe ich auch. Ich wasche mir die Füße lieber in der Badewanne. 😉
        Liebe Grüße zu dir
        deine Ute ♥

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  4. Ich finde das Wandgemälde ganz toll ,und deine Info darüber sehr interessant kann man noch was lernen.Sind wieder in Köln an der Ahr fing es an zu Regen.Wünsche dir noch ein schönes glückliches Wochenende Gruss von mir Gislinde.

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  5. das Wandfries und die vielen Infos finde ich toll, danke, wieder dazu gelernt, einen schönen Freitag, KLaus

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