Willkommen unterm Regenbogen

O. U. den 7.8.1942

Liebe Mutti!

Heut schnell ein paar Zeilen. Wie kommt das liebe Mutti, das ich von Euch so wenig Post bekomme. Hab erst 1 Brief erhalten.
Wir sind indessen weit vorgedrungen, liegen noch ungefähr 200km von der Wolga entfernt. Wir marschieren auf den Ort ???
………

Wie geht’s Euch? Ich bin gesund. Schlaf gibt’s hier draussen nur auf Bezugsschein.
Für heut grüßt Euch Euer….

O.U. den 29.8.1942

Meine liebe Mutti!

Heute erhielt ich 2 Briefe von Dir. Habe mich riesig gefreut und danke dir von Herzen dafür. Würde Dir ja gerne einen Brief schreiben, aber leider habe ich keine Briefumschläge mehr. Wenn Ihr mir keine schicken könnt, sieht es sauer aus.
……..
Den kleinen …. möchte ihn gerne einmal sehen, glaube gerne, das er Euch Freude bereitet.
Weißt du, ich bin ja kinderliebend, wünschte, ich hätte selbst schon einen so kleinen Racker.
Weißt du, ich bin nun erst 20 Jahre, aber der Krieg hat uns schon weiser und älter gemacht.
Wegen der Schnur (vermutlich Schützenschnur o.ä.), die ich auf dem Bild trage, wäre froh, wenn ich sie nicht hätt, denn will garnichts werden. Unser Ziel ist ein anderes. Wirst Dir’s schon denken können.

Es grüßt Euch von Herzen
Euer….

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Kommentare zu: "Briefe eines Soldaten… -2-" (15)

  1. Schlimme Schicksale in schlimmer Lage.
    Krieg ist einfach mörderisch. Er hilft niemandem. Alle leiden.
    Zu viele sterben.
    Es darf nie wieder Krieg geben.
    Ich bete immer für den Frieden der ganzen Welt .

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  2. Krieg ist so grausam , egal in welchem Land er geführt wird.

    Udo sang mal ein Lied mit einem Jungen … Wozu sind Kriege da ???

    Diese Frage stellt man sich immer wieder… wieso kann nicht einfach Frieden sein überall auf der Welt, im Grunde ist es doch ganz einfach, alle legen ihre Waffen weg und gehen nach Hause !

    Das wäre einer meiner 3 Wünsche bei der guten Fee… Friede auf Erden !

    Mein Opa ist auch an der Front gestorben, meine Oma hat Jahre gewartet das er Heim kommt, irgendwann kam ein Freund ihres Mannes und gab ihr seine *Hundemarke* und erzählte wie es war an der Front und auch wie er gestorben ist.

    Auch meine Eltern haben den Krieg miterlebt, als Kinder… auch meine Mum hat panische Angst vor Gewitter… auch vor dem politischen Geschehen in der ganzen Welt….

    Wir können nur hoffen das wir und unsere Kinder und Enkelkinder nie den Krieg erfahren müssen !

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    • Auch dir vielen lieben Dank für deine Gedanken.
      Ja wofür sind Kriege da…eigentlich vollkommen sinnlos und grausam.
      Aber die Gier treibt die Menschen immer wieder dazu an und die Menschen vergessen leider viel zu schnell ihre Geschichte, auch wenn sie nicht in der Vergangenheit leben sollen. Für die Zukunft ist ein zurückdenken auch wichtig, um alte Fehler zu vermeiden.
      Liebe Grüße
      Ute

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  3. Ja, da überfällt den Leser schon sehr die Rührung. Und der Kloß im Hals ist garantiert. Ich denke, dass viele Familien solche Briefe von ihren Söhnen bekommen haben, in denen sie sich ihre täglich erlittene Not nicht mal von der Seele schreiben durften. Zu gefährlich, dies zu tun. Und vielleicht auch nicht getan, selbst senn es möglich gewesen wäre, um den Lieben daheim das Grauen und das Wissen darum zu ersparen.
    Und dennoch, die Andeutungen reichen, insbesondere mit dem heutigen Wissen.
    Hab vielen, vielen Dank, dass Du das hier ins Netz stellst. Nicht selbstverständlich, aber sehr, sehr wichtig.

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    • Auch dir herzlichen Dank für deine Gedanken.
      Ich denke, es ist inzwischen an der Zeit zu reden. Viele wissen rein garnichts mehr und das ist überhaupt nicht gut. Auch im Bezug auf unser heutiges Verhalten.
      50 Millionen Menschen sollen nicht umsonst gestorben sein!
      Und die damals Überlebenden können meist nicht mehr reden, weil sie inzwischen gestorben sind.
      Liebe Grüße zu dir
      Ute

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  4. Den gefällt mir Buton habe ich geklickt,weil es mir gefällt das Du solche Briefe hier rein setzt.Ein Zeichen das wir niemals vergessen dürfen,wie schrecklich diese Zeit war.Liebe Grüße Erika

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  5. Die Fotoalben von meiner Großmutter zeigen meinen Opa als schmucken jungen Mann in Uniform.

    Er war in russischer Gefangenschaft und konnte per Pferd entkommen.

    Mehrere Granatsplitter hatte er im Kopf und in den Beinen. Mal taten die einen weh, mal die anderen… …und das Herz, die Seele, trauert wohl ewig über das erlebte und gesehene…

    Meine Mutter war als Kind in Berlin, als die Bomben fielen.

    Sie hat heute noch Angst vor Gewitter und Silvesterböller und -raketen…

    Ein Freund war im Kosovo. Eigentlich nur um zu helfen und aufzuräumen. Er ist heute noch in Behandlung wegen seiner psychologischen Probleme.

    Ich selber musste noch nie einen Krieg aus nächster Nähe mit erleben und wünsche mir, das es so bleibt… …ich wünsche mir für alle den Weltfrieden, auch wenn das jetzt kitschig klingt…

    Der Wunsch des jungen im Blogeintrag davor halte ich für eine sehr sehr unreife Aussage und er sollte aufpassen, was er sich wünscht, es könnte in Erfüllung gehen und wenn er dann merkt, dass ein realer Krieg keine Escape Taste hat, hat er wahrscheinlich die Hosen ordentlich voll… …wünschen wir auch ihm, dass er NIEMALS einen Krieg mitmachen muss…

    Die Briefe sind in ihrer Schlichtheit berührend. Das was er nicht schreibt, damit er seine Familie nicht beunruhigt, ist das, was bewegt…

    Liebe Grüße…

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    • Hab auch du von ♥ Herzen Dank für deinen Kommentar, deine Gedanken, die ich alle nur unterstreichen kann! Und die Berichte über deinen Großvater, deine Mutter und deinen Freund. Ich glaube, ich muss jetzt mal einiges zusammenstellen, denn das alles sollte nicht (fast) ungehört, als Kommentar verhallen. Es ist wichtig, das die Menschen wissen und drüber nachdenken, was ihnen vielleicht blüht, wenn die Rechten noch mehr Raum bekommen.
      Liebe Grüße
      Ute

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  6. sehr traurig :(.. so viele sind in stalingrad gefallen , so viele viele junge männer!

    ansonsten kann ich wenig darüber schreiben . Wir hatten noch nie einen Krieg.

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    • Ja liebe Juzicka, wohl wahr. Und wenn man sowas liest, kann man nur froh und glücklich und mehr als dankbar sein, sowas nicht erleben zu müssen!
      Leider merken das viele erst, wenn es zu spät ist. 😦
      Sei lieb gegrüsst
      von Ute

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  7. Beklemmend… Erst zwanzig Jahre jung… Und wahrscheinlich dem gewaltsamen Tod geweiht…

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    • Ja und voller Pläne, wie die meisten in dem Alter.
      Yep, „vermisst“, sprich tot, er wurde nie gefunden…dazu schreibe ich im Anschluss aber noch extra was…
      Liebe Grüße
      Ute

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