Willkommen unterm Regenbogen

Rußland den 20.12.1942

Meine liebe gute Mutti!

Obwohl ich heute schon sehr müde bin, will ich dir gleich noch den einen Brief schreiben. Heut ist nun Sonntag der 4. Advent.
Es wäre doch schön, wenn ich bei Euch sein könnte, aber leider nur ein Traum. Ferner habe ich schon lange Zeit keine Post mehr empfangen, aber es wird schon wieder werden.

In wenigen Tagen ist nun auch das Weihnachtsfest heran, wenn ich auch nicht bei Euch sein kann, aber ich werde Euch gedenken und wünsche Euch nochmals ein recht frohes und gesegnetes Weihnachtsfest. Ferner Euch allen ein recht frohes, gesundes und glückliches neues Jahr.

Es ist nun einmal Krieg und wir wollen stolz ???? (nicht lesbar) an der Front unsern Mann stehen. Damit Ihr wenigstens in der Heimat, in Ruhe und Frieden das Fest feiern könnt.
Ferner mach Dir keine Sorgen um mich, ich bin bei bester Gesundheit und mir geht es soweit noch gut.

Wie ist bei Euch das Wetter? Liegt auch so viel Schnee, wie bei uns hier draußen? Wie ist’s bei Euch mit der Kälte?
……

Hoffentlich kommen die Päckchen bis Weihnachten hier an. Da wäre ja herrlich, habe aber wenig Hoffnung.
Viel besser wäre es noch, wenn endlich die Urlaubssperre behoben sein würde, denn würde zu gern wieder einmal unter Euch Lieben sein. Es ist nun schon eine lange Zeit vergangen, als ich das letzte Mal bei Euch war, aber in diesen Zeiten ist alles zu verstehen.
……..

Noch eins: Habt Ihr dieses Jahr auch einen Adventskranz gemacht?
…..
Mach Dir keine Sorgen um mich, mir geht’s gut, was ich von Euch auch hoffe.

Nun seid recht herzlich gegrüßt von Euerm lieben Jungen und Bruder….

Zurück zu Briefe..-8-

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Kommentare zu: "Briefe eines Soldaten…-9-" (6)

  1. Ich glaube, „Die Welle“ – oder… ? *Grübel*

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  2. „… und wir wollen stolz… an der Front unseren Mann stehen…“ Wenn ich so etwas lese, dreht sich mir der Magen um.

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    • Ja liebe Margot, sowas können gewissenlose Menschen Andern jederzeit einreden. Klappt bis heute… 😦

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      • Mir geht oft durch den Kopf, dass wir derzeit doch das Glück haben, dass sich in der rechtsradikalen und Neonazi-Szene zur Zeit wohl keine halbwegs charismatische Person befindet. Wäre das der Fall, dann wäre hierzulande schneller Hopfen und Malz verloren, als wir „Piep!“ sagen könnten. Das macht mir manchmal richtig Angst! Und ich bin nicht eben furchtsam veranlagt…

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      • Yep, es sollte sich jeder darüber im klaren sein, dass das jederzeit und überall wieder passieren kann. Siehe Experiment des einen Lehrers in den USA, das abgebrochen werden musste, weil es sonst aus dem Ruder gelaufen wäre. Gibt meines Wissens auch einen Film drüber. “
        The Teacher“?

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