Willkommen unterm Regenbogen

Archiv für 04/01/2013

In den „Mikroteich“ unserer „Wochenendblume“ geschaut… ;-)

Schon länger habe ich geschaut, gewartet und sie „gebeten“, sie möchte doch bitte blühen. Zwischen Weihnachten und Neujahr hat sie mir den Wunsch erfüllt und blüht jetzt.

Die (eine) Bromelie… bei uns wächst sie natürlich in Erde…. 😉

Pflanzen verstehen einen ja vielleicht doch. 😉

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Ich kenne da jemand, der jetzt schmunzeln wird, ich bin nämlich schon als „Bromelientante“ verschrien… 😉

Ich finde sie einfach nur zauberhaft.

Bromelien (Ananasgewächse) sind irgendwie besondere Pflanzen,  sie kommen fast ausschließlich in Mittel-und Südamerika vor. Sie sind „Aufsitzerpflanzen“, sprich, um der Dunkelheit am Regenwaldboden zu entgehen, wachsen sie oben in den Baumkronen, auf Ästen und Stämmen. Um Nährstoffe zu bekommen, bilden sie einen Trichter (Mikroteiche) um darin Regenwasser und Humus zu speichern. Sie können in ihren Trichtern bis zu 10 Liter Wasser speichern.

In die Mikroteiche wachsen dann die eigenen kleinen Wurzeln. Ihre Wirtspflanzen schädigen sie nicht.

Jeder der Trichter bildet in Höhen von bis zu 60 Metern einen Mikrokosmos. Pflanzen zersetzende Bakterien, Einzeller und Würmer bilden das erste Glied der Nahrungskette im Trichter. Diese werden von Mückenlarven und anderen Kleinstlebewesen gefressen, die ihrerseits wiederum von Wasserinsekten, Kaulquappen und Fröschen erbeutet werden. Bis zu 250 verschiedene Tierarten halten sich in einer Bromelie auf.

Schließlich besuchen Vögel, Reptilien und kleine Säuger die Mikro-Teiche. Mit ihren Exkrementen „düngen“ sie die Bromelien – der Nährstoffkreislauf schließt sich wieder. Die Mikro-Teiche der Bromelien sind ein klassisches Beispiel für die komplexen ökologischen Interaktionen in tropischen Regenwäldern.

Bromelien und der Nachwuchs der Pfeilgiftfrösche…

Die Weibchen des mittelamerikanischen Pfeilgiftfroschs Dendrobates pumilio transportieren ihre Larven auf dem Rücken einzeln in Bromelientrichter im Kronendach. Alle zwei bis drei Tage besucht das Weibchen die Kaulquappen und legt unbefruchtete Eier in die Bromelientrichter. Die Eier dienen den Larven als Nahrung während der ersten Entwicklungsstadien, weil es in den Bromelientrichtern zu Nahrungsmangel kommen kann.

Krabben im Bromelienteich…

Auf Jamaika leben kleine Krabben in den Blattrichtern von Bromelien im Kronendach des Regenwalds. Das ist um so erstaunlicher, als die Vorfahren der Krabben noch im Meer gelebt haben. Welchen Vorteil bringt das Leben hoch oben in den Baumkronen? Vermutlich der Schutz vor Fressfeinden. Der Nachwuchs der Krabben kommt in den Bromelien zur Welt, wobei sich die Krabben-Mutter fürsorglich um ihren Nachwuchs kümmert. Sie säubert das Wasser in der Bromelie, verteidigt die Jungen gegen räuberische Tausendfüßler und anderes Getier, und sie sammelt Schneckenhäuser aus Kalk um das saure Wasser zu neutralisieren.

Quelle:  Faszination Regenwald

Eine sehr informative, gut und einfach geschriebene und gleichzeitig unterhaltsame Website von Tom Deutschle. Er ist Biologe und möchte aktiv etwas für die Erhaltung des Regenwaldes tun.

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