Willkommen unterm Regenbogen

Archiv für 09/01/2013

Die Kätzchen von der Weide…

Heute gibt es einen kleinen „Frühlingsgruß“ von uns… an geschützten Stellen, an denen sich die Sonne „anlehnt“, sind schon die Weidenkätzchen draussen…

weidenkätzchen

Die Weidenkätzchen

Kätzchen ihr der Weide,
wie aus grauer Seide,
wie aus grauem Samt!
O ihr Silberkätzchen,
sagt mir doch, ihr Schätzchen,
sagt, woher ihr stammt.

Wollen’s gern dir sagen:
Wir sind ausgeschlagen
aus dem Weidenbaum,
haben winterüber
drin geschlafen, Lieber,
in tieftiefem Traum.

In dem dürren Baume
in tieftiefem Traume
habt geschlafen ihr?
In dem Holz, dem harten
war, ihr weichen, zarten,
euer Nachtquartier?
Mußt dich recht besinnen:
Was da träumte drinnen,
waren wir noch nicht,
wie wir jetzt im Kleide
blühn von Samt und Seide
hell im Sonnenlicht.

Nur als wie Gedanken
lagen wir im schlanken
grauen Baumgeäst;
unsichtbare Geister,
die der Weltbaumeister
dort verweilen läßt.

Kätzchen ihr der Weide,
wie aus grauer Seide,
wie aus grauem Samt!
O ihr Silberkätzchen,
ja, nun weiß, ihr Schätzchen,
ich, woher ihr stammt.

Christian Morgenstern, 1871-1914

„Kätzchen“ bilden Pappel, Erle, Hasel und Weide. Letztere werden in Bayern und Österreich auch Palmkätzchen genannt. Da sie bei Umzügen am Palmsonntag (Sonntag vor Ostern) bei den Palmbuschen verwendet werden.

Es gibt dicke, eiförmige, die die männlichen Staubbeutel enthalten und  grünlich gefärbte, walzenförmige, die die weiblichen Narben tragen.

Die Blätter der Weiden sind auch interessant…

Sie sind sehr unterschiedlich. Die Form reicht von beinahe kreisrund bis schmal und lanzettförmig. Bei vielen Arten sind die Blätter hellgrün, und an der Blattunterseite lässt sich – bis auf wenige Ausnahmen – immer eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Behaarung erkennen. Bei allen dreht sich das nächste Blatt um jeweils 144°, also 25 Umdrehungen; jedes fünfte schaut wieder in dieselbe Richtung. (Quelle Wikipedia)
Da Weide sehr biegsam und flexibel ist, werden aus ihren Zweigen Körbe und viele andere schöne Dinge geflochten.

Die Rinde der Weiden kann getrocknet und als Tee aufgebrüht werden. Sie enthält Gerbstoffe, Phenylglykoside und Salicin, das vom Körper in Salicylsäure umgewandelt wird. Salicylsäure ist der Grundstoff von Aspirin. Es wirkt fiebersenkend, schmerzstillend und antirheumatisch. Die Wirkung ist stärker, als sie von der Menge des Salicins her sein dürfte. Es wird eine unterstützende Wirkung von anderen Inhaltsstoffen der Rinde vermutet.
Also der Biber aus unserm gestrigen Artikel dürfte keine Zahnschmerzen kennen. 😉

Das wussten wohl auch schon die Kelten. Für sie stand die Weide für die Wiedergeburt der Natur und sie glaubten, dass die Weide sogar Krankheiten abnehmen kann.

Die Weide steht für Inspiration, Magie, Zauber, Ruhe, Ausgeglichenheit und Fruchtbarkeit.
Sie schenkt Freude, seelische Verletzungen finden Heilung. In der Mythologie symbolisiert sie Demeter, die Göttin der Erde.

Achtung!  Weidenkätzchen stehen unter Naturschutz! Blühend sind sie die erste „Bienenweide“ für Bienen, Hummeln und andere nektarsammelnde Insekten.

Deswegen sollte man sie auch in dem Stadium nicht abschneiden! Unsere stammen von einem Ast, den die Stadt beim aussägen liegen ließ. In Blumenläden und Gärtnereien kann man auch welche kaufen, sie sind gezogen, wären aber eigentlich auch Bienenweide. Da es um unsere Bienen nicht wirklich gut bestellt ist (Milbenbefall), ist sie wahrscheinlich noch wichtiger.

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