Willkommen unterm Regenbogen

funken

Immer der Sonntag nach Fastnacht ist hier „Funkensonntag“. An diesem Tag endet die alte Fastnacht.
An diesem Tag gibt es im schwäbisch-alemannischen Raum – Vorarlberg, Schweiz, Allgäu, Oberschwaben, Schwarzwald – den Brauch des Funkenabbrennens.
Dass damit nach einem alten Brauch der Winter ausgetrieben werden soll, ist wissenschaftlich aber nicht belegt.

Traditionell am Faschingsdienstag, wird die Funkentanne geschlagen. Um sie herum werden Abfallholz und Christbäume
geschichtet. Auf der Spitze thront eine Strohpuppe, die „Funkenhexe“.
Die „Funken“ (also Holzhaufen) werden gut bewacht, damit sie nicht von der „Konkurrenz“ aus den Nachbarorten, vorher angezündet werden.

Am Feuer wird Glühwein getrunken und  die „Funken-Kiechla“ (Eine Art Krapfenteig, der rund so weit ausgezogen wird, dass die Mitte ganz dünn ist und dann in heißem Fett ausgebacken) gegessen.
Der Höhepunkt ist natürlich das Abbrennen der Funkenhexe, als symbolische Verabschiedung des Winters und Vertreibung der bösen Geister.

Bei uns „funkt“ es allerdings meist eher bei der Arbeit, deswegen können wir leider kein eigenes Foto bieten.
Aber Hier… kann man Funkenfeuer anschauen.

Heute scheint die Sonne auch den Winter „vertreiben“ zu wollen… leider habe ich Spätschicht und kann sie nur von drin anschauen. 😉

Das Rezept für die Funken-Küchle haben wir aber…

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Zutaten:

1/8 l Milch
500 gr. Mehl
40 gr. Hefe
80 gr. Zucker
70 gr. Butter
2 Eier
1 Prise Salz und Zucker oder Zimtzucker zum Bestreuen

Die (zerbröckelte) Hefe in ein wenig lauwarmer Milch kurz gehen lassen, sie dann mitten in das mit dem Zucker vermischte Mehl geben und den Teig 30 Minuten gehen lassen.
Dann die Butter, Eier, die übrig gebliebene Milch und die Prise Salz dazu geben.
Alles gut miteinander verkneten, bis der Teig Blasen wirft. Nochmals 1 Stunde gehen lassen.
Dann große, ovale Stücke abschneiden, auf ein bemehltes Brett setzen und wieder eine halbe Stunde gehen lassen.

Anschließend den Teig unter ständigem Drehen, von der Mitte her nach außen ziehen, so dass sich ein gewölbter Rand bildet, das „Innenfeld“ aber hauchdünn bleibt. Sieht aus wie ein Fenster. 😉

Die Küchle müssen sofort in heißem Fett, schwimmend ausgebacken werden. Noch heiß mit Zucker oder Zimtzucker bestreuen.

Die Funken-Kiechla gibt es nur am Funkensonntag, sie schmecken „verboten“ gut….
Aber da sie doch ziemlich aufwändig sind, lasse ich lieber backen. 😉

Wer es trotzdem versuchen möchte…Gutes Gelingen und Guten Appetit!

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Kommentare zu: "Funken(der) Sonntag…." (18)

  1. Liebe Ute habt ihr jetzt auch noch so viel Schnee wie auf den Fotos hier in Köln ist alles weg einen schönen Montag wünsche ich dir Klaus

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    • Ja lieber Klaus, haben wir. Wo sich die Sonne direkt anlehnt, sackt er schon etwas zusammen, aber sonst…wir hatten wahrscheinlich auch ein paar Zentimeter mehr und nachts ist es gut frostig.
      Aber in der Sonne kann man heute schon wieder auf dem Balkon Kaffee trinken. Mit Jacke, aber die Sonne ist richtig schön warm.
      Liebe Grüße
      Ute

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  2. Jaja, die Schweizer, die bekommen nie genug mit ihrem Fasching, oder wie sie ihn nennen.
    Wie schön, dass ihr auch was davon mitbekommt.
    Sogar ein besonderes Gebäck, das sich aber ziemlich eigenartig zu fertigen scheint. Wenn du schon sagst, du kaufst es, das heißt schon was, lach.
    Liebe Grüße
    deine Bärbel

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    • Nein liebe Bärbel, das ist ein Brauch in allen Gegenden, die alemannische Vorfahren haben. Dazu zählt das Allgäu, Oberschwaben, Vorarlberg (Österreich), der Schwarzwald und auch die Schweiz. Etwas unterscheiden sich die Bräuche aber schon, wie du bei Juzickas Link nachlesen kannst. Fastnacht heißt das meistens oder auch Fasching.
      Was die Basler Fastnacht betrifft, ist das die einzige und nur in Basel, die so spät ist. Dafür aber richtig toll. Hat mit den Kölner Jecken und so, nichts zu tun. Müssen wir uns irgendwann auch mal geben. Vor allem den Morgenstraich. Geh mal auf die Website schauen, die ich unter „Der Zoch kütt“ verlinkt habe.
      Die „Funken-Küchle“ oder auch „Ausgezogene“ sind megalecker. Der Teig ist nicht schwierig. Nur ewige Wartezeiten zum gehen hast du halt und viel Fett brauchst du, weil sie schwimmend ausgebacken werden müssen. 😉
      Heute Abend waren auch rundum Funkenfeuer zu sehen. 🙂
      Ganz liebe Grüße zu dir
      Ute

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  3. Ja, so einen ähnlichen Beitrag habe ich schon bei Juzicka gelesen und du bist nicht im WP Reader, der wie immer nicht geht, nur mit viel Glück.
    Solche Bräuche kenne ich nicht, nur die Hexenverbrennung in der Walpurgisnacht und was das Gebäck anbelangt, da werde ich jetzt mein Eibrot essen oder Rührei, denn erst am Abend gibt es den Sonntagsbraten, den ich gleich schneiden werde.
    Hab einen schönen Sonntag und ein lieber Gruß von Mathilda ♥

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    • Ja in der Schweiz gibt es das so ähnlich ja auch. Juzicka hat bei den Kommentaren einen Link gepostet.
      Stimmt, weiter nördlich gibt es das an Walpurgis. Da ist hier „Freinacht“…da wird allerlei Schabernack getrieben, aber kein Hexenfeuer gemacht. 😉
      Bei uns gibt es auch abends warmes Essen. Auf Arbeit kann man aber eher nur so nebenbei essen und wenn Skifliegen ist, schon überhaupt. Da gibt es keinen großen Braten oder so. Aber Kaffee und Kuchen gibt es gleich. 😉
      Ich wünsche dir auch noch einen ganz schönen Sonntag. Und der Reader ist recht lustlos. Stimmt.
      Ganz liebe Grüße
      Ute

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  4. Ich finde Juzicka’s Link auch sehr interessant. Brauchtum, und seine verschiedensten Ausdrucksformen und Facetten, ist schon eine überaus faszinierende Thematik. 😉

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  5. Kann es sein, dass die Funkenkiacherl in anderen bayerischen Gegenden Auszog’ne heissen? Irgendwie ist mir das jetzt bei deiner Beschreibung spontan in den Sinn gekommen. 😉
    Ich wünsche dir einen möglichst stressfreien Sonntag!
    ♥liche Grüße!

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  6. was man so alles so lernen kann, das Rezept ist notiert,alles Gute für die kommende Woche, KLaus

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