Willkommen unterm Regenbogen

Archiv für 26/03/2013

Der Storch ist schuld… ;-)

An diesem Fotomotiv, welches mir letzte Woche vor die Linse kam…der Storch war als „Schuldiger“ für den angekommenen Nachwuchs schnell ausgemacht, aber ob er das wirklich war???? 😉

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Der Klapperstorch

Was klappert im Hause so laut? Horch, horch!
Ich glaub, ich glaube, das ist der Storch.

Das war der Storch. Seid, Kinder, nur still,
Und hört, was gern ich erzählen euch will.

Er hat euch gebracht ein Brüderlein
Und hat gebissen Mutter ins Bein.

Sie liegt nun krank, doch freudig dabei,
Sie meint, der Schmerz zu ertragen sei.

Das Brüderlein hat euer gedacht,
Und Zuckerwerk die Menge gebracht,

Doch nur von den süßen Sachen erhält,
Wer artig ist und still sich verhält.

Adelbert von Chamisso (1781-1838)

In vielen Ländern Europas ist es Brauch, bei Kindersegen einen Holz-Storch auf dem Dach anzubringen.
Den Glauben, dass der Storch die Kinder bringt, gab es zuerst in Skandinavien.
Demzufolge beißt der Storch die Frau ins Bein, sie muss das Bett hüten und der Storch bringt ihr das Baby.

Der Ursprung des Glaubens, liegt vermutlich im Miteinander der liebevollen, monogam lebenden Storcheneltern und ihrer Jungen.
Störche sind auch oft an Teichen, Sümpfen, Brunnen und Mooren zu sehen (weil sie dort Futter finden).
Nach altem germanischem Glauben halten sich dort auch die Seelen der Kinder auf.

Das Leben der Störche beeindruckte schon die Menschen im römischen und griechischem Altertum.
Die Jungvögel umsorgen auch ihre kranken Eltern, indem sie sie füttern und schützen.
Folge war das -Storchengesetz- “ Lex Ciconaria“, das Kinder verpflichtete, sich um ihre Eltern zu kümmern, wenn sie alt sind.
Er galt im alten Rom aber auch als Delikatesse und wurde gegessen!

In ganz Westeuropa gilt der Storch auf dem Dach als Glücksbringer und Frühlingsbote.
In vielen Gegenden werden tellerförmige Gestelle als Nisthilfe angebracht. Früher sehr oft Wagenräder.

Der Adimstorch heißt in Afrika „Regenstorch“, weil seine Ankunft mit der Regenzeit zusammenfällt.
Rund um den Tschadsee werden Podeste als Nisthilfe aufgestellt.

„Da brat‘ mir einer ’nen Storch“…. 😉
(Ausruf der Überraschung/Verwunderung)
Herkunft des Sprichwortes: Nach einer biblischen Speisevorschrift ( 3. Mose 11) darf der Storch nicht gegessen werden. Sein Fleisch galt auch als ungenießbar.
Außerdem genoss er abergläubische Verehrung ( Glücksbringer, verjagt man ihn, bringt das Unglück).
Nur scherzhaft wird der Storch in der Renaissance gelegentlich als Leckerbissen genannt.
Der gebratene Storch ist somit der Ausdruck des nie Geschehenen und unerhört Neuem.

Klapper di klapp, einen schönen Tag! Ihre/Eure regenbogenlichter.

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