Willkommen unterm Regenbogen

An diesem Fotomotiv, welches mir letzte Woche vor die Linse kam…der Storch war als „Schuldiger“ für den angekommenen Nachwuchs schnell ausgemacht, aber ob er das wirklich war???? 😉

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Der Klapperstorch

Was klappert im Hause so laut? Horch, horch!
Ich glaub, ich glaube, das ist der Storch.

Das war der Storch. Seid, Kinder, nur still,
Und hört, was gern ich erzählen euch will.

Er hat euch gebracht ein Brüderlein
Und hat gebissen Mutter ins Bein.

Sie liegt nun krank, doch freudig dabei,
Sie meint, der Schmerz zu ertragen sei.

Das Brüderlein hat euer gedacht,
Und Zuckerwerk die Menge gebracht,

Doch nur von den süßen Sachen erhält,
Wer artig ist und still sich verhält.

Adelbert von Chamisso (1781-1838)

In vielen Ländern Europas ist es Brauch, bei Kindersegen einen Holz-Storch auf dem Dach anzubringen.
Den Glauben, dass der Storch die Kinder bringt, gab es zuerst in Skandinavien.
Demzufolge beißt der Storch die Frau ins Bein, sie muss das Bett hüten und der Storch bringt ihr das Baby.

Der Ursprung des Glaubens, liegt vermutlich im Miteinander der liebevollen, monogam lebenden Storcheneltern und ihrer Jungen.
Störche sind auch oft an Teichen, Sümpfen, Brunnen und Mooren zu sehen (weil sie dort Futter finden).
Nach altem germanischem Glauben halten sich dort auch die Seelen der Kinder auf.

Das Leben der Störche beeindruckte schon die Menschen im römischen und griechischem Altertum.
Die Jungvögel umsorgen auch ihre kranken Eltern, indem sie sie füttern und schützen.
Folge war das -Storchengesetz- “ Lex Ciconaria“, das Kinder verpflichtete, sich um ihre Eltern zu kümmern, wenn sie alt sind.
Er galt im alten Rom aber auch als Delikatesse und wurde gegessen!

In ganz Westeuropa gilt der Storch auf dem Dach als Glücksbringer und Frühlingsbote.
In vielen Gegenden werden tellerförmige Gestelle als Nisthilfe angebracht. Früher sehr oft Wagenräder.

Der Adimstorch heißt in Afrika „Regenstorch“, weil seine Ankunft mit der Regenzeit zusammenfällt.
Rund um den Tschadsee werden Podeste als Nisthilfe aufgestellt.

„Da brat‘ mir einer ’nen Storch“…. 😉
(Ausruf der Überraschung/Verwunderung)
Herkunft des Sprichwortes: Nach einer biblischen Speisevorschrift ( 3. Mose 11) darf der Storch nicht gegessen werden. Sein Fleisch galt auch als ungenießbar.
Außerdem genoss er abergläubische Verehrung ( Glücksbringer, verjagt man ihn, bringt das Unglück).
Nur scherzhaft wird der Storch in der Renaissance gelegentlich als Leckerbissen genannt.
Der gebratene Storch ist somit der Ausdruck des nie Geschehenen und unerhört Neuem.

Klapper di klapp, einen schönen Tag! Ihre/Eure regenbogenlichter.

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Kommentare zu: "Der Storch ist schuld… ;-)" (16)

  1. Kenne ganz in der Nähe ein Storchennest, wo sich jedes Jahr die Störche niederlassen…..heuer leider noch leer ;-)! Nachdem es nun doch langsam wärmer wird, kann es aber nicht mehr lange dauern…..

    Liebe Grüße
    Eva

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    • Die kommen sicher auch noch. Störche werden über den Schnee auch nicht erfreut sein. Da finden sie nichts zu fressen. Wie viele Zugvögel. Da hat der Naturschutzbund teilweise schon die Bauern gebeten, dass sie mit Mais füttern.
      Liebe Grüße
      Ute

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  2. Wir haben ganz in der Nähe einen Horst, aber bei dem Wetter hat sich Familie Storch noch nicht blicken lassen. Lange kann es nicht mehr dauern…

    Liebe Grüße
    Anna-Lena

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  3. Jaja, immer schön alles auf die armen Störche schieben, obwohl sie immer sehr lange Zeit ganz weit wech sind 😀
    Bei uns im Ort ist auch wieder das alt eingesessene Storchenpaar heile aus dem Süden zurück gekommen und ich mag, beobachte sie sehr gerne.
    Grüße dich lieb und wünsche dir noch einen richtig schönen Abend ♥

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    • Wenn Störche da sind, finde ich das einfach schön. ♥
      Und ich würde sie auch gerne beobachten.

      Ganz liebe Grüße und dir auch noch einen ganz schönen Abend.♥
      Ute

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  4. Haha, diese Sitte gibt es auch bei uns und wir haben viele Störche, leider hatte ich letzten Sonntag noch keinen entdecken können, aber einige Päärche sind schon angekommen und die Nisthilfen sind angenommen worden, da man darauf achten muß, dass sie auch durchlässig sind, sonst gibt es ein unerwünschtes Bad im Nest, was auch schon vorkam.
    In unseren Tierparks kann man ebenfalls Störche beobachten und viel im Osten.
    Hab einen schönen Tag mit viel Sonne wie bei uns, aber eisiger Wind.

    LG Mathilda ♥

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    • Das glaube ich dir, dass ihr viel Störche habt. Sie haben auch bevorzugte Gegenden.
      Und ja, in Tierparks auch und im Luisenpark in Mannheim. Aber da darf man nicht mit Hund rein.
      Wind haben wir auch…aus Nordost *klapper* …das andere fängt auch mit „S“ an, heißt aber Schnee. Sieht aus wie im tiefsten Winter. *gg*
      Ganz liebe Grüße zu dir ♥
      Ute

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  5. hier gibt es viele Störche und ich danke dir für die vielen Infos, habe einiges nicht gewusst, alles Gute, Klaus

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  6. Liebe Ute, wieder so herrlich wissenswertes – diesesmal über Störche.
    Danke dafür ♥
    Ja, diese Sitte mit dem Storch beim Kindersegen, die ist echt eine nette.
    In unserer Gegend gibt es leider keine Störche…
    deine Bärbel, die dir sonnige Grüße schickt

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  7. Liebe Ute hier bei und gibt es auch keine Störehe,würde gerne mal welche sehen und beim Nestbau beobachten.schönes Gedicht hast du wieder,hier in Köln scheint die Sonne ist aber sehr Kalt,war einkaufen bin froh das ich wieder zu Hause bin.Wünsche dir noch einen schönen Tag.Gruß Gislinde

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    • Liebe Gislinde,
      hier schneit es kräftig, schaut aus wie im tiefsten Winter. 😉
      Hier im Oberallgäu habe ich auch noch keine Störche gesehen.
      Liebe Grüße und dir auch noch einen schönen Tag 🙂
      Ute

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  8. Zu meiner Schande muss ich gestehen, daß ich – mit einer Ausnahme – noch nie Störche in natura gesehen hab‘. Dabei finde ich diese großen Vögel so wunderbar!…
    Im vergangenen Frühsommer fuhr ich mal mit dem Zug von München über Ulm an den Bodensee. Und da sah ich auf einer Sumpfwiese an die zwei Dutzend große, wunderschöne Störche stehen! Doch bis ich meine Kamera aus dem Rucksack gepfriemelt hatte, waren wir auch schon dran vorbei gefahren…
    In der Nähe von Salem soll es ja so etwas wie ein Storchen-Dorf geben. Vielleicht schaffe ich’s ja, mal dorthin zu gelangen. 😉
    Ich wünsche dir einen guten und unbeschwerten Tag! ♥

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    • Liebe Margot,
      die großen „Storch-Gebiete“ sind wohl auch eher im Norden und Osten Deutschlands. Hier im Oberallgäu ist mir auch noch keiner begegnet. Dafür viele Graureiher.
      Aber irgendwann schaffst du das sicher auch, welche zu sehen und hast dann die Kamera schußbereit. 😉
      Liebe Grüße und dir auch einen feinen Tag
      Ute

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