Willkommen unterm Regenbogen

Diese Zeile aus dem „Vaterunser“ fiel mir ein, als ich am Samstag bei der „Brotzeitstube“ einer Bäckerei, das Schild, „Pfingstmontag  wegen des Backverbotes geschlossen“ , sah.

Inzwischen ist es fast selbstverständlich, dass wir so ziemlich an jedem Tag der Woche,  Brot und anderes Gebäck kaufen können.

Ich frage mich, wie haben wir das vor Jahren gemacht, als alle Bäckereien jeden Montag und auch am Sonntag geschlossen hatten?
Natürlich gefällt es mir auch, am Sonntag Morgen frische Semmeln kaufen zu können. Es ginge aber auch ohne, es ist ja viele Jahre auch so gegangen.

Ob es den Bäckern so gefällt, auch noch am Sonntag so früh aufzustehen und backen zu müssen? Auch wenn das vielleicht abwechselnd und im Schichtbetrieb geht.

Manchmal schätzen wir gar nicht, was wir da haben… ist ja „nur“ Brot“ und…
Bei „Wasser und Brot“, ist eigentlich Synonym für karges Leben hinter Gittern.

Dabei ist Brot und noch die vielen Sorten die es hier gibt, eine Köstlichkeit. Ganz frisch gebacken und herrlich duftend, kann ihm kaum jemand widerstehn.

Dann schmeckt es auch so ganz ohne was drauf.  Und wer in Ländern ist, in denen es nicht so gutes Brot gibt, wird es noch mehr schätzen und es wird fehlen, auch ohne Hunger.

Und gar ohne Wasser kann der Mensch nicht lange überleben. Im Extremfall nur wenige Stunden, wie bei sehr heißen Temperaturen in der Wüste.

Ohne „Brot“ ginge es schon länger, weil der Körper von Reserven zehren kann.

Eine Alternative wäre „flüssiges Brot“ auf dem „Brotzeitbrett“…. 😉

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 Seit etwa 6000 Jahren sind Getreidepflanzen als Kulturform bekannt.  Emmer, Weizen, Gerste und Hirse…

Zwischen 6000 und 3000 v Chr. breitete sich das Getreide im ganzen Orient, Ägypten, China und Indien aus. Etwa 1000 Jahre später tauchte Roggen in Mitteleuropa auf.

Brot in dem Sinne, gab es trotzdem noch nicht.

Aus dem Mehl wurde mit Wasser, Milch und Fett ein Brei bereitet und dann eventuell auf heißen Steinen gebacken oder in die heiße Asche geschoben.

So machen das heute auch noch 60% der Weltbevölkerung.  Nur fahren wir jetzt mit ihrem „Hirsebrei“ spazieren und verantwortungslose, geldgierige Menschen spekulieren damit.

Folge: Täglich verhungern Menschen, weil sie sich ihr „täglich Brot“ nicht mehr leisten können!

Und manchmal frage ich mich, warum gerade Politiker, die manchmal auch ein großes „C“ für Christlich, in ihrem Parteinamen haben und das „Vaterunser“ publikumswirksam „beten“, nichts dagegen tun!

Geld kann man nicht essen, aber das würde ihnen wahrscheinlich erst auffallen, wenn sie selbst ihr „täglich Brot“ nicht mehr hätten.

Oder es geht ihnen wie der französischen Königin Marie Antoinette, sie wurde vom wütenden, hungernden Volk,  am 16.10.1793 mit der Guillotine hingerichtet.

Der Ausspruch: „Die Leute haben kein Brot? Sollen sie doch Kuchen essen!“…

Stammt übrigens nicht von ihr, sondern vom französischem Schriftsteller Rousseau.  Der in seinen Schriften immer wieder den Sittenverfall am Hofe  anprangerte.

Ein Ausgrabungsfund aus Bulgarien beweist, dass 300 v.Chr. bereits Backöfen bekannt waren. Allerdings waren die Fladen nach dem Auskühlen steinhart.  Konnten aber wieder eingeweicht werden.

In Finnland oder in manchen Alpenländern,  hat Brot manchmal noch heute, in der Mitte ein Loch, damit es auf einer Stange unter der Decke aufbewahrt werden kann. Keine Chance für Mäuse…  😉

Die Griechen verehrten Demeter als Göttin des Getreides und der Fruchtbarkeit.  Die römische Göttin des Getreideanbaus war Ceres… sie finden wir in unseren „Ceralien“ wieder…

Ehen wurden im Zeichen des Brotes geschlossen und eine schöne Tradition ist bis heute, das überreichen von Brot und Salz.

Um nochmals zum flüssigen Brot zu kommen:

Wie rief Rumpelstilzchen im Märchen, während es um`s Feuer hüpfte… „Heute back ich, morgen brau ich…“

Die ersten Brote waren ein raues Gemisch aus zerstoßenen Weizenkörnern und Wasser, das für mehrere Stunden an der Sonne stand (wo sich ein natürlicher Fermentierungsprozess vollzog) ehe es gebacken wurde. Bei dieser Art der Fermentierung entdeckte man (neben dem Sauerteig) auch das erste Bier. Backen und Brauen entwickeln sich in der Menschheitsgeschichte gemeinsam, wir sehen: es ist durchaus legitim von Bier, als „flüssigem Brot“ zu sprechen.

Quelle und noch mehr und ausführlichere Informationen zur Geschichte des Brotes,  findet man

HIER

Sonthofen hat übrigens auch eine Brauerei… das ist aber mal Stoff für einen eigenen Artikel… 😉

Natürlich gibt es für ein Lebensmittel mit so langer Geschichte und großer Bedeutung für die Menschen, auch ein Museum…in Ulm

Museum der Brotkultur

So, diesmal war es mal wieder ein längerer Artikel. Den Brot aber sehr wohl verdient hat!

Gedacht empfangen wir euch alle mit „Brot und Salz“, mögen Brot und Salz in euerm Hause nie fehlen. Genau das, bedeutet dieser Brauch.

Habt ein schönes Wochenende und…

Wir wünschen allen von , dass sie immer ihr „täglich Brot“ haben und es vielleicht ein wenig mehr achten.

Und vielleicht nicht mehr ganz so viele Schul-und andere Brote im Müll landen. Sie sind wertvoll!

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Kommentare zu: "„Unser täglich Brot gib uns heute“ – Nachgedachtes zum Wochenende…" (21)

  1. Sehr interessant liebe Ute..
    In der heutigen Zeit ist oft leider alles eingepackt..
    aber zum Glück wird wieder frisches angeboten..

    Lieben Gruss,Elke

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    • Hier gibt es schon die ganze Zeit beides.Aus dem Supermarkt nehme ich schon auch mal Brot mit, aber nie das, welches wochenlang haltbar ist. Sondern das aus der Großbäckerei,was täglisch frisch gebacken wird und eben aus hygienischen Gründen verpackt ist
      .
      Liebe Grüße
      Ute

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  2. Hi Ute,

    ein guter Beitrag. Frisches Brot vom Bäcker gab es bei uns ganz selten, da wir wenig Geld hatten und meist beim Discounter einkauften. Das Brot hielt auch übers Wochenende. Heute esse ich Müsli, da brauche ich nur frisches Obst. Semmeln gibt es eigentlich nur wenn Besuch kommt, und Brot als Parisienne zum Salat.

    Schönen Sonntag, kalle

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    • Hallo lieber Kalle,
      das Brot vom Bäcker hält auch übers Wochenende. 😉
      Kommt darauf an, wo du es kaufst, oft sind die Brote vom Bäcker jetzt auch nichts anderes, als die vom Discounter. Fertigmischungen machen es möglich.
      Wenn wir frei haben, brauchen wir das Brot ähnlich wie ihr. Semmeln zum Frühstück aber schon. Anders an Arbeitstagen, da wir keine Möglichkeit haben, irgendwo eine Brotzeit zu holen. Allerdings, da es bei uns öfter mal Salat oder Suppe gibt, brauchen wir dann aber trotzdem meist beides… 😉
      Euch auch einen schönen Sonntag.
      Liebe Grüssle
      Ute

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  3. Wir nehmen vieles als Selbstverständlichkeit hin und schmeißen noch ohne Reue Lebensmittel weg, ohne daran zu denken, wieviele Menschen in der Welt Hunger leiden.

    Wenn Bäckereien geschlossen sind, kann man auch mit wenig Aufwand selber mal ein Brot backen.

    Danke für deinen sinnvollen Artikel, liebe Ute.

    Einen lieben Gruß zum Wochenende,
    Anna-Lena

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  4. Wie haben wir das damals gemacht, als die Bäckereien Sonntags noch nicht offen hatten? Nun, meine Mutter hat halt am Freitag Nachmittag einen großen Laib Brot eingekauft, der für uns alle über’s Wochenende reichte. 😉 Über Menschen, die Sonntags frische Semmeln bzw. Brot buken, wurde damals – vor weit über vierzig Jahren 😉 – entrüstet der Kopf geschüttelt, das ist in den Augen unserer Dorfbevölkerung schlicht und ergreifend der Ausdruck höchster Dekadenz gewesen. 😉
    Erst gestern habe ich auf irgendeinem Sender, ich glaube, es war der BR, wieder einmal eine Reportage über die Spekulation mit Getreiden und anderen Grundlebensmitteln gesehen – mich macht das jedesmal völlig fertig…
    ♥liche Grüße! Ich hoffe, ihr habt trotz des Schmuddelwetters ein schönes Wochenende!

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    • Ein Glück., ich dachte schon, ich wäre die Einzige, die sich daran erinnert, dass vor dem Wochenende genügend Brot gekauft wurde, damit es übers Wochenende reicht. 😉
      So halten wir das eigentlich bis heute. Mal abgesehen von mal einer Semmel. Aber wenn wir arbeiten müssen, ist eh nichts, mit früh zum Bäcker.
      Als meine Mutter und Oma Kind waren, wurde das Brot überhaupt erst nach 2 bis 3 Tagen angeschnitten, frisches Brot ist „Butterfresser“ und macht „nur fast“ satt, dafür reichte dann das Geld nicht.
      Die wussten und wissen noch, wie wertvoll „täglich Brot“ ist… 😉
      Yep, die Spekulanten haben kein Gewissen. 😦
      Ja klar, wir machen es uns schön, was wir von dir auch hoffen. 🙂
      Liebe Grüße
      Ute

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  5. sehr interessant und ja, es ist selbstverständlich und flüssiges Brot gibt es ja auch zur Genüge, alles Gute für dich, Klaus

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  6. Toller Artikel und gut, dass es bei uns so viele Brotsorten gibt, denn Weißbrot ist nicht so meins und Brot selber backen, das mache ich hin und wieder, dazu dann nur Butter und das schmeckt lecker.
    Bäckereien haben bei uns auch Sonntags geöffnet, da kann man prima frühstücken, ich Frühstücksmuffel mag das besonders gerne, denn da kann ich gegen Mittag mein Frühstück geniessen, aber das kommt nicht oft vor.
    Dein Beitrag war gar nicht im Reader….viele nicht oder bin ich heute ganz durch den Wind 🙄

    Grüßle ♥ Mathilda

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    • Guten Morgen liebe Mathilda,
      jeden Tag kochen, selber Kuchen backen, arbeiten, Hunderunden und so, reichen mir. Da spare ich mir das Brot backen und überlasse das lieber dem Bäcker. 😉
      Auch wenn es lecker ist.
      Bei unserm Bäcker ist auch schon immer früh und vormittags Kaffeeklatsch. Kleinigkeiten, wie Suppen und so, bekommt man auch. Ist auch recht gemütlich eingerichtet. Sonntags ist aber „nur“ bis 10.30 Uhr auf. Das reicht. Das „Spätstück“, verlege ich wenn, dann auch am liebsten zur heimischen Eckbank. 😉
      Hab einen schönen Samstag und ganz liebe Grüße
      Ute
      PS.: Der Reader war gestern anscheinend auch eingefroren. Ich hatte auch nur immer 4 oder 5 Artikel drin. Davon einen meist noch doppelt. 😉

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  7. Das ist ein interessanter Artikel über unser Brot.
    Wie gut, dass wir so herrliche Sorten haben. Die haben uns in England oft gefehlt, also das körnige Brot.
    Da war die Sehnsucht wirklich groß.
    Ganz liebe Grüße deine Bärbel

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  8. ….das klingt wirklich spannend, was du da beschreibst. Ich hab nichts davon, dass die Bäckereien Sonntags offen haben…denn ich darf kein Brot essen, und glutenfreies Brot und Gebäck gibt es kaum in den Bäckereien. Bei uns, als ich Kind war, gab es selbstgebackendes Brot….der weg führte äußerst selten zum Bäcker….
    Herzliche Grüße, Luiserl ♥

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  9. Sehr interessant was du da berichtest.

    Hier in Österreich ist es nicht üblich dass die wenigen Bäckereien die es noch gibt, am Sonntag geöffnet haben. Außer in den Touristengebieten, damit die versorgt werden können in ihren Ferienhäusern.

    Ansonsten gebe ich dir 100% recht!

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    • Hier haben vor ein paar Jahren einige damit angefangen und die anderen müssen wohl mitziehen.
      Zumindest eine Filiale…(nicht alles Großbäckereien, aber mit nur einer Filiale, kann bei der „Bäckerdichte“ hier, wohl kaum noch jemand überleben)
      LG
      Ute

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      • Siehst du, hier kann von einer Bäckereidichte nicht gesprochen werden.
        Mir ist das in einigen Städten Deutschlands aufgefallen, in München und in Frankfurt und in kleineren Orten, dass es an Bäckereien nicht fehlt.

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      • Yep, hier gibt es auch viele. Mit Ausnahme kleiner Dörfer vielleicht. Oft bekommt man da auch Kaffee oder kleinere Gerichte. Wie Suppen, Leberkäs-Semmeln und ähnliches.
        Liebe Grüße
        Ute

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  10. andrea schrieb:

    INTERESSANT geschrieben…..über das THEMA****UNSER tägliches BROT gib uns HEUTE*****…..wünsche dir einen schönen FREI-TAG…LG ANDREA:))

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