Willkommen unterm Regenbogen

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Ist morgen, am 24.6., auch Johanni oder Johannestag genannt…

Menschen haben schon sehr lange und zu vorchristlicher Zeit, die Gestirne und den Lauf der Sonne beobachtet. Und danach ihr Leben eingerichtet. Beweise dafür, sind Bauwerke wie das englische Stonehenge oder das irische Newgrange.
„Mittsommer“ und den höchsten Stand der Sonne, als Lebensspender, haben sie schon damals gefeiert.

Es ist eines der Feste, welches die Kirche „übernommen“ hat. Sie hat es auf den 24. Juni verschoben. Zu Ehren der Geburt, Johannes des Täufers. Die Sonnenwendfeuer sollten nun die (von Johannes) angekündigte Geburt Jesu (das Licht) verkünden.

Immer noch lebendige, alte Mythen und Glauben vermischen sich an diesem Tag.

Wie der Tanz um das Johannisfeuer. Es wird in der Nacht vor dem Johannistag entzündet.
Es hat mit der Symbolik von Sonne und Feuer und der Sonnenwende zu tun.

Im 12. Jahrhundert ist der Brauch des „Sonnenwendfeuers“ zum ersten Mal und ab dem 14. Jahrhundert häufig belegt.

Im Glauben des Volkes, sollte das Feuer böse Dämonen abwehren, die Krankheiten oder Viehschäden hervorrufen.
Hagelschäden sollten auch abgewehrt werden. Bei den schweren Unwettern, die es jetzt manchmal gibt, keine so schlechte Idee, oder?

In manchen Gegenden wird auch eine Strohpuppe ins Feuer geworfen.

Liebespaare springen durch das Feuer, mit einem Sträußchen Beifuß oder anderer geweihter Kräuterbuschen am Gürtel.
Das sollte reinigen und Glück in der Liebe bringen.

„Zu binden Kreuther zur Sonnenwend“

Kann man in alten Büchern lesen. Diesen Brauch der Kräuterbuschen gibt es immer noch, allerdings nicht zur Sonnenwende, sondern an Mariä Himmelfahrt, am 15. August.

Große Feuerräder wurden den Berg hinuntergerollt.

Es gab auch die Johanniskrone, die aus grünen Zweigen und Blättern geflochten wurde, auf dem Dorfplatz aufgehängt und abends mit Kerzen beleuchtet.
Ähnlich wie die Krone, die es jetzt noch in Schweden gibt. Dann wurde so viele Tage getanzt, wie die Krone grün war. Sind alle fit? 😉

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Der Johannistag ist auch „Lostag“…

Das Johanniskraut blüht, Johannisbeeren werden reif und in der Zeit rund um die Johannisnacht,
kann man besonders viele Johanniskäfer oder auch Glühwürmchen genannt, sehen.

Und ihr romantisches „Licht“, bringt sicher viele Augen und Herzen zum Leuchten.  Ich weiß von was ich rede. Wir haben mal ziemlich nahe an einem Bahndamm gewohnt, dort gab es sehr viele. Das Geheimnis ihrer Leuchtkraft, sind fluoreszierende Stoffe. Sie sind nicht nur fluoreszierend, sondern auch faszinierend. Das ist aber mal ein extra Thema.

Wenn man im Sommer das Schlafzimmerfenster auf hatte, haben uns auch manchmal welche ins „Bett gebracht“… Ganz romantisch…*träum*

Stichtag oder besser nicht mehr Stichtag ist auch. Ab dem 24. wird kein Spargel mehr gestochen und kein Rhabarber mehr geerntet. Der Rhabarber enthält dann zuviel Oxalsäure, die schädlich für den Magen ist.

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Wer gut hinhört, kann vielleicht im Meer oder in Seen, versunkene Glocken hören.
Oder am Mittag des Johannistages, können auch verwunschene Jungfrauen erlöst werden. Wer kennt eine? 😉

Die Sage von den Blumen unterm Kofkissen, ist auch hier wieder zu finden.

In vorchristlichen Zeiten kamen um Mitternacht, der keltische Cernunnos oder der römische Silvanus ( Götter der Wälder) vom Himmel gestiegen, um Korn und Wein zu segnen. Jetzt hat den “ Job“ der heilige Johannes „übernommen“.

Die Nazis bildeten (und bilden noch) sich ein, die Kelten wären ihre ureignen Urahnen, auch vom Geiste her, sie ordneten Feuer und Feiern staatlich an. Und haben es damit in Verruf gebracht. Zumindest für Deutschland. Die Kelten würden wohl meinen, all ihre bösen Dämonen wären unterwegs, wenn sie sehen würden, wer sich mit ihren Bräuchen brüstet.
Leider helfen gegen diese Dämonen, ihre magischen Bäume und Blumen nicht! 😦

Johanniskraut ist übrigens ein sonniges Pflänzchen. Es macht ein sonniges Gemüt… es macht empfindlicher für Licht. Deshalb Sonnenschutz nicht vergessen!

Und Kalle hat uns geschrieben, dass es zwar gelb blüht, aber rot färbt und damit an das Blut Johannes des Täufers erinnern soll. Ich habe nochmals nachgelesen…

Wenn man die Knospen des Johanniskrautes zerreibt, tritt ein Inhaltsstoff namens Hypericin aus, der rot färbt und „Blut des heiligen Johannes“ genannt wird.

Die Fotos können wie immer, einzeln angeklickt und größer angeschaut werden.

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Kommentare zu: "– Magischer Johannistag –" (31)

  1. Danke, wie immer viel dazu gelernt, wünsche dir eine gute Woche, KLaus

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  2. Schön liebe Ute und schon wieder habe ich was gelernt von Johanniskraut wusste ich gar nicht.Ich wünsche dir einen schönen Tag,und einen guten Wochenstart.Gruß Gislinde

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  3. Hi Ute,

    Glühwürmchen haben wir letztes Jahr gesehen, aber ich weiss nicht mehr wo. Die meisten habe ich 93 in der Toskana gesehen, als wir abends heimfuhren, leuchtete es am Wegesrand in den Büschen. Tausend , wenn nicht Millionen von Würmchen erhellten die Gegend, ein richtige Invasion, und es erinnert mich an Weihnachten, wenn überall Lichterketten die Stadt illuminieren. Man konte sie sogar mit leichtigkeit fangen, und in der Hand strahlen lassen – ein überwältigendes Erlebnis!

    Johanniskraut blüht gelb, färbt aber rot, es soll wohl an das Blut vom Johannes dem Täufer erinnern…

    liebe grüsse kalle

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    • Hallo lieber Kalle,
      oh, das war sicher ein Erlebnis.
      Das würde mir auch gefallen. 🙂
      Die sind nachts so schön und tagsüber unscheinbare Käferchen,

      Das wusste ich noch nicht vom Johanniskraut. Lieben Dank für die Info. Das schreibe ich noch dazu, wenn ich darf.
      Ich weiß nur, dass es stimmungsaufhellend wirkt und den natürlichen Lichtschutzfaktor runtersetzt. Also wer nicht aufpasst, kann auch schnell mal „rot“ werden. 😉

      Liebe Grüssle zurück
      Ute

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  4. Klasse, liebe Ute. Und wieder habe ich einiges gelernt. Ich hoffe, dass es bei uns im Norden noch weiter Spargel geben wird. Als Rhabarberkompott , in Roter Grütze oder auch in Fruchtsuppen macht er sich sehr gut.
    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntagabend.
    Liebe Grüße
    Stefan

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    • Das freut mich lieber Stefan. Und ich drück dir die Daumen, dass sie bei euch auch noch ein paar Tage dran hängen.
      Ich wünsche dir noch einen ganz schönen Abend und hoffe, mein Kommentar geht dann mal durch bei dir. An den Wochenenden hat man von mobil oft keine Chance. Zuviele online oder so. Dein Foto find ich nämlich teuflisch gut. 🙂
      Liebe Grüße
      Ute

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    • Es funzt leider immer noch nicht, die eingetippten Kommentare bleiben „hängen“, also dann auf morgen, am PC…. 😉
      Liebe Grüße
      Ute

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  5. und zu ehren meiner geburt ❤ … :0)

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  6. Seit meiner Kindheit habe ich keine Leuchtkäfer mehr gesehen – doch! – einmal, als ich in einer Wirtschaft mit großem Biergarten im Isartal nahe Grünwald arbeitete. Da hatte ich einmal im Sommer Spätschicht, und beobachtete, wie eine Handvoll Leuchtkäfer herum geisterte, am liebsten hätte ich völlig fasziniert alles stehen und liegen gelassen. 😉
    ♥liche Grüße!

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    • Auf dem „Land“ sieht man hin und wieder schon welche. Die lieben glaube ich, etwas feuchte Stellen. In Hindelang haben wir die letzten gesehen ( nicht dieses Jahr, etwas warm muss es, glaube ich, auch sein). Da sind wir relativ spät vom Tannheimer Tal gekommen und haben draußen im Biergarten gesessen und gegessen. Die faszinieren mich auch immer… wie kleine Elfen, die mit Laternchen unterwegs sind. 😉

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  7. Durch die Verspätung des Frühjahrs haben die Spargelbauern in diesem Jahr Verlängerung, soweit ich weit…
    Dein Artikel über den Johannestag ist echt interessant. Danke dafür ♥
    deine Bärbel

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    • Kommt wohl auf die Gegend an liebe Bärbel. Schrobenhausen auch… Andreas hat für Dienstag welchen bestellt. 😉
      Bei Anette ist heute Schluss.
      Und bitte gerne doch, liebe Bärbel.
      Habt noch einen ganz schönen Sonntag Abend und ganz liebe Grüße
      Ute
      PS. : Mal schauen, ob am späten Abend, wieder Kommentare (woanders) von mobil durchgehen…

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  8. Sehr interessant wieder, liebe Ute!

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  9. Ach, das habe ich alles nicht gewußt und zum Glück gestern noch köstlichen Spargel gegessen, der war absolut lecker, aber ein paar Tage später kann man den bei uns immer noch kaufen, dieses Jahr fing ja die Spargelsaison auch viel später an.
    Na mal abwarten und Danke für die tolle Info.
    Dir einen schönen Sonntag und liebe Grüße von Mathilda ♥

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    • Mein „Göttergatte“ hat gesagt, er hätte für Dienstag Spargel bestellt. Schrobenhausen verlängert dann also auch.
      Von der Region Heidelberg/Mannheim weiß ich allerdings, dass dort definitiv heute Schluß ist.
      Rhabarber sollte nicht mehr geerntet werden, weil er dann zuviel Oxalsäure hat, die nicht gut für den Magen ist.
      Das weiß ich aber noch aus Kinderzeiten. Mein Vater hatte (Erdbeer-) Rhabarber (Fruchtfleisch rosa und lieblich) auf den Kompost gepflanzt. Solch guten habe ich seitdem nicht mehr gegessen.
      Dir auch einen ganz schönen Sonntag und hoffentlich keinen Regen wie hier.
      Liebe Grüße
      Ute

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  10. andrea schrieb:

    Ist heute der berühmte**JOHANNIS-TAG**erzählt so der VOLK(s)GLAUBE(n)…jetzt scheint bei mir die SONNE…sonst hatten wir den ganzen TAG über bedeckt…und wie ist es bei dir liebe UTE??Hab einen schönen SonnTAG….HERZlichste GRÜßE sendet dir ANDREA:))

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