Willkommen unterm Regenbogen

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„Wir müssen, dachte ich, doch am Ende aus dem Walde und der Nacht herauskommen.“

(Aus der Novelle… „Aus dem Leben eines Taugenichts“, von Joseph von Eichendorff)

Viel ist jeweils an einem 9. November in Deutschland geschehen…

 Die Friedenslinde in Fischen, wurde 1872 gepflanzt und ist auch heute noch da, an wieder einem 9. November…

Könnte sie sprechen, würde sie das Folgende erzählen…

  • Am 9. November 1848

    wurde der Abgeordnete und Demokrat Robert Blum von der Gegenrevolution in Wien erschossen.

  • Mit seinem Tod begann das Ende der Märzrevolution in den Staaten des deutschen Bundes. Begonnen hatte das „revolutionäre Zeitalter“ mit der französischen Revolution (1789-1799).

    Im Mittelpunkt stand die nationale Unabhängigkeit und Einheit. Ebenso die vollständige Bauernbefreiung und soziale Sicherung der freien Lohnarbeiter.

    • 9. November 1918
    • Die Niederlage im 1. Weltkrieg stand bereits fest, es gab Protestbewegungen, Streiks und die Rufe nach Absetzung des Kaisers wurden immer lauter.
      Als am 9. November die Revolution Berlin erreicht, gibt Reichskanzler Prinz Maximilian von Baden, aus Angst vor einem Umsturz, eigenmächtig die Abdankung des Kaisers bekannt.

    Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Philipp Scheidemann, rief daraufhin von einem Balkon des Berliner Reichstags die erste deutsche Republik aus. Somit war das Ende des Kaiserreiches besiegelt. Die junge parlamentarische Demokratie hat es allerdings auch schwer.

    Eine sonderlich rühmliche Rolle hatte die SPD aber weder vorher, noch nachher. Zum Teil auch sehr undurchsichtig. Mit der Zustimmung zum „Burgfrieden“, stimmte sie vorher Kriegskrediten zu, stand ganze drei Jahre hinter dieser Politik und verursachte somit die Spaltung der linken Kräfte. Als die Führer des durch die Abspaltung entstandenen Spartakus-Bundes, der späteren KPD, Rosa Luxemburg und Karl-Liebknecht am 15.1.19 ohne Gerichtsurteil! (wenig demokratisch) ermordet wurden, kamen die Mörder ohne Strafe davon.
    Der Hauptverantwortliche Waldemar Pabst, lebte bis 1970 unbehelligt in der Bundesrepublik und in einem Brief schrieb er, dass er die Aktion ohne die Zustimmung von Noske und Ebert (Reichspräsident ab 11.2.1919) gar nicht hätte durchführen können. Deswegen wurde er nach seinen Aussagen auch nie befragt oder unter Anklage gestellt. Untersucht wurde das nie, bei dem Ausgang, wäre es schon vorstellbar, dass er die Wahrheit gesagt hat.
    Ebert ließ mit Waffengewalt gegen etliche Aufstände in den Jahren 1919 bis 1923 vorgehen. Er wandte sich allerdings auch gegen rechte Gewalt. Die Mörder von Reichsaußenminister Walther Rathenau wurden sofort gesucht, gefunden und auch verurteilt.

    • Am Sonntagmorgen des 9. November 1923
    • marschierte Hitler zusammen mit General Erich Ludendorff und weiteren Anhängern zur Feldherrnhalle in München. Doch die bayerische Polizei stoppte den Marsch und damit auch Hitlers Versuch, gewaltsam an die Macht zu gelangen. Die NSDAP wurde daraufhin verboten, Hitler zu fünf Jahren Haft verurteilt.
      Inflation, kommunistische Unruhen und die französische Besatzung im Ruhrgebiet, hatten die Entstehung reaktionärer Strömungen begünstigt. Hitler plante durch einen gewaltsamen Putsch die Regierung in Berlin abzusetzen und selbst die Macht in einer nationalen Diktatur zu erringen .

      10 Jahre später gelang es ihm auf (damals) legalem Weg an die Macht zu kommen.

      Die SPD hatte immer ihre Wähler, aber der über die Jahre erstarkenden NSDAP, nichts entgegen zu setzen. Sie verweigerte die Zusammenarbeit mit der KPD (aus dem Spartakusbund entstanden), die von ihr als „sozialfaschistisch“ bezeichnet wurde und andere Bündnispartner hatte sie nicht. So nutzte das formelle „Nein“ der wenigen, noch anwesenden Abgeordneten, zum Ermächtigungsgesetz nichts. Somit war fūr Hitler der Weg zur Abschaffung des demokratischen Rechtsstaates frei.
      KPD und SPD wurden verboten und auch nicht wenige SPD-Mitglieder landeten im Gefängnis oder KZ… die anderen Parteien lösten sich selbst auf.
      Derartige „Ermächtigungsgesetze“ sind jetzt laut Verfassung verboten und das ändert hoffentlich keiner!!!

    • Wohl der grausamste aller 9. November… die Reichsprogromnacht 1938…
    • SA-Truppen und Angehörige der SS organisierten gewalttätige Übergriffe auf die jüdische Bevölkerung. Mehrere hundert Synagogen wurden in Brand gesetzt, mindestens 8000 jüdische Geschäfte zerstört, sowie zahllose Wohnungen verwüstet. Zwischen 90 und 100 Juden wurden erschlagen, niedergestochen oder zu Tode geprügelt. In den Tagen darauf wurden im ganzen deutschen Reich etwa 30000 jüdische Männer verhaftet und in die Konzentrationslager Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen verschleppt.

      Diese „Anfänge“ endeten mit 50 Millionen Toten im 2. Weltkrieg. Mit Folgen bis in die heutige Zeit. Bleibt zu hoffen, dass ein Großteil der Bevölkerung dies nie vergisst!

      Ihnen zum Gedenken, das Geläut der Dresdner Frauenkirche, die wohl wie kaum ein anderes Bauwerk, so zum Symbol für diese grausame Zeit und gleichzeitig für einen neuen Anfang geworden ist.

    HIER KLICKEN

    Und nach so viel Trauer, ebenso  eine große Freude…

  • Am 9.November 1989

    fiel die Berliner Mauer und ermöglichte so die Wiedervereinigung Deutschlands.

  • Tausende, oft wildfremde Menschen lagen sich in den Armen. nachdem SED-Pressesprecher und Politbüromitglied Günter Schabowski auf einer Pressekonferenz überraschend die sofortige Öffnung der Mauer verkündet hatte.. Daraufhin strömten tausende Ostberliner an die Grenzübergänge ihrer Stadt. Gegen 23.30 konnten am Grenzübergang Bornholmer Straße die Kontrolleure dem Andrang der Menschen nicht mehr standhalten. Der Übergang wurde geöffnet. Bis Mitternacht sind alle Berliner Grenzübergänge offen.

    Wer ausführlicher und die Hintergründe nachlesen möchte, kann das bei der Bundeszentrale für politische Bildung tun.

    Dort gibt es auch Augenzeugenberichte, Zeitungsartikel und mehr. HIER KLICKEN…

    © Posted by regenbogenlichter

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    Kommentare zu: "Ein denkwürdiger Tag…" (15)

    1. Ganz wichtig ist, dass wir Fremde, die zu uns kommen, mit Nächstenliebe, Verständnis und Barmherzigkeit willkommen heissen und aufnehmen, und versuchen, ihnen so etwas wie eine neue Heimat zu geben. Dann könnten sich die furchtbaren Geschehnisse eines 9. Novembers nie mehr wiederholen… Aber leider, leider sehe ich zur Zeit viele Zeichen, die eher auf das Gegenteil hinweisen… Ich hoffe inständig, dass ich nicht recht behalten werde… Was wir auch nie, nie, nie vergessen und verdrängen dürfen: Auf dem Leid unzähliger Menschen wurden unser heutiger friedvoller Zustand, unsere Demokratie aufgebaut…
      ♥liche Grüße!

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    2. Der 9.11. war, ist und bleibt wirklich ein sehr denkwürdiger Tag, von Freud und auch viel Leid der Vergangenheit geprägt liebe Ute.
      Hast du sehr schön hier rübergebracht und verdeutlicht!!
      Liebe Grüße, guts Nächtle und noch einen schönen Sonntag für dich ♥ ✩

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    3. Das war eine schlimme ZEIT…auch für meinen VATER……worüber ich mal gePOSTet habe,doch die MENSCHen haben einfach nichts verstanden…….wünsche dir einen schönen SAMS-TAG…HERZlichst ANDREA:))

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    4. Schöner Beitrag aber man zollte das nie vergessen ,war schon eine schlimme Sache.Wünsche dir ein schönes Wochenende liebe.Grüße Gislinde

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    5. Manchmal frage ich mich, ob sich wirklich viel verändert hat, seit dem Sturz der Mauer, denn ich habe viel Menschen aus dem „Osten“ kennenlernen dürfen, die damit gar nicht klarkommen…ich weiß es nicht…tut mir leid, da sind viele Fragen offen.

      Grüßle ♥ Mathilda

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      • Ich denke schon, dass sich viel geändert hat. Vieles zum Guten… manches auch nicht zum Guten. Aber das hat sich nicht nur im „Osten“ geändert, sondern hier auch. Von der früheren sozialen Marktwirtschaft ist schon lange nichts mehr übrig. Wir haben knallharten Kapitalismus. Manchmal fast Frühkapitalismus, siehe Leiharbeit und Mercedes. Und die Politik sieht nur, wie sie ihre eigenen Schäfchen und die der Wirtschaft ins Trockene bringt. Oder ist irgendwas passiert. An Verschärfung von Hartz sind sie auch dran. Bei altonabloggt schon lange gepostet und jetzt war eine kurze Meldung in den Nachrichten.
        Ich denke, hier gibt es auch viele Leute, die nicht mehr klar kommen und krank werden. Was oft Absturz bedeutet.
        Dazu kommt, dass man den Leuten von jetzt auf gleich, ein neues System übergestülpt hat. Hier haben sie Ewigkeiten gebraucht, um nur das mit dem einen grünen Pfeil zu raffen.
        Das wird sich mit den Generationen erledigen. Die nach dem Mauerfall geborenen kennen es schon nicht anders und können sich es auch nicht anders vorstelllen.
        Viele haben vielleicht auch gedacht, jetzt gibt es die DM und alles andere bleibt. Und das geht natürlich nicht.
        Dazu kommt auch manchmal zweifelhaftes, wie das platt machen von Konkurrenz. Vieles hätte man sicher erhalten können. Wenn man gewollt hätte.
        Aber es geht immer weiter. Und schau dir Dresden an, wie schön das geworden ist. Obwohl das eine oder andere schwarze Fensterloch, als Mahnung für die Jugend, nicht schlecht gewesen wäre. Denn auf Fotos kommt das nie so rüber, wie eine ausgebombte Ruine in echt aussieht.
        Ganz liebe Grüße
        Ute

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      • @Mathilda,
        ging mir über lange Zeit genauso wie dir. Aber alles braucht nunmal seine Zeit, kenne sehr viele aus dem „Osten“ und sehe bzw. entwickelte sich so manches inzwischen eigentlich auch super! Freut mich dass du zumindest zeitweise wieder kommentieren kannst 😉
        Liebs Grüßle ♥

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    6. Oh, so viele 9. November.
      Es ist ein wahrlich denkwürdiger Tag. Die Gräuel dürfen nie vergessen werden.
      Heute morgen im Radio war das Zeitzeichen natürlich dazu. Das hat auch gleich bewegt.
      Ich denke natürlich immer an Vivi und ihre Familie. Die sich nie in der Zeit nach dem Krieg sicher fühlten, immer sozusagen auf gepackten Koffern saßen, um im Notfall nach Israel zu kommen.

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      • Ja so viele… und die vorher (1918 und 1923) und die Ereignisse drumherum, haben letztendlich zum Judenprogrom und dem was folgte, geführt. Damals haben auch die meisten Menschen nicht erkannt, was sich andeutet und abspielt.
        Ja, es ist schlimm. Ich denke sowas kann man ein Leben lang nicht vergessen.
        Und man kann nur eines tun, immer den Mund aufmachen und dafür sorgen, dass das nie wieder passiert. Einiges erinnert mich aber schon sehr dran.
        Ganz liebe Grüße
        deine Ute

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