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Archiv für 15/11/2013

Wintervorbereitungen der „Holzfäller“…

Damit haben auch Biber jetzt voll zu tun…er klatscht schon mit der Kelle (seinem Schwanz) auf das Wasser und warnt seine Familie damit vor dem Nahen des Winters… nein, natürlich nur vor anderen Gefahren. 😉
Denn der Biber hält keinen Winterschlaf, sondern bewegt sich nur viel langsamer. Denn Eile frisst Energie, die wieder angefuttert werden müsste!
Ein mega-dickes Fell haben sie auf alle Fälle. Auf dem Rücken haben sie pro Quadratzentimeter 12.000 Haare, am Bauch sogar 23.000. Da können Menschen mit ihrem Kopfschmuck nur vor Neid erblassen. Wir bringen es gerade auf 300 Haare pro Quadratzentimeter.
Wir fällen Bäume und lagern das Holz ein, damit wir es verheizen können. Biber fällen sie, damit sie beim „Fernsehen“ was zum knabbern haben. Und natürlich keine Kopfschmerzen… Weidenrinde enthält Salicylsäure, den Wirkstoff aus dem Aspirin. Das ist natürlich mit Augenzwinkern gemeint!
Bei Bibers gibt es auch „Sommer-und Wintergerichte“… im Sommer Gräser und Kräuter, die gibt es im Winter nicht, also Baumrinde. Die ihnen zudem gut schmeckt!
Fern sehen ist bei ihnen nicht drin, sie sind kurzsichtig. Farb-Fernsehen schon gar nicht, farbenblind sind sie noch dazu.

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Dafür riechen und hören sie (auch die Gefahr) um so besser. Und damit sie beim Schwimmen sehen, hören und atmen können, liegen Nase, Ohren und Augen auf einer Höhe. Die Schönheit ist ihnen dabei schnurz-biber-egal… Liegt Gefahr in der Luft, tauchen sie unter, notfalls bis 20 Minuten. Zwei bis fünf Minuten sind es sonst. Wasser in den Ohren und der Nase ist blöd, damit er beim Tauchen nicht die (Taucher-) Brille auf hat, kann er sie verschließen. Sein Schwanz ist dabei das, was bei einem Schiff das Ruder ist. Er steuert damit im Wasser und weil die Kelle so breit ist, kann er auch darauf sitzen und eine Vorratskammer für den Winter ist sie auch. Was dem Kamel die Höcker, ist dem Biber seine Fettreserve in der Kelle! Quasi seine tägliche Kelle „Energy-Drink“ … 😉

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Der Biber besitzt gleich eine ganze „Burganlage“, sein Revier ist bis 7 km lang, aber schmal. Denn weit weg vom Wasser geht er nicht. Darin gibt es mehrere Burgen. Dort verdösen die nachtaktiven Tiere oft den Tag. Abends werden die „Faulen“ fleißig. 😉 Aber es gibt nur eine Burg mit „Winterausrüstung“. Sprich nur eine „Kemenate“… 😉 Sie können bis zu drei Meter hoch und 10 Meter breit sein. Ist der Wasserstand zu tief, ist es dem Biber nicht zu hoch, seine Dämme auszubauen. Bis zu einer Länge von 100 Metern.
Obwohl sie keine natürlichen Feinde haben, vermehrt sich ihre Population nicht unkontrolliert. Maximal um 15 bis 20%!
Es gibt nicht genügend „Bauland“, sie brauchen schon viel Platz, um ein ausreichend großes Revier zu haben.
Löcher in Dämmen stammen übrigens oft von Nutria und Bisam und weniger vom Biber!

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Biber sind „Saubermänner“, denn ihre Teiche halten Sedimente zurück und Nährstoffe ab, dadurch wird das Wasser gereinigt.
Durch ihre „Stauanlagen“ fließt das Wasser bei Starkregen langsamer ab und somit wird das Hochwasser etwas ausgebremst.
In Trockenzeiten können die Bauern die von den Bibern angelegten Wasserreserven, zum beregnen der Felder nutzen.
Und durch den Rückstau entsteht auch Grundwasser, mit dem hohem Wasserstand steigt auch dieses!

Und das legendäre „Bibergeil“, macht nicht nur Biber „geil“. Das Sekret aus den Drüsen, die zwischen After und den Geschlechtsteilen, sowohl der männlichen, wie auch der weiblichen Biber liegen, wurde früher in der Medizin, wie auch zur Parfümherstellung genutzt. Medizinisch dürfte nur die darin auch enthaltene Salicylsäure wirksam sein.
Die Biber nutzen das fetthaltige Sekret zur Fellpflege und als leuchtend orange „Textmarker“ zur Kennzeichnung ihres Reviers.
Wegen des Bibergeils und weil Biber früher fälschlich als Fisch eingestuft und somit von der Kirche als Fastenspeise frei gegeben wurden, wurden sie in weiten Teilen Europas ausgerottet. Auch wegen ihres dichtem, glänzenden Fells. Kanadische Biberfelle sind immer noch zu haben! 😦
Auch heute wird noch Bibergeil genutzt, allerdings synthetisch hergestellt. Den Parfüms gibt es die harzige, ledrige und „animalische“ Note.
Laut Wikipedia ist es in den USA als Zusatzstoff in Nahrungsmitteln zugelassen. Vor allem in Speisen mit Vanille-, Erdbeer- und Himbeer-Aroma. Dabei muss es nur als natürliches Aroma gekennzeichnet sein.
Noch mehr Interessantes über Bibergeil und auch in welchen Düften es heute verwendet wird, kann man HIER nachlesen.

Und jetzt wünschen wir frohes Bib(b)ern und Zähne klappern. Aber nicht den Bibern, den nach dem in Südamerika lebenden Capybara (Wasserschwein) die zweitgrößten (bis 1.30m lang und 36kg schwer) Nagetiere der Erde, bei denen wachsen die Zähne nach!
Und…sie stehen in Deutschland unter Schutz und dürfen nur in ganz seltenen Einzelfällen bejagt werden, wenn sie wirklich großen Schaden anrichten.
Die Biber finden es sicher „geil“, denn damit werden sie hoffentlich nicht wieder zum „Jägerschnitzel“ oder „Holzfäller- Steak“!

© Posted by regenbogenlichter

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