Willkommen unterm Regenbogen

Wenn man nach dem kürzlichen Outing von Herrn Hitzlsperger so im WWW unterwegs war, konnte man viele Meinungen lesen… u. a. viel Zustimmung, aber auch genervt sein vom Medien-Hype ( können wir verstehen, Herr Hitzlsperger war dafür aber nur der Auslöser, der Hype kam von den Medien) und dass Leute, die das gar nicht möchten, „ständig“ die sexuellen Präferenzen anderer auf’s Auge gedrückt bekommen.
Auch, was so ein Outing nach der Karriere noch bringen soll, höchstens was für ein Buch…
Homosexualität wird mit Exhibitionismus verglichen… etc.

Woher das kommt, kann man nur vermuten. Eventuell von gewissen Sendungen, für die sich leider immer wieder Leute finden, die dann, wenn der Tag lang ist, alles Mögliche (und Unmögliche) erzählen. Was ihnen nachher sicher oft nicht gut bekommt, aber Hauptsache, diese Medien hatten ihre Sensation. 😦
Mit dem öffentlichem Outing von Herrn Hitzlsperger hat das alles aber sicher gar nichts zu tun!!!
Woanders hatten wir zumindest noch nicht das Gefühl, übermäßig von irgendwelchen Outings „belästigt“ zu werden. Oder ist da was an uns vorbeigegangen?

Ein so genanntes „Coming -out“ (wörtlich übersetzt: „aus sich herauskommen“) ist leider! immer noch nötig!
Für diejenigen selbst und um zumindest das persönliche Umfeld zu informieren und damit die Menschen sich an den Gedanken gewöhnen und akzeptieren können, dass da jetzt jemand ist, der/die eben schwul oder lesbisch ist und das was er/sie fühlt, selbstverständlich auch leben möchte.
Denn das ist noch lange nicht für alle selbstverständlich!
Nur wenige Menschen schaffen und wollen es, das über längere Zeit oder dauerhaft, heimlich zu leben.
Bei „öffentlichen Personen“, kann auch mal ein öffentliches Coming-out nötig sein! „Angst“ vor „ständigen Outings“ braucht aber wohl keiner haben.
So weit, sind wir noch lange nicht!

Was auch mal wieder eine aktuelle Unterschriftenaktion, der sich auch die zwei großen Kirchen in Baden-Württemberg angeschlossen haben, beweist. Die Landesregierung will einen Toleranz-Unterricht einführen, bei dem auch das Thema Homosexualität fächerübergreifend und gleichgestellt mit dem im Grundgesetz festgeschriebenen Schutz von Ehe und Familie, behandelt würde.
Gegner und die Kirchen wenden sich dagegen, weil die Jugendlichen in ihrer sexuellen Entwicklung beeinflusst werden könnten.
Eigentlich sollte inzwischen bekannt sein, dass man diese Entwicklung weder nach der einen, noch der anderen Seite beeinflussen kann! Homosexualität ist nicht ansteckend und kann auch nicht „beigebracht“ werden. Es ist jeder so, wie der liebe Gott ihn geschaffen hat! Gelehrt werden, kann aber Wissen darüber und damit Vorurteile verringert!
Damit könnte auch die erhöhte Suizidrate unter homosexuellen Jugendlichen verringert werden, die nicht, wie in der Petition behauptet, von der reinen Homosexualität kommt, sondern vom Umgang Anderer mit ihr!

Diesen Punkt bemängelt auch eine Gegenpetition. Ob man im geplanten Toleranzunterricht noch andere Diskriminierungsthemen bespricht, darüber wird geredet werden müssen und das wäre sicher auch wünschenswert und gut.

Ansonsten sollten sich die ewig Gestrigen schon mal überlegen, was sie da nicht haben wollen. Selbst im katholischen Bayern wird das bereits im Unterricht thematisiert.

Laut der SPD Baden-Württemberg, enthält der Entwurf bei weitem nicht nur das! Aber das Thema scheint schon arg diskussionsbedürftig zu sein!

Die Unterschriftenlisten zeigen aber das Denken der Bevölkerung.
Die Petition gegen den Bildungsplan zeichnet bereits über 100 000 Unterschriften, die der Befürworter, 42 000.

Mehr Infos und entsprechende Links, gibt es HIER>>>>

Hinweis: Die Petitionen können von allen unterzeichnet werden, auch aus dem Ausland!

Und vielleicht ändert sich ja irgendwann doch das Denken, dass sich niemand mehr outen muss, sondern einfach leben und lieben kann.

Nach langem Vorwort und aus oben genannten Gründen, nun endlich zum Buch, einer sicher besseren „Quelle“, als so manche TV-Sendung…
Da das von Herrn Hitzlsperger noch nicht zu haben ist*, einem Buch, welches schon länger auf dem Markt ist, aber noch immer aktuell.
Und eines der wenigen Bücher, die es geschafft haben, den Weg in mein „Herz“ zu finden!

*Ironie… ob es da überhaupt mal eines geben wird, wissen wir natürlich nicht…

image

Sein Titel ist „Daniel“ von Frank Makowski geschrieben.

Klappentext:

„Dieses ist eine wahre Geschichte.
Alle Personen sind nicht frei erfunden
und jede Ähnlichkeit mit noch lebenden Personen
ist kein Zufall.
Es ist die Geschichte meines Coming-outs, meiner ersten
großen Liebe und deren Ende. Es ist ein Aufruf und eine
Ermutigung an alle, ihr Schwulsein zu akzeptieren, es
zu leben und es zu lieben.“
Frank Makowski

Zum Autor:

Frank Makowski ist (war zu dem Zeitpunkt) 27 Jahre alt
und lebt seit seiner Geburt in Aachen.
Er ist der jüngste von zwei Söhnen und wuchs
in einer gutbürgerlichen Familie behütet auf.
Seine Hobbys, die Elektronik und den PC,
machte er zum Beruf.
Spät erst merkt er, dass er schwul ist und
dass es im Leben auch noch etwas anderes gibt,
als Arbeit.

Frank Makowski schildert sehr ehrlich, offen und gefühlvoll seinen Weg zum Coming-out. Seine ersten Gefühle, Ahnungen, das Wegschieben derselben, denn… „es kann nicht sein, was nicht sein darf“. Schließlich das (An-) Erkennen seines Schwulseins, das Erleben der ersten großen Liebe und das große Glück, endlich das ausleben zu dürfen, was er fühlt.
Aber auch, die immer schwerer drückende Angst, sich zu outen. Eventuell abgelehnt zu werden, Freunde oder Familie zu verlieren und im Job nicht mehr anerkannt zu werden.
Alles andere, schreibt und beschreibt der Autor wesentlich besser und inniger.

Ein absolut berührendes und beeindruckendes Buch. Für Menschen, die gern wissen möchten, wie man(n) sich in dieser Situation fühlt und alle, die einfach die berührende und dazu noch wahre Geschichte, einer großen Liebe lesen möchten.

Gewidmet hat Frank Makowski das Buch Daniel, seiner ersten großen Liebe. Ohne den er nicht gleich den Mut gefunden hätte, das zu leben was er fühlt!

Sein Vorwort soll unser Nachwort sein…

In diesem Buch, welches meine Erinnerung ist,
auf der ersten Seite des Kapitels,
in dem der Tag beschrieben wird,
an dem ich dich zum ersten Mal traf
kann man die Worte lesen,
hier beginnt ein neues Leben.

Aus dem Buch Vita Nuova von Dante Alighieri

Hinweis unsererseits, bei Interesse am Buch, bitte unbedingt lesen!

Der Autor schildert wirklich alles offen und ehrlich, dazu gehört auch die Liebe im „Bett“ und nicht nur Küsse!
Leser, die sowas nicht lesen möchten, seien hiermit „gewarnt“.
Allerdings kann man das auch „auslassen“ und bei der „Zigarette danach“ weiterlesen.
Den „Faden“ verliert man trotzdem nicht.
Und wer alles liest, wird schnell feststellen (falls er es noch nicht weiß), dass innige Liebe immer schön ist,
egal ob zwischen Mann und Frau, zwischen Männern oder Frauen.

Erschienen 2001 im Himmelstürmer Verlag. ISBN 3-934825-12-5

Zu bestellen unter anderem HIER

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Kommentare zu: "Aus aktuellem Anlass… + Buchtipp…" (17)

  1. Auch von mir ein Daumen hoch für diesen Post!… Es gibt auf dieser Welt, in unserem Lande, wirklich weitaus Wichtigeres, als Mitmenschen, die auf ihre eigene Art ihre Liebe zum Ausdruck bringen, durch den Dreck zu ziehen, zu diskriminieren, zu beschimpfen oder gar zu bedrohen…

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    • Dankeschön…so ist es! Und zu der Petition… heute Nachmittag haben sie im Radio Schüler befragt, ob sie sowas denn haben wollten und ob sie jetzt schon was darüber in der Schule lernen… eindeutiges Votum…ja hätten sie gern und nein, bis jetzt haben sie darüber nichts…ein Lehrer hat dann gemeint, in Biologie gehört das nicht, das müsste dann in Religion gelehrt werden.
      Deshalb braucht sich keiner über die zum Teil haarsträubende Unwissenheit und die auch daraus resultierenden Vorurteile etc. wundern… von allein, im Internet, wird kaum einer schauen… ist ja erst wichtig, wenn es einen selbst betrifft.. 😉

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  2. Liebe Ute, von mir bekommst Du auch den Daumen hoch. Vielleicht sollte man, z.B. bei der Presse, über Toleranz und Verständnis im generellen mal nachdenken. Es wird mit der Zeit besser werden, sodass solche sog. Outings irgendwann zur Randnotiz werden, weil es völlig normal geworden ist.
    Liebe Grüße
    Stefan

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    • Lieber Stefan,
      auch dir herzlichen Dank, freut mich sehr.
      Und ja, das sollte man und auch über „Moral“ im besten Sinne. Denn durch ein zuviel, kann man auch schnell das Gegenteil erreichen, was die Presse dann aber eher nicht interessiert. Außer, es passiert etwas Spektakuläres.
      Aber auf die Randnotizen freue ich mich. 😉
      Liebe Grüße
      Ute

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  3. Die Meldung allein hätte doch gereicht. Aber dass es immer wieder in den Medien ist, ich kapier das nicht. Ist doch was Normales.

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  4. Daumen hoch für deinen heutigen Blogartikel! Für die Einstellung, für die Information, für die Gestaltung deines Posts (Gesamtinhalt) und für den Buchtipp ebenfalls!

    Liebe Grüße
    Michèle

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  5. Danke für den Buchtipp.
    Dieser Medienrummel geht mir auch mächtig auf den Senkel. Über Schumacher gibt es nichts zu schreiben und ich bin froh, dass sich die Familie durchgesetzt hat und respektiert wird. Nun stürzen sie sich darauf.

    LG Anna-Lena

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    • Schöne Zeit beim lesen…
      Ja das hat Schumacher praktisch abgelöst. Und wichtiger wäre, dass sich wenigstens langsam etwas ändert. Der Inhalt der Medien Rummel, in der Leute Ohr… 😉
      Liebe Grüße
      Ute

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  6. danke für deine Info, schönen Sonntag, Klaus

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  7. Deinen Worten ist nichts hinzuzufügen.
    Ich hab auch nicht das Gefühl dass sich dauernd jemand outet..tztz

    Lieb Grüße und schönen Sonntag!
    Sina

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  8. Scheint ein gutes Buch zu sein liebe Grüße und einen schönen Sonntag.Gislinde

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