Willkommen unterm Regenbogen

Die Münchner Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ mit dem „Kern“ Hans und Sophie Scholl, Alexander Schmorell, Christoph Probst, Willi Graf und Professor Huber, verteilten in den Jahren 1942 und 43 insgesamt sechs Flugblätter. Weitere Studenten, Schüler, Lehrer, Professoren, Ärzte, Schriftsteller und Buchhändler hatten losen Kontakt zu der Gruppe.

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Die ersten Flugblätter wurden im kleinen Kreis ausgesuchter Adressaten verteilt. Im Januar 1943 erschien das fünfte Flugblatt, in einer Auflage von 6000 bis 9000. Es tauchte in mehreren Städten Süddeutschlands und Österreichs auf. Im Februar 1943 gab es nächtliche Aktionen, in denen an Müncher Gebäuden schriftliche Parolen, wie „Nieder mit Hitler“ etc. angebracht wurden.

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Das sechste Flugblatt richtete sich an die Münchner Studentenschaft und forderte vor dem Hintergrund der Schlacht um Stalingrad auf, sich von dem nationalsozialistischem System zu befreien. Bei der Verteilung am 18. Februar 1943, wurden die Geschwister Scholl beobachtet und verhaftet.
Am 22. Februar 1943 wurden sie, zusammen mit Christoph Probst, zum Tode verurteilt und noch am gleichen Tag hingerichtet.
Ein weiterer Prozess fand am 19. April 1944 statt. In ihm wurden Graf, Schmorell und Huber ebenfalls zum Tode verurteilt und hingerichtet. Bis Mitte Oktober 1944 fanden fünf weitere Prozesse statt, in denen Freiheitsstrafen bis zu 12 Jahren ausgesprochen wurden.
Ironie der Geschichte…. „Blutrichter“ Roland Freisler, der diese und andere Prozesse führte, starb bei einem Bombenangriff der Aliierten, am 3. Februar 1945 in Berlin.

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Innerhalb des Hauptgebäudes der Münchner Ludwig Maximilians-Universität, erinnern eine steinerne weiße Rose und ein Bild, mit den darüber eingemeißelten Namen der Mitglieder, an die Widerstandsgruppe. Seit 1997 errichtete der Verein Stiftung Weiße Rose e.V., eine DenkStätte mit einer Dauerausstellung. Im Februar 2005 wurde am Lichthof eine Bronze-Büste von Sophie Scholl enthüllt.

Der Schwurgerichtssaal im Münchner Justizpalast, in dem der Prozess stattfand, ist als Gedenkstätte ausgestaltet und kann werktags besichtigt werden. (Außer in den Zeiten, in denen die juristischen Prüfungen stattfinden.)

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Die Gruppe „Weiße Rose“ war in der Jugenbewegung einzigartig. Alle anderen Gruppen betätigten sich wenig politisch.

Rosen, ihr blendenden
Balsam versendenden!
Flatternde, schwebende,
Heimlich belebende,
Zweiglein beflügelte,
Knospen entsiegelnde,
Eilet zu blühen.
Johann Wolfgang von Goethe

Eilet zu blühen….

Zum Andenken an diese mutigen Menschen und der vielen Namenlosen, die sich diesem unmenschlichem System entgegen gestellt haben!
Wir sollten sie nie vergessen!

Wie wichtig das ist, zeigt die Tatsache, dass viele Gewaltverbrechen jetzt nochmals auf rechte Urheberschaft untersucht werden… Hier klicken >>>>

Am 18. Februar 2014 um 20.00 Uhr, findet im Lichthof der Ludwig Maximilians-Universität, ein Konzert an der Weiße Rose-Orgel und Lesung statt.
Eintritt frei!
Nähere Infos und weitere Veranstaltungen gibt es auf der Website der Stiftung Weiße Rose e. V. >>>>

Die Fotos können einzeln angeklickt und größer angeschaut werden.

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Kommentare zu: "Weiße Rose… White Rose…" (18)

  1. Ich vermisse solche Gruppen heute, die sich ohne Scheu und beherzt einsetzen.
    Einen lieben Gruß
    Anna-Lena

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    • Vielleicht ja, weil sich irgendwie jeder selbst der Nächste ist und es den Leuten auch so beigebracht wird. „Was geht mich fremdes Elend an“. Selbst unser Bundespräsident findet Neoliberalismus gut… 😉
      Für andere oder sich gegen etwas einsetzen, ist da nicht vorgesehen… aber es gibt sie schon noch. Leider sind es aber genau immer noch die „standhaften“ Menschen, die dann ins „Visier“ geraten…. ich erinnere an die Handy-Überwachung bei der Demo zum Gedenken an den Bombenangriff. Bei der wurden ausnahmslos von allen Daten abgegriffen…
      Sollte einem zu denken geben, auch im Hintergrund von NSU und so…

      Liebe Grüße
      Ute

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    • Gemeint alle Handy-Daten, außer denen von den rechten Demonstranten…

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  2. Liebe Ute,
    Danke für diesen guten Beitrag und die Erinnerung ♥
    Während meiner gesamten Schulzeit wurde seltsamerweise alles, was das 3. Reich betraf, irgendwie geschickt ausgeklammert. Aber meine Generation hat, wenn sie denn wollte, von ihren Kriegseltern aus erster Hand alles erfahren können. Und ich wollte und nicht zu knapp.
    Wünsche Dir einen guten Wochenbeginn und liebe Grüße von der ♥ Pauline ♥

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    • Liebe Pauline,
      es hat etwas gedauert bevor ich dir antworte. Da ich dir aber einige Links anhängen möchte, musste ich erst an den Computer. 😉
      Ja das übliche Schweigen in Deutschland. Ist irgendwie bis heute noch so. Ich hatte auch viele die mir erzählt haben. Vielleicht auch ein Glück, dass inzwischen soviel Zeit vergangen war und die Menschen drüber reden konnten. Zum Teil weil das Erlebte so schrecklich war, aber sicher oft auch aus Scham oder weil sie gemeint haben, man verurteilt sie. Vielen der wirklichen Verbrecher hat, u.a. die katholische Kirche, zur Flucht nach Südamerika und anderswo verholfen. Der vatikan hatte eine eigene Abteilung dafür.
      Für immer im Herzen bleiben wird mir ein alter Mann aus Theresienstadt, der oft unter Tränen, immer fragend, ob wir ihn auch verstehen, das dort Erlebte erzählt hat. Er muss bei jedem Wort jede Minute von neuem erlebt haben. Damit hat er eine „Horde“ 14jähriger, die eigentlich ganz anderes im Sinn haben, sehr schnell zum Schweigen und tiefster Betroffenheit gebracht. http://www.ghetto-theresienstadt.info/terezinghetto.htm
      Und es ist auch noch lange nicht alles „gut“… das braune Gedankengut ist immer noch in den Köpfen der Menschen und nicht nur in denen vom „dummen Fußvolk“. Bei der Demo für die Bombenopfer und gegen rechts in Dresden, hat man vor einigen Jahren, alle Handydaten der Teilnehmer abgegriffen, nur die von den Rechten nicht! Das und weil viele Jugendliche (und Politiker) anscheinend nicht mehr wissen, was Krieg bedeutet, haben mich veranlasst, Briefe eines Soldaten zu veröffentlichen, der in Stalingrad geblieben ist. Wenn du magst, lies sie… https://regenbogenlichter.wordpress.com/briefe-eines-soldaten/
      Es scheint auch sehr nötig… unsere „Kriegsministerin“ wirbt in der Bravo für Abenteuercamps für Jugendliche, um sie zur Bundeswehr zu bringen. Die halten Krieg dann wahrscheinlich auch für ein Abenteuer!
      Wenn es geht, lies bitte auch mein Nachwort https://regenbogenlichter.wordpress.com/briefe-eines-soldaten/briefe-eines-soldaten-letzte-worte/
      Dann wirst du erkennen, dass es höchste Zeit ist, den Mund aufzutun… denn irgendwie sind wir schon wieder auf einem Weg, den wir niemals mehr gehen sollten!
      Ich schreibe immer mal wieder darüber und werde es auch weiterhin tun! Das und die…nie wieder! Allein was sie über unsere Familie für Leid gebracht haben. 😦
      Liebe Grüße
      Ute

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  3. Danke, Ute. Für mich stehen die Geschwister Scholl für Ideale wie Freiheit und Gerechtigkeit, auch in der Konsequenz ihres Handelns. Ihren Mut und der vielen anderen ist auch heute im Rückblick mehr als bemerkenswert und darf nie vergessen werden. Die Hochachtung für ihre Leistung teile ich mit Dir. Gut, das Du dazu einen eigenen Artikel verfasst hast.
    Als Ergänzung empfehle ich das Buch von Marion Gräfin Döhnhoff: „Um der Ehre willen. Erinnerungen an die Freunde vom 20. Juli“. Die Gräfin ehrt in diesem Buch die vielen Unbekannten vom 20. Juli 1944.
    Liebe Grüße aus dem heute stürmischen und regnerischen Norden
    Stefan

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    • Danke lieber Stefan und da kann ich dir nur zustimmen. Für mich stehen sie auch für das von dir Genannte.
      Herzlichen Dank für die Buchempfehlung, die notiere ich auf der „Vormerkliste“… 😉
      Bei uns war heute „April“ und der hat ein für diesen Winter seltenes „Phänomen“ mitgebracht…ein paar Schneeflöckchen… 😉

      Liebe Grüße und noch einen schönen Abend
      Ute

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  4. Liebe Ute, ganz genau, vergessen dürfen wir sie nie.
    Wie gut, dass München ihnen ein oder sogar mehr Denkmäler gesetzt hat.
    Es gibt sogar eine Weisse-Rose-Orgel, das ist ja interessant.
    Danke für diesen guten Post.
    deine Bärbel

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    • Ja liebe Bärbel und nicht nur in München. Dort natürlich besonders. Aber woanders sind auch Schulen etc. nach ihnen benannt. Es gibt auch Theaterstücke… nachzulesen auf der von mir verlinkten Seite von der Stiftung.
      Bitte gerne doch, ganz liebe Grüße und einen schönen Sonntag euch
      deine Ute

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  5. Moin liebe Ute,.

    ich wünsche dir einen schönen Sonntag und Danke für die weiße Rose und den Text.

    Lieben Gruß

    Kathrin

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  6. Danke für den Hinweis auf die Gedenkveranstaltung, liebe Ute! Ich habe mir das sofort notiert, und werde hingehen, wenn sich das irgendwie einrichten lässt…
    Die Mitglieder der Weißen Rose sind so beherzt gewesen – sie sollten uns allen Tag für Tag als Beispiel dienen…
    Ich wünsche dir einen ganz wunderbaren Sonntag! ♥

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    • Ja das sind sie, ich habe große Hochachtung vor ihnen! Und versuche, es wenigstens im Kleinen, ihnen nachzutun.
      Bitte gerne doch und ich drück dir die Daumen, dass du hingehen kannst.
      Dir auch einen wundervollen Sonntag und liebe Grüße
      Ute

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  7. Einen schönen Sonntag eine schöne Rose und guter Text,Grüße lieb Gislinde

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  8. hier gleich um die Ecke auch ein Mahnmal, einen schönen Sonntag für dich

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    • Ja und viele Schulen, Jugendherbergen etc. sind nach ihnen benannt. Gut so! Dir auch einen schönen Sonntag!
      LG
      Ute

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    • Es ist ein „Kreuz“ lieber Klaus…deine Seite lädt es, nur gefällt mir und die Kommentare nicht fertig. Deine Haushaltstipps sind ja wieder unschlagbar *gg*
      Ich wünsche dir einen schönen Sonntag.
      Liebe Grüße
      Ute

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