Willkommen unterm Regenbogen

Archiv für 18/02/2014

Ein „denkwürdiges“ Haus mit Geheimnissen…

Ist das Möggenried-Haus im Mühlenweg in Sonthofen…  nach Untersuchungen des Holzes, 1586 im frühen Barock erbaut.

In der Zeit, als in der Region Sonthofen Hexenprozesse stattfanden. 21 Menschen wurden verurteilt und starben auf dem Scheiterhaufen.

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In einer Tür aus der Bauzeit befinden sich Intarsien. Ob sie ein Hinweis auf den Erbauer sind oder im Zusammenhang mit der Hexenverfolgung stehen, ist noch nicht geklärt.

Links oberhalb der Eingangstür befindet sich ein starker Brandfleck
(als dunkler Fleck zu sehen).

Es wird vermutet, dass er von Pechpfannen stammt, die früher zur Beleuchtung nur! an öffentlichen Gebäuden aufgehängt wurden.

Das Möggenriedhaus war früher eine Nagelschmiede, die im Zusammenhang mit dem Erzbergbau am Grünten entstanden.

Erzabbau am Grünten hier Klicken >>>>

Das Erz wurde viele Jahre im Sonthofer Hüttenwerk verhüttet und im bäuerlichen Nebenerwerb zu Nägeln geschmiedet.

Darauf weisen auch die zwei Schmiedehämmer im Sonthofer Wappen hin…

Wappen_Sonthofen

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Um 1750 erfolgten Erhaltungsarbeiten. Bei denen Holzausbesserungen vorgenommen wurden und Fenster verändert.

Damals war die Holzkonstruktion mit Holznägeln und Armierungen aus Haselnuss um die Fenster, mit einer dicken Schicht Putz bedeckt.

Jetzt sind sie wieder gut zu sehen…

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Im Inneren des Hauses findet sich ebenfalls Einiges, was (noch) nicht erklärt werden kann. Wie ein Kellerraum, der unter dem ehemaligen Stall /Werkstatt versteckt ist.

Er besitzt einen Lichtschacht, der aber ins Innere des Hauses führt. In einem anderen Keller befindet sich eine Art Brunneneinfassung. War es ein Brunnen?

Ebenso gibt es eine tragende Wand, die nach unten ungestützt ist.

Nachzulesen Fotos und Erklärungen gibt es hier >>>

Manche Besitzer waren sicher auch wohlhabend.
Was eine Kasettendecke mit barocken Elementen in der Stube beweist.

Fotos aus dem Inneren des Hauses sind hier zu finden >>>

Eventuell ist das Möggenried- Haus auch auf den Fundamenten eines anderen Hauses erbaut worden. Der Mühlenweg war damals noch im Randgebiet von Sonthofen. entlang des Weges befanden sich die Rossfelder oder auch Hengstäcker genannt, Pferdekoppeln für Transporttiere. In der Nähe müsste auch ein Hengstehaus gestanden haben. Vielleicht sind es ja die Fundamente desselben.

Näheres darüber… hier klicken >>>

Das Haus ist inzwischen gesichert und es gibt Bemühungen, es zu restaurieren und öffentlich zu nutzen. Vorschläge dafür, kann man auf der unten genannten Website machen.

Noch wesentlich mehr historische Details, viele Fotos, auch vom Inneren des Hauses und historische Fotos aus Sonthofen,
findet man unter www.moeggenried.de

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Übrigens auch ein Foto vom „Zwilling“ des Möggenried-Hauses, welches in der Marktstraße stand.

Das Möggenried-Haus ist das beste Beispiel, dass alte Häuser nicht nur altes „Glump“ (unnützes Zeug) sind und abgerissen gehören, sondern viele Geschichten erzählen können. Und ob die Häuser, die wir jetzt bauen, nach so vielen Jahrhunderten auch noch Geschichten erzählen können, ist doch sehr fraglich. Viele sind nach einigen Jahrzehnten schon fast abbruchreif.

Die Fotos können wieder einzeln angeklickt und größer angeschaut werden.

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