Willkommen unterm Regenbogen

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Heute möchte ich euch ein Buch empfehlen, das beeindruckendsde, welches ich je in meinem Leben gelesen habe.

Eigentlich nicht nur ein Buch, sondern ein wohl ziemlich einmaliges Zeugnis der Geschichte. Der Geschichte im Osten Europas. In einer kleinen Stadt namens Zólkiew, damals Polen, heute Ukraine, mit dem Namen Schowkwa Wikipedia>>>> .

Von 4400 jüdischen Einwohnern lebten bei der Befreiung am 24. Juli 1944 noch 70. Alle anderen starben im Vernichtungslager Belcek, im Ghetto oder wurden in der Nähe der Stadt erschossen.

Das Städtchen liegt nahe der bekannten Stadt Lemberg, Austragungsort der Fußball-EM 12 und jetzt wieder in den Schlagzeilen.
Ab 1867 unter der Doppelmonarchie Österreich/Ungarn hatten die Lemberger die österreichische Staatsbürgerschaft und wurden vorher auch schon von den Habsburgern regiert. Das und mehr nachzulesen bei Wikipedia>>>>

Und ist etwa 150km entfernt vom Vernichtungslager Auschwitz.

Clara Kramer

Eine Handbreit Hoffnung 

Die Geschichte meiner wunderbaren Rettung vor den Nazis

Klappentext:

Claras Tagebuch

Polen 1942: Ausgerechnet der Nazi Beck versteckt Clara und ihre jüdische Familie in einem Erdloch unter seinem Haus. Clara gelingt es, dort Tagebuch zu führen.

Sie beschreibt die fürchterlichen Lebensbedingungen, die fürchterliche Enge, das grausame Stillhalten-Müssen

und die Todesangst, wenn über ihren Köpfen- kaum eine Handbeit entfernt- die deutschen Besatzer ihre Reden schwingen, die Dielenbretter unter den polternden

Stiefeln ächzen.

Mehr als sechzig Jahre danach erzählt Clara nun ihr Schicksal: wie trotz des Krieges stets die Hoffnung in ihrem Herzen weiterlebte – und sie gerettet wurde.

Und wie letzten Endes ihre Aufzeichnungen bei Kriegsende auch zum Rettungspfand für die Familie Beck wurden.

Claras Erzählungen gehen tief unter die Haut und treffen mitten ins Herz. Berührend, aufwühlend und erschreckend. Sie erzählt von Stalins Schreckensherrschaft und vom Leben mit dem Krieg.

Polen, die ihre jüdischen Nachbarn verraten, oft für nur eine Ration Schnaps. Von der antisemitischen ukrainischen Bevölkerung und Polizisten, die schießwütiger waren als die Nazis. Von Juden, die sich nur um sich gekümmert haben und die wohl auch das Verhungern von Kindern in Kauf genommen hätten, obwohl es ihnen anders möglich gewesen wäre.

Und natürlich von den Gräueltaten der Nazis. Deren Grausamkeiten schon beim lesen oft kaum zu ertragen sind. Hin-und wieder war eine Pause nötig, um das alles zu verarbeiten.
Manchmal kann man sich aber auch irren und der großmäuligste Nazi hat doch ein Herz, das zeigt sich in der Geschichte auch.

Was Menschen ertragen mussten und können, wenn ihnen keine andere Wahl bleibt und was Menschen anderen antun können, ist schier unfassbar.

Manchmal meint man, sie müssten daran verzweifeln.

Und dann sind da noch Becks, die allen Widerständen zum Trotz und unter Einsatz ihres Lebens, diese Menschen verstecken. Obwohl der Volksdeutsche Beck, Juden hasst.

Sie sind die Handbreit Hoffnung und das zeigt mal wieder mehr als deutlich, dass es vollkommen egal ist, aus welchem Land jemand kommt und welchen Glauben die Menschen haben. Jetzt immer noch ein aktuelles Thema.

Die Becks waren ihnen nach dem Krieg näher, als Blutsverwandte.

Den Schluss des Buches, musste ich gleich mehrmals lesen. So wie einem vorher aus jeder Zeile der Schrecken und die Todesangst fast fühlbar „entgegen sprangen“, „entströmt“ den letzten Zeilen ein unglaubliches Glücksgefühl, überlebt zu haben und Menschen bei sich zu haben, denen man näher ist, als sonst jemandem auf der Welt.

Claras Schilderung vereint alle menschlichen Stärken und Schwächen und zeigt, wie Menschen in Extremsituationen reagieren. Das ist bis heute so.

Clara Kramer schreibt als Widmung:

Für meine Eltern,

die mich Mitgefühl und Anstand lehrten;

für meine kleine Schwester,

die mir zeigte, was wahrer Mut ist;

und für die Becks,

die mir das Leben retteten und mir den

Glauben an die Menschheit zurückgaben.

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Die 1927 geborene Clara Kramer, lebt jetzt in den USA und hält selbst in ihrem hohen Alter, noch viele Vorträge vor Schülern und Studenten und liest aus ihrem Buch (zumindest vor 5 Jahren noch).

Ihr Tagebuch wird im Holocoust Memorial Museum in Washington D.C. aufbewahrt.

Das Haus mit dem Kellerversteck, gibt es auch noch. Es gehört jetzt einem ukrainisches Paar, das den Besuchern aus den USA freundliche Aufnahme gewährte.

Offensichtlich Menschen, die sich der Tragweite der Dinge die dort geschehen sind, bewusst sind. Und somit helfen, das Vermächtnis und die Erinnerung daran, zu bewahren.

Die Becks wurden 1995 in der Gedenkstätte Yad Vashem in Israel geehrt. Ihre Tochter Ala pflanzte im Garten der Gerechten einen Baum.

Mein Fazit:

Man kann sich vor Clara Kramer und dem, was sie tut, nur tief verneigen. Und ihr (Tage-) Buch, ihr Vermächtnis, sollte keinesfalls ungelesen bleiben!

Es ist Erinnerung, Mahnung und Geschichtsunterricht, wie er lebendiger nicht sein kann. Mahnung, so etwas nie wieder geschehen zu lassen!!!
Heute jährt sich auch der Bombenangriff auf Pforzheim. 17 000 Menschen starben dabei. Fast das ganze Stadtzentrum wurde zerstört. Und die Rechten haben einen Fackelzug angekündigt! Die Toten werden sich im Grab umdrehen.

Die Originalausgabe erschien 2008 unter dem Titel „Clara`s War“ bei Ebury Press.

Und die deutsche Originalausgabe 2009 im Droemer Verlag, Ein Unternehmen der Droemerschen Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. GmbH & Co. KG, München

ISBN 978 -3-86800-387-1

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Kommentare zu: "Bücherwurm…“Eine Handbreit Hoffnung“" (24)

  1. Mein Stapel der ungelesenen Bücher ist leider schon ziemlich groß. Aber ich packe das Buch mal auf die papiergewordene Wunschliste. Irgendwann fällt ja vielleicht mal Zeit vom Himmel.

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  2. Über Umwege bin ich zu dir gekommen, finde dich nicht im Reader 😦

    GLG Mathilda ♥

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    • Der Reader spinnt schon die ganze Zeit…bei mir geht es zur Zeit wieder… der von der App allerdings nicht… jetzt sind wahrscheinlich Andere dran. 😉
      WP bastelt wohl, die App kam jetzt auch schon wieder neu.

      GLG
      Ute ♥

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  3. Danke für den Tipp, liebe Ute. Wenn Bücher bewegen, berühren, zum Nachdenken anregen, erinnern, mahnen…dann hat es sich gelohnt, sie zu lesen. Ich kenne das Buch zwar nicht, habe jedoch sehr viel Literatur über diese Zeit gelesen, und für ein Projekt vor Jahren, mit verschiedensten Menschen gesprochen, die die Zeit miterlebt hatten. Das Gefühl was Du beim Lesen des Buches beschreibst, kenne ich. Und ja, die Überlebenden dieser Zeit werden immer weniger, was es nicht einfacher macht. Eine Handbreit Hoffnung tut dabei gut.
    Liebe Grüße
    Stefan

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    • Nicht für ein Projekt, aber privat, hatte ich auch viele, die mir aus dieser Zeit erzählt haben. auch sehr schlimme Dinge. Und aus dem Ghetto in Theresienstadt.
      Das Buch hat trotzdem nochmals viele neue „Erkenntnisse“ gebracht. Und das kann auch kein Geschichtsbuch leisten. Dort sind über die Ereignisse ein paar „kalte“, sachliche Dinge geschrieben. die menschlichen Tragödien dahinter und was sie nach sich ziehen, stehen dort nicht. Es hilft zu verstehen, auch die Gegenwart. Es berührt das Innerste. Und solche Bücher werden immer wichtiger, weil es eben fast niemanden mehr gibt, der etwas erzählen kann.
      Liebe Grüße
      Ute

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  4. DANKE dir liebe UTE für den BücherTIPP……….HERZlichst und einen guten SonnTAG gewünscht….HERZlichst ANDREA:))

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  5. Liebe Ute danke für den Tipp, das wandert auch auf die Leseliste.

    Liebe Grüße Sina

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  6. solle man sich wohl besorgen

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    • Ja unbedingt, du wirst nicht nur über die jüdische Geschichte lernen, sondern auch über Flucht und Vertreibung und mehr… diese Zeilen wirst du nie wieder vergessen! Das sollte man auch nicht!

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  7. Danke für diesen Buch-Tipp!… Mich hat allein deine Schilderung sehr betroffen gemacht…

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    • Bitte gerne doch, es ist mir ein Bedürfnis. Und du lernst nicht nur über die Geschichte der Juden…..ein paar „kalte“ Zeilen in Geschichtsbüchern vergisst du irgendwann wieder…diese Zeilen wirst du nie vergessen!

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  8. Ich hoffe das alle aus der Geschichte gelernt haben!

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    • Viele schon, aber so mancher auch nicht. Das zeigt wieder, dass die geistigen Erben derer, die diesen Wahnsinn angezettelt haben, Fackelzüge zum Gedenken veranstalten. Schlimmer kann man das Andenken an die Opfer nicht beschmutzen!

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  9. Das hört sich sehr interessant an. Danke für den Tipp.
    LG Anna-Lena

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    • Das ist es liebe Anna-Lena! Und nicht nur das. Wer weiß schon, was damals zwischen den Völkern dort passiert ist. Das sind ein paar „kalte“ Zeilen im Geschichtsbuch, die du wieder vergisst. Die Zeilen aus dem Buch wirst du nie wieder vergessen. Und daraus erklärt sich auch, warum die Polen aus dem Osten, ins westliche Polen geflüchtet sind und dort ihrerseits die Deutschen vertrieben haben. So viel Leid und Elend.
      Bitte gerne doch, es ist mir ein Bedürfnis.
      Liebe Grüße
      Ute

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