Willkommen unterm Regenbogen

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Nicht nur, dass deutsche Konzerne Zwangsarbeitern eine Entschädigung für die während der Nazi-Herrrschaft geleistete Arbeit verweigern und jahrelang prozessieren, bis auch der letzte Zwangsarbeiter gestorben ist….

Nein, auch die Deutsche Rentenversicherung wies jahrelang unter fadenscheinigen Begründungen, Rentenanträge von polnischen Juden zurück. Nicht für Zwangsarbeit, sondern für eine ihnen seit 1997! zustehende Ghettorente.

Von den Nazis in Ghettos gezwungen, leisteten, um zu überleben, auch Kinder schwerste Arbeit, oft für einen Teller Rübensuppe. Ihnen werden nun selbst die paar Euro Rente dafür verweigert.

Weil sie zum Beispiel vom Vorarbeiter geschlagen wurden. Somit werden sie als Zwangsarbeiter und nicht als Ghettoarbeiter eingestuft.

Das ist unglaublich und soooo beschämend!!! Zynischer geht es nicht mehr!

Im Gegensatz dazu, wurde bereits in den 1950´er Jahren gesetzlich festgeschrieben, dass SS-Angehörige ihre vollen Rentenbezüge erhalten!!!
Und sicher nicht nur 150€!

Da fällt einem nichts mehr ein! Der Gesetzgeber sollte dringend überprüfen, was in den Gesetzen steht!

Wenn man dann unsern Bundespräsidenten, wie kürzlich im Ghetto Theresienstadt, „große Reden“ schwingen hört oder mit einer Holocoust-Überlebenden durch Buchenwald gehen sieht, kommt einem, angesichts solcher Fakten, doch der Gedanke an Heuchelei in den Sinn!
Er sollte deswegen im Hinblick auf heutige Konflikte, „seinem“ Volk nicht vorwerfen, sich hinter der „großen Schuld“ zu verstecken ( O-Ton Herr Gauck), sondern sich wohl besser (auch) darum kümmern, dass den Opfern nicht (schon wieder) neues Unrecht angetan wird!

Den vollständigen Beitrag von Frontal 21, kann man HIER ANSEHEN >>>

Den Bericht vom Bundespräsidenten und der Holocoustüberlebenden (KZ Auschwitz) in Buchenwald, kann man HIER ANSCHAUEN >>>

Und weil wir gerade beim KZ Buchenwald sind…. dort wurde letzten Sonntag eine Gedenkstätte, u.a. für Dietrich Bonhoeffer, geschändet.
Nachzulesen HIER >>>

Den aufrichtigen Menschen und evangelischenTheologen Dietrich Bonhoeffer verehren wir sehr. Sein Gebet und später Lied, welches er seiner Verlobten zum Jahreswechsel 1944/45 aus der Haft geschickt hat, haben wir auch dem Soldaten gewidmet, dessen Briefe wir veröffentlicht haben.
Es hat, seit es Dietrich Bonhoeffer geschrieben hat, sicher viele Menschen getröstet.
Dietrich Bonhoeffer wurde wegen Wehrkraftzersetzung inhaftiert und am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg hingerichtet. Seine letzten Lebenswochen verbrachte er im Kellerarrest in Buchenwald.

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

(Kehrreim)
Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.

Noch will das Alte unsere Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das du uns geschaffen hast.

Und reichst du uns den schweren Kelch, den bitteren,
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken
und dann gehört dir unser Leben ganz.

Lass warm und hell die Kerzen heute flammen
die du in unsere Dunkelheit gebracht,
frühr, wenn es sein kann, wieder uns zusammen
Wir wissen, dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet
so laß uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all deiner Kinder hohen Lobgesang.

Dietrich Bonhoeffer

Und nein, Menschen die um ihre im Krieg gefallenen Angehörigen trauern, sind nicht glückssüchtig! (Auch O-Ton Herr Gauck)
Auch nicht die Angehörigen der Toten der heutigen Konflikte! Denn jeder Mensch, der in einem Krieg sein Leben lässt, ist einer zuviel!

Deswegen ist es viel besser, das Vermächtnis der Menschen einzulösen, die den Krieg erleben mussten.
„Es darf nie wieder ein Krieg von deutschem Boden ausgehen!“

Vielleicht würde er seine Meinung ja bei den Briefen aus Stalingrad ändern?
Am Charakter von Kriegen und dem Leid welches sie auslösen, hat sich bis heute nichts geändert!

Die Liedermacherin Bettina Wegner hat einen Song, der passender nicht sein könnte… „Soldaten“ HIER KLICKEN >>>

 

Zu denken geben sollte uns, wie manche (eigentlich gebildeten) Menschen heute über die Hinrichtung von Dietrich Bonhoeffer denken.
Neben anderem HIER NACHZULESEN >>>>

 

 

 

 

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Kommentare zu: "Schämen „die“ sich nicht?!" (19)

  1. Manchmal, ach, immer öfter, wird mir hierzulande so sehr schlecht, daß ich gar nicht so viel essen könnte, wie ich k.otzen könnt’… Viele, sehr viele der einstmals bis ins Mark und Bein braun gefärbten Herrschaften wuschen sich nach dem Zusammenbruch des Dritten Reichs rein, und wurden Mitbegründer der Bundesrepublik Deutschland. Da nimmt es nicht weiters wunder, daß ein derartiger Zynismus zutage tritt, wenn es z. B. um den Unterschied zwischen Zwangsarbeiter/in und Ghettoarbeiter/in geht…
    Was den „Heiligen“ Johann Bundesgrüß anbelangt – da schweigt jetzt lieber des Sänger’s Höflichkeit…
    ♥liche Grüße!

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    • So ist es leider! Und mir kommt „der“ viel eher „unheilig“ vor. Sollte sich ein Beispiel an der Liedermacherin Bettina Wegner nehmen, die ist wesentlich aufrechter!

      Liebe Grüße
      Ute

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  2. Zum Schämen gehört auch Rückgrat. Umso mehr ist es wichtig, dieses Thema immer wieder in die Öffentlichkeit zu bringen.
    Übrigens bin ich zu Bonhoeffer u.a. über London gekommen, wo es eine Bonhoeffer-Gemeinde gab und ich die Gelegenheit hatte, mit mehreren Personen sprechen zu können, die ihn noch persönlich kennengelernt hatten. Auch wenn dies schon einige Jahre zurück liegt, erinnere ich mich gerne an diese Zeit zurück.
    Liebe Grüße
    Stefan

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    • Manchmal kommt man über Umwege zu Dingen, die eigentlich räumlich viel näher dran wären. Ich hätte auch gern mit den Personen gesprochen. An sowas erinnert man sich dann sicher gerne. 🙂

      Ja, Rückgrat gehört dazu, leider haben das viele, die was zu sagen haben, nicht. Und man muss es wirklich immer wieder ansprechen. Auch, wenn es vielen ziemlich egal ist. Und gerade habe ich von einem Gerichtsurteil in der Schweiz gelesen, dass ich nicht wirklich nachvollziehen kann.
      http://israswiss.me/2014/05/30/israelitischer-gemeindebund-hitlergruss-sollte-verboten-sein/

      Liebe Grüße
      Ute

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      • Ereignisse, die lang zurück liegen, und deren Opfer haben meistens keine Lobby mehr. Doch das ist ein großes Thema, wo die Kommentarfunktion nicht ausreicht.
        Über das Urteil kann man nur den Kopf schütteln. Egal ist es nicht, weil es schlimmste Erinnerungen und Geschichte simplifiziert und damit enttabuisiert.
        Frei nach Brecht, ziehen wir den Vorhang für den Moment zu und noch viele Fragen bleiben offen.
        Liebe Grüße und Dir bitte die Gute Nacht
        Stefan

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      • Das sehe ich auch so… und dir auch eine gute Nacht und
        Liebe Grüße
        Ute

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    • Mir fiel gerade noch ein, dass Bettina Wegner einen sehr passenden Song dazu hat.

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  3. Ja es ist elendig, was die da alles verhackstücken.
    Aber mein Vater hat auch nie Rente bekommen, obwohl er in Rußland einen Oberarm-Durchschuß bekam, nur weil er sich gerade nach seinem Gewehr beugte. Sonst wäre sein Herz getroffen worden. Aber er konnte seinen Beruf als Tischler nicht mehr ausüben, der der linke Arm keine Kraft mehr hatte. Er musste also als Hilfsarbeiter, Lagerarbeiter das Geld für seine 5-köpfige Familie verdienen.
    Aber an Rente nicht zu denken…

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    • Ja klar, an das „Fußvolk“ denkt keiner… die dürfen nur den Kopf hinhalten, Macht, „Ehre“ und Geld streichen Andere ein, die dann aber nicht teilen. Siehe die Konzerne. Es geht nur darum und Leute wie Hitler, die das Volk mitreißen können, kommen denen gerade recht, um zu bekommen, was sie wollen. Völlig skrupellos. Leiden muss dann nur das Volk.
      Was anderes ist das bei der Elite, wie du an den Renten sehen kannst. Damit sind Altersrenten und nicht etwa Erwerbsminderungsrenten gemeint. Für die gibt es auch gute Posten, bis hin zum Ministerpräsidenten.
      Gut sehen kannst du das u.a. auch an General Paulus. Die Soldaten durften sich nicht ergeben,da hat er den letzten Rest auch noch vollends ins Unglück gestürzt. Er selbst hat sich den Engländern ergeben, wurde gut behandelt und sich schließlich den Russen angebiedert. Dann hat er bis zu seinem Lebensende, in einer Villa auf dem Dresdner Weißen Hirsch (Prominentenviertel oberhalb von Dresden) gewohnt.
      Wo hat dein Vater gewohnt? Sicher nicht in einer Villa im Prominentenviertel… oder?
      Oder denk an Wernher von Braun… da war die Vergangenheit auch egal…

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  4. Claudia schrieb:

    Find ich gut, dass Du Deinem Ärger hier Luft machst, liebe Ute, sind ja auch in der Tat Ungeheuerlichkeiten! Zufällig passend zum Thema höre ich gerade Songs from Mauthausen, gesungen von der wunderbaren, einzigartigen Maria Farantouri, die „Muse“ von Mikis Theodorakis, welche immer wieder auf politische Missstände aufmerksam machte.

    Sie hat so eine santige, wohltuend temperierte Stimme, dunkles Timbre, die die Seele des Zuhörers streichelt und sein Herz berührt! *schmelz*.

    Ich wünsche Dir trotzdem schon mal einen tollen Start ins WE!

    Claudia ❤

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    • Ja darüber sollte man nicht schweigen…und weniger um dem Ärger Luft zu machen, (auch natürlich) aber eigentlich eher, damit es noch mehr Leute lesen und das Thema nicht in Vergessenheit gerät. Das sollte es nie!

      Und Musik ist auch ein gutes Ausdrucksmittel. Wer es kann… Bettina Wegner hat einen sehr passenden Song dazu, fiel mir noch ein…

      Dir auch ein ganz schönes Wochenende
      ❤ Ute

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  5. Danke Ute ist ja wirklich Unglaublich man soll es nicht meinen,Wünsche dir auch einen sonnigen Tag heute scheint etwas sie Sonne ist aber noch zu frisch.Gruß Gislinde

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  6. Unglaublich, manches Mal denke ich mir ich lebe in einer verkehrten Welt…

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  7. das kannste laut sagen…HERZlichste GRÜßE an dich liebe UTE…

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