Willkommen unterm Regenbogen

Briefe eines Soldaten…-letzte Worte-

Nachwort:
Der Brief vom 1.1.1943 war der letzte Brief von ihm. Die an ihn gesendeten Briefe kamen alle zurück.
Der innige Wunsch des Soldaten, einmal Urlaub zu haben und seine Lieben in die Arme schließen zu können, ist leider nicht mehr in Erfüllung gegangen, ebenso nicht der, den Frieden zu erleben.
Er hat seine letzte Ruhe und (hoffentlich) seinen Frieden, irgendwo in oder um Stalingrad gefunden. Wo genau, weiß niemand. Er wurde nie gefunden.

Seine Angehörigen sind übrigens nicht wütend auf die „Russen“ und auch nicht auf englische Bomberpiloten, die Städte wie Dresden in Schutt und Asche gelegt und tausenden Menschen Tod und Leid gebracht haben.
Sondern auf diejenigen, die das wirklich zu verantworten haben, wie z.B. General Paulus, der sich erst den Engländern ergeben hat (etwas, was er seinen Soldaten nicht zugestanden hat) und von ihnen anständig behandelt wurde. Und sich später den Russen „angedient“ und bis zu seinem Lebensende, in einer Villa auf dem „Weißen Hirsch“ (Prominentenviertel oberhalb von Dresden) gut gelebt hat.
Und auch so einige deutsche Großunternehmen stehlen sich bis heute heimlich, still und leise aus der Verantwortung, die sie eigentlich hätten. Und leben gut vom damals verdienten Geld.

Die Aussage der Angehörigen, dass Deutschland sich “ versündigt“ hat, kann man nur unterstreichen. Die nachfolgenden Generationen können daran nichts mehr ändern, aber haben sehr wohl die Pflicht und Schuldigkeit dafür zu sorgen, dass solche Leute nie wieder das Sagen haben!!!
Denn Krieg kennt keine Sieger, sondern nur Verlierer!
Und nicht zu vergessen, bei der über 900 Tage dauernden Leningrader Blockade durch die Deutschen, gab es schätzungsweise 1 Million Tote. Schon im Herbst 1941 gab es dort weder Hunde, Katzen noch Ratten. Es wurden Lederwaren und Tapetenkleister gekocht! Es ist jedem nahezulegen, das mal nachzulesen.
Zur Mahnung und gegen das Vergessen! für nachfolgende Generationen, zur Erinnerung und zum Gedenken aller, die durch Krieg und Gewalt um’s Leben gekommen sind oder ihnen schweres Leid zugefügt wurde.

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Kehrreim: Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.

Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das du uns geschaffen hast.

Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört dir unser Leben ganz.

Laß warm und hell die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so laß uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all deiner Kinder hohen Lobgesang.

Geschrieben von Dietrich Bonhoeffer
Einem Theologen, der das Gebet (und später auch Lied), seiner Verlobten aus der Haft, zum Jahreswechsel 1944/45 schickte. Geschrieben in auswegloser Situation, er wurde wegen „Wehrkraftzersetzung“ von der Gestapo festgenommen und später hingerichtet.

Und hier noch ein Beispiel, wie manch (studierter!) Zeitgenosse, heute über Dietrich Bonhoeffer denkt…

Am 24.11.2012 wurde auf dem Sonderburschentag in Stuttgart, der Chefredakteur der Verbandszeitung, Norbert Weidner, abgewählt.
Dies geschah auf Betreiben des national-liberalen Flügels. Und hier von der Münchner Burschenschaft Arminia-Rhenania, der auch der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Herr Uhl (CSU) angehört. Beim letzten Treffen scheiterten sie noch damit. Es gibt auch noch einen rechtsextremen -ultranationalen Flügel.

Weidner hatte Dietrich Bonhoeffer als „Landesverräter“ und seine „Hinrichtung als rein juristisch gerechtfertigt“! bezeichnet.
Es besteht ein Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bonn gegen ihn. Weidner wehrt sich dagegen, im Januar soll es zum Prozess kommen.

Hans Peter Uhl sitzt im Bundestag und wo (auf welchen gut bezahlten Posten in Wirtschaft etc.) sitzen die Rechtsradikalen-Ultranationalen?

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Kommentare zu: "Briefe eines Soldaten…-letzte Worte-" (7)

  1. Ich bedanke mich, dass ich diese Briefe lesen durfte und bin tief bewegt. Wir hatten auch einen jungen Mann in der Familie, Arthur, der Bruder meiner Oma, der in Stalingrad blieb. Es ist immer wieder Thema in meiner Familie und gerade diese Beispiele sind der Grund, warum ich meinen Töchtern Geschichte näher bringe. Nur wer die Geschichte kennt, kann die Zukunft ändern. Herzlichen Dank!

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    • Wir danken auch, für`s lesen und den Kommentar!
      Aber erst mal HERZLICH Willkommen hier!

      Und wie wahr… „nur wer die Geschichte kennt, kann die Zukunft ändern“!
      Leider vergessen die Menschen immer viel zu schnell, was in ihrer Geschichte war. Und machen immer wieder die gleichen Fehler. Geschichte sollte auch in der Schule einen viel höheren Stellenwert haben. Und wie gut, dass es Eltern gibt, die ihren Kindern die Geschichte näher bringen! Ein herzliches Dankeschön dafür! 🙂

      Ich finde es inzwischen immer wichtiger, dass Briefe etc. veröffentlicht werden. Denn die Zeitzeugen sind fast alle tot und wer soll dann davon etwas erzählen?
      In vielen Familien wird/wurde auch nicht darüber gesprochen. Und wer liest in der Vitrine im Museum, schon Tagebücher oder Briefe, sofern das hinter Glas überhaupt möglich ist.
      Bleiben nur noch Bücher. Sonderlich viele gibt es davon aber auch nicht.

      Ich glaube, Menschen die man durch solche Umstände verloren hat, vergisst man erst recht nicht! Kriege sind für den normalen Menschenverstand eigentlich nicht zu begreifen. Ich hoffe sehr, Arthur hat auch seinen Frieden gefunden. Und gut, wenn ihm gedacht wird! ❤

      Maßlos enttäuscht, fassungslos und auch wütend, bin ich allerdings über Sätze, wie der unseres Bundespräsidenten… dass Menschen, die um ihre, im Krieg gefallenen Angehörigen (auch die der heutigen Konflikte) trauern, glückssüchtig sind.
      Wie kann man nur so etwas sagen und das noch in der Position und als ehemaliger Pastor. Für ihn wären solche Briefe vielleicht auch mal eine gute Lektüre.

      Herzliche Grüße
      Ute

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  2. Ich hab jetzt alle Briefe gelesen.
    Erschütterndes Dokument, wie ein junger Mann seinen Glauben verliert, was kein Wunder ist.
    Tragisch sein Ende, ohne dass die Angehörigen wissen was ihm passiert ist.

    Ich hoffe dass wir nie nie wieder einen Krieg erleben müssen, also unser Land, ich persönlich habe Gott sei dank keinen erleben müssen.
    Leider ist ja immer irgendwo auf der Welt Krieg 😦

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    • Oh diesen Kommentar habe ich übersehen. Sorry! Ja, mich haben diese Briefe auch sehr berührt. Und es bleibt zu hoffen, dass er seinen Frieden wenigstens im Tode gefunden hat. Er bringt für alle Seiten nur Leid. Um so erschütternder war es letztes Jahr für mich, einen Jugendlichen bei der Computerspielemesse in Köln, im TV sagen zu hören, er möchte gern zur Bundeswehr, weil er wissen möchte, wie Krieg ist! Ich glaube nicht, dass er das möchte und die Bundeswehr rekrutiert auch hoffentlich nicht solche Leute. Sie hatte dort auch einen Stand. U.a. das hat mich bewogen, die Briefe zu veröffentlichen. Eigentlich sollten ja die täglichen Bilder in den Nachrichten reichen, aber die schauen die jungen Leute wahrscheinlich nicht. Liebe Grüße Ute Und ich möchte auch nie Krieg erleben müssen.

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      • Darf ich dich fragen wie du an die Briefe kommst?
        Ich weiß dass mein Schwiegervater, einiges an derartigen Dokumenten hortet, ich denke das wird mein Mann “ mal“ bekommen,..

        Weißt du ich glaube die jungen Menschen haben einfach keine Vorstellung, was KRIEG wirklich ist.
        Ich wünsche den jungen Männern dass sie diese Erfahrung nicht machen müssen.

        Bei uns müssen alle jungen Männer für eine gewisse Zeit zum Heer, nach abgeschlossener Schulausbildung und vor dem Beginn eines Studiums natürlich.
        Sprich wir haben auch kein Berufsheer wie ihr in D, hier muss für eine Zeit jeder ran.
        Vor kurzem gabs hier eine Volksbefragung zu dem Thema, wir Österreicher wollen auch kein Berufsheer haben, sagt die Meerheit.

        Und, vielen Dank fürs veröffentlichen.
        Ich mach den 2. Weltkrieg kaum zum Thema auf meinen Blogs, wohl aber den aus den 90er Jahren im Ex Jugoslawien, weil man einfach Zeugen dieser Zeit noch an jedem Eck in Kroatien findet.

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      • Sowas in der Richtung deines Schwiegervaters, aber nicht gehortet. 😉
        Nein, haben sie nicht. Irgendwie ist das nur von Fotos für sie nicht greifbar. Obwohl im TV genügend Kriegsbilder kommen, nicht nur aus dem 2. Weltkrieg….an denen man schon ermessen könnte, wie das ist.
        Wir haben eben schon sehr lange gute und friedliche Zeiten, was ein großes Glück ist!

        Hier war es ja auch mal so wie bei euch. Die Berufsarmee gibt es ja noch nicht so lange.

        Bitte, gerne und der 2. Weltkrieg ist hier einfach noch „am nächsten dran“. Und in Deutschland gibt es wahrscheinlich keine Familie, die nicht irgendwie persönlich betroffen war. Nur viele wollten oder konnten nichts erzählen, weil die Erlebnisse einfach zu schlimm waren. Und viele wollten auch nichts hören. Obwohl die Augenzeugen immer weniger werden. Ein paar gibt es noch.
        Aber ich kannte auch genügend Menschen, die mir was erzählt haben, diese Berichte werde ich nie vergessen. Einige wenige gibt es noch.
        Und klar, Kroatien ist ja noch nicht so lange her.

        Liebe Grüße
        Ute

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      • Ist hier genau so Zeitzeugen gibt’s es noch immer, allerdings werden die naturgemäss immer weniger.
        Meine Oma hat mir immer wieder Geschichten erzählt, und da war ich so wie du sehr geschockt.
        Dokus sowie Bücher über das Thema haben wir natürlich auch gelesen und gesehen, bewonders wieder als unsere Kinder zu fragen begannen.
        Wir haben in der Schule noch mehr gehört davon, jetzt dürfte das in Geschichte immer weniger werden, wo die Kinder informiert werden.

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