Willkommen unterm Regenbogen

Archiv für die Kategorie ‘Bücher’

Der Bücherwurm empfiehlt…

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Fortbildungsunterricht und nachher noch Zeit bis der Zug fährt? Macht nichts, mich zieht es dann immer magisch zu den Auslagen der Bahnhofsbuchhandlung. Und mal wieder habe ich ein Schätzchen entdeckt, welches mich unwiderstehlich anzog.

Und auch gut, wenn man nicht so viel oder zu manchen Zeiten gar nicht in die Flimmerkiste schaut. Da kennt man auch so manchen Promi nicht. Sonst hätte ich es vielleicht gar nicht gekauft.

Und das wäre ein großer Fehler gewesen!

Im allgemeinen nervt es mich nämlich eher, dass jetzt jeder Promi meint, er müsste ein Buch schreiben. Bis auf wenige Ausnahmen, lasse ich die Bücher dort, wo sie stehen…im Regal…
Der Name der Autorin dieses Buches sagte mir auch nichts…
Anne Gesthuysen.
Erst später beim durchblättern las ich, dass sie das ARD-Morgenmagazin moderiert und die Frau von Frank Plasberg (Hart aber fair) ist. Aha…
Aber bereits die ersten Seiten ließen mich erahnen, dass dies kein Fehlgriff war. 🙂

Der Name des Buches ist: Wir sind doch Schwestern.

Klappentext:

Gertrud wird 100. Das Geheimnis ihres langen Lebens: >>Starker Kaffee ohne alles und jeden Tag um elf Uhr einen Schnaps.<< Mit ihren Schwestern Katty und Paula lädt sie zum großen Fest. So unterschiedlich die drei sind, haben sie doch vieles gemeinsam: Eigensinn, Humor und Temperament, das in diesen Tagen auch mal mit einer alten Dame durchgeht; schließlich lauert hier auf dem Tellemannshof in jedem Winkel die Erinnerung….

Die Autorin hat in dem Buch sehr amüsant, mitreißend und mitfühlend, teilweise die Lebensgeschichten ihrer Großtanten vom Niederrhein „verwurstet“,

Oder um nochmals aus dem Buch zu zitieren,

Große Lebensgeschichten mischen sich mit wunderbaren Anekdoten, das Weltgeschehen mit dem Leben am Niederrhein.

Geschichten aus einem ganzen Jahrhundert, genau genommen, aus drei Jahrhunderten. Die Lebensgeschichten beginnen Ende des19.Jh., der hauptsächliche Teil ist im 20.Jh. und enden am Beginn 21.Jahrhunderts.
Eine nicht ganz kleine Rolle, spielt dabei auch der Politiker Heinrich Hegmann. Mit ihm bekommt man auch ein Gefühl, wie Politik „geht“.
Verwoben mit der Gegenwart, ergeben sie ein Feuerwerk von Geschichten, von denen jede einzelne mehr als lesenswert ist!
Mehr muss man dazu gar nicht schreiben, nur….
Ein absolut empfehlenswertes Buch!

Oder um das BuchMagazin zu zitieren…

Ein unwiderstehliches Buch: so komisch wie berührend, so liebevoll wie wahrhaftig.

Hier die Taschenbuchausgabe von Piper, erschienen im März 2014.
Das Original ist 2012 bei Kiepenheuer&Witsch erschienen.
ISBN 978 3 492 30431 3

Mancher mag es aus Presseveröffentlichungen oder Bestsellerlisten schon kennen. Ich schaue aber selten in irgendwelche Listen und kaufe Bücher nach Gefühl. Sie dürfen auch schon älter sein. Und mit diesem hat mein Gefühl mich, wie sehr oft, nicht betrogen!

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Zentralrat der Juden besorgt über rechte Kräfte in Regierung

Ein sehr interessanter Artikel zum Thema Rechte und Antisemitismus in der Ukraine. Auch über die Geschichte des Antisemitismus dort. Was von westlichen Politikern leider weitesgehend ausgeblendet oder unterschätzt wird.
Wirtschaftliche Verhandlungen mit der nicht demokratisch gewählten Übergangsregierung, in der auch die rechte Gruppierung „Swoboda“ vertreten ist, sind bereits im vollen Gange. Die möchte man wahrscheinlich nicht gefährden. Hoffentlich „verhandelt“ die Politik endlich auch darüber! Das wäre mehr als wichtig. Solche Leute sollten keine Macht bekommen! Sie sind schon in zu vielen Ländern in Westeuropa vertreten!
Nicht nur der Zentralrat der Juden sollte besorgt sein, die bekommen uns allen nicht gut!
Und allen nochmals wärmstens ans Herz gelegt, das Buch „Clara’s War“ bzw. die deutsche Ausgabe, „Eine Handbreit Hoffnung“ von Clara Kramer. Die Geschichte eines jüdischen Mädchens, dass die NS-Zeit in einem Kellerversteck überlebt hat. In der Nähe von Lviv (Lemberg)/Ukraine. Es zeigt deutlich auch den Antisemitismus von Ukrainern auf. Leider immer noch hochaktuell. Wir hoffen, es wird bald auch wieder in Buchform. aufgelegt.

JNS - ISRASWISS

268017330 Die nationalistische Partei „Swoboda“ und „Rechten Sektor“ sind jetzt auf der Krim verboten.

Der Zentralrat der Juden zeigt sich beunruhigt angesichts rechter und ultranationalistischer Kräfte in der ukrainischen Übergangsregierung. «Hier muss Europa ganz genau hinsehen, kritisch und ohne Naivität, und darauf achten, dass Rassismus und Antisemitismus in der Ukraine nun nicht etwa salonfähig werden», sagte der Präsident des Zentralrats, Dieter Graumann, am Mittwoch «Handelsblatt Online».

«Unter keinen Umständen dürfen wir hinnehmen, dass in dieser Zeit der radikalen Umwälzungen radikale und menschenfeindliche Gruppierungen ihren Einfluss ausweiten und Minderheiten bedrohen können.» Juden seien in solchen Situationen immer in Gefahr, «als Sündenböcke missbraucht zu werden», sagte Graumann weiter.

Die von dem Juristen Oleg Tjagnibok geführte rechtspopulistische Partei Swoboda (Freiheit) ist in der ukrainischen Regierung vertreten. Die ultranationalistische Gruppe Rechter Sektor (Prawy Sektor) gilt als militanter Kern der Proteste gegen den entmachteten Präsidenten Viktor Janukowitsch. Das Parlament der Krim hat jetzt die nationalistische Partei…

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Darf ich mich vorstellen…

Ich bin der Bücherwurm… meines Zeichens (ein) Lese-Zeichen!

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Ich bin gerne behilflich, mir die Seite zu merken, auf der meine Besitzerin, bei der ich mein „Wurmloch“ habe, aufgehört hat zu lesen.
Ohne mich werden sonst gern die Bücher mit Eselsohren und so „geschändet“. Das muss man den Armen nicht antun. Wofür gibt es mich!

Nun habe ich noch eine Aufgabe dazu bekommen, für die ich gern ein Loch bohre…
Ich darf jetzt hier Bücher vorstellen, die meiner Besitzerin richtig gut gefallen.

Also überall wo ihr mich seht, hängt an meinem Faden ein Buch, welches sich zu lesen lohnt und welches ich euch wärmstens ins Herz bohren möchte!

Herzlichst euer Bücherwurm!

Und noch eine Anmerkung zu anderen lesenswerten Dingen, wie eure Blogartikel…
Alles neu macht WP, in dem Fall die App… aber wohl nur fast richtig. Sobald man den Artikel im Reader anklickt, stürzt die Seite ab. Also bitte noch etwas Geduld, bis ich am „richtigen“ Computer lesen kann.
An dem muss ich aber erst mal die Passwörter bei Yahoo ändern, das wurde gehackt, wie zu lesen war. Ungebetene Leser in den Mailkonten hab ich nicht so gern! 😉

Bücherwurm… (aus der) „Die Spanschachtel“…

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Heute mal wieder ein Buch, welches ich gerade mit Vergnügen ausgelesen habe…

„Die Spanschachtel“ von Martha Frei

Klappentext:

„Die Spanschachtel“ ist eine kurzweilige, vergnügliche, bisweilen auch nachdenklich stimmende Sammlung von Kurzgeschichten und Erzählungen, Autobiographisches und Erfundenes aus dem Tal am Fuße des Watzmannes* und der großen, bayrischen Stadt.

Damit ist eigentlich alles gesagt…  😉

Die Autorin hat in der „Spanschachtel“ viele schöne, mit viel Herz und Seele geschriebene Geschichten gefunden.

Mit einem guten Schuss „boarischem“ Humor und liebenswerter Schlitzohrigkeit gewürzte Geschichten aus dem wahrem Leben.

Einige auch nachdenklich berührend, dramatisch oder einer zauberhaften Phantasie entstammend.

Vergnügliche Geschichten nicht nur für Menschen aus Bayern!


Mehr möchten wir hier nicht verraten, nur soviel, es wird sich sicher keinem langweilig! Ich hatte ziemlich oft ein Schmunzeln oder ein richtig breites Grinsen im Gesicht.

Und liebe Autorin…kleiner Tipp für das „nächste Leben“….

Die Liebe unter Schnecken geht in etwa soooo >>>>  😉

Und möglichst vorher beruhigend auf die Eltern einwirken, nicht dass wieder jüngere Geschwister die „Schneckenkinderstube“ für sich beanspruchen…  😉

Nix für ungut und im Ernst…. Es war mir ein Vergnügen! Und das ist von Herzen so gemeint! Dankeschön für den Lesespaß!

Erschienen bei „Books on Demand“, ISBN 9783837096453

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* Falls jemand das Tal am Fuße des Watzmannes nicht kennt…bei den untenstehenden Links gibt es einen Überblick….

Berchtesgadener Land / Königssee…HIER KLICKEN>>>

Livecams / Panoramen >>>

Monsier Linh und die Gabe der Hoffnung…

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Mal wieder ein Buch oder vielleicht besser ein „Büchlein“…aber auch kleine Dinge können „groß“ und „beeindruckend“ sein.

In dem Fall das Buch „Monsier Linh“ und die Gabe der Hoffnung“ von Philippe Claudel.

Klappentext:

In seiner Heimat hat Monsier Linh nach einem Bombenangriff alles verloren. Er flieht mit seiner Enkeltochter in ein fremdes Land, in eine kalte, verregnete Stadt.

Mit anderen Flüchtlingen wohnt er in einem Heim, wo er sich einsam und verloren fühlt. Da lernt er auf einem Spaziergang den dicklichen Monsier Bark kennen.

Monsier Bark redet und redet, obwohl Monsier Linh ihn gar nicht verstehen kann. Ohne Worte erzählen sich die beiden Männer von Glück, Sehnsucht und Hoffnung-

und teilen ein trauriges Geheimnis.

Woher Monsier Linh genau kommt, wird in dem Buch nicht erwähnt. Nach den „Erzählungen“ Monsier Linh’s von seiner Heimat, könnte der Autor eventuell an Südostasien, vielleicht Vietnam, gedacht haben.

Ich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem die Menschen so wenig in gesprochenen Worten miteinander geredet haben.

Um so mehr in Gedanken und mit wortlosem Verstehen, berührenden Gesten und Szenen. Man kann sie ganz „reell“ in Gedanken  sitzen, sich unterhalten und gestikulieren sehen.

Die zwei Männer verbindet nach einer Weile eine tiefe, spürbare Freundschaft und eine gemeinsame Vergangenheit, auf unterschiedlichen Seiten.

Für die Monsier Linh sogar aus dem Altersheim „ausbüchst“, in dem man ihn inzwischen untergebracht hat. Nur um seinen Freund, den „dicken Mann“ wiederzusehen.

Immer dabei und liebevoll von Monsier Linh umsorgt, seine Enkeltochter.

126 Seiten Wort-Poesie, von der es sich lohnt, jedes einzelne Wort zu lesen! Jedes einzelne Wort über tägliche, selbstverständlich gelebte Menschlichkeit.

Die keine großen Gesten und Spenden braucht, nur Zuhören, Verstehen, sowie sorgsam und rücksichtsvoll mit dem Anderen umgehen.

Eine Art Menschlichkeit, die uns oft verlorengegangen ist, je dicker das Bankkonto, um so geringer scheint oft die Menschlichkeit zu werden. (Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel!)

Und an die viele sich nur kurz vor Weihnachten in den großen Spendengalas erinnern.

Gerade jetzt und (leider) eigentlich immer ein aktuelles Thema.

Fazit: Absolut lohnenswert zu lesen! Und eine kleine Überraschung hält der Autor am Ende des Buches, auch noch für den Leser bereit… 😉

Veröffentlicht 2007, im Rohwolt Taschenbuch Verlag, ISBN 9783 499 24204 5

Bücherwurm… „Das Hexenbuch von Salem“…

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Für die Rauhnächte hatte ich mir Lesestoff gesucht, den ich auch schon ein Weilchen liegen habe…

„Das Hexenbuch von Salem“ von Katherine Howe…

Klappentext:

„Ein geheimnisvolles Buch.

Eine mutige Frau. Ein dunkles Geheimnis,

das Jahrhunderte zurückreicht.

Connie Goodwin ist fasziniert von den Hexenvefolgungen  im Neuengland des 17. Jahrhunderts. Auch ihre Doktorarbeit befasst sich mit diesem Thema und in den Kirchenregistern von Salem hofft sie, Originaldokumente aus dieser Zeit zu finden. Bei ihren Recherchen lernt Connie den jungen Restaurator Sam kennen, der ihr prompt seine Hilfe anbietet.

Doch den eigenartigsten Fund macht Connie im Haus ihrer verstorbenen Großmutter, das in der Nähe von Salem etwas abgelegen, in einem kleinen Küstenstädtchen liegt. Hier entdeckt Connie ein vergilbtes Pergament, das sie auf die Spur eines alten Buches  mit sonderbaren Formeln und Rezepturen bringt. Als sich Connie näher mit dem Buch beschäftigt, kommt es plötzlich zu rätselhaften Ereignissen. Offenbar wohnt den Rezepten eine magische Kraft inne – und das bringt nicht nur Connie, sondern auch Sam in höchste Gefahr.

Ein großer Frauenroman mit magischen Elementen. „

„Das Hexenbuch von Salem“ ist ein sehr spannendes und zugleich faszinierendes Buch.  Die Autorin hat eine Reihe historisch belegter Figuren eingebaut, deren beschriebenes Leben selbstverständlich nur fiktiv sein kann. Das Leben der Personen ist aber sehr gut, nach vorhandenen historischen Fakten beschrieben. Auch einige Gegenstände gibt es, wie ein beschriebener magischer Grenzstein. Zauberformeln hat sie zum Beispiel  aus noch existierenden Grimoires im „British Museum“.

Connies Suche nach dem Buch, das Leben im Haus ihrer Großmutter und letztendlich ihre Beziehung zu Sam ist sehr lebendig beschrieben und beileibe nicht „von gestern“.

Die Handlung spielt sich in der Jetzt-Zeit und immer wieder in Rückblicken auf das Leben der Vorfahren im 17. Jahrhundert ab.

Einzige kleine Länge im Buch, sind für mich die „wissenschaftlich, philosophischen Vorträge“, die Connies Doktorvater ihr manchmal hält. Sie sind aber nie lang und stören somit den Lesefluss wenig. Und es gibt sicher viele, die sich auch Gedanken darüber machen.

Und letztendlich zeichnet  die Autorin ein etwas anderes Bild der „Hexen“, die oft nur weise Frauen waren, die sich mit Kräutern, ihrer Wirkung bei Krankheiten und auf den Körper gut auskannten. Vieles von diesem Wissen ist uns leider verloren gegangen. Wenn man manche Riten und Zaubersprüche betrachtet, haben sie vielleicht in gewisser Weise „Hexerei“ betrieben, aber nicht das, was wir jetzt darunter verstehen!!! Eines haben sie sicher – kranken Menschen geholfen – sicher manchmal besser, als es die damalige Medizin verstand.

Und mancher Zauber hat überhaupt nichts mit Hexerei zu tun, sondern mit menschlicher Gier und Geltungssucht von Heute!

Mit ihrer warmherzigen Beschreibung, macht die Autorin wenigstens etwas an dem Unrecht und dem Ruf gut, welches man den Frauen damals angetan an. Denn auch ihre Familien waren noch sehr viele Jahre danach „verschrieen“, wurden gesellschaftlich nicht anerkannt und mussten somit oft in Armut leben.

Das Buch ist ein guter Mix aus „Wahrheit und Dichtung“… und zugleich ein wenig Ahnenforschung in der Familiengeschichte von Katherine Howe. Ich kann sie gut verstehen, ich würde an ihrer Stelle auch wissen wollen, was damals geschah und wie die Menschen gelebt und gedacht haben.

„Die Autorin schreibt (schrieb) derzeit an ihrer Doktorarbeit an der Universität von Boston. Sie hat sich eingehend mit dem Thema Hexen befasst. Ihre Familie stammt aus der Nähe von Salem, einer kleinen Stadt in Massachusetts, die traurige Berühmtheit durch die Hexenverfolgung im späten 17. Jahrhundert erlangte. Zu den Vorfahren von Katherine Howe gehören Elizabeth Proctor, die der Hexerei angklagt wurde, aber überlebte und Elizabeth Howe, die in Salem als Hexe gehängt wurde.“

Fazit: Ein sehr lesenswertes Buch, welches den Blickwinkel auf die sogenannten „Hexen“ verändert.

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Unbedingt empfehlenswert ist auch das Nachwort der Autorin!!! Es erklärt viele Hintergründe aus dem Buch und dieser Zeit.

Erschienen 2009 bei Page&Turner/Wilhelm Goldmann Verlag München, in der Verlagsgruppe Random House GmbH.

ISBN 978-3-86800-596-7

Wir machen grau zu bunt…

Denn….

„Der Herbst steht (noch) auf der Leiter und malt die Blätter an…
Ein lustiger Waldarbeiter, ein froher Malersmann…“

Wie man unschwer, an unsern Fotos sehen kann…  😉

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Fotos zum Vergrößern anklicken…

Ein lustig illustriertes Buch mit dem oben zitierten Kinderlied von Peter Hacks, ist beim Eulenspiegel Verlag erhältlich…

HIER KLICKEN

Wir wünschen allen einen „bunt bemalten“ Tag… habt es gut. 🙂

© Posted by regenbogenlichter

Bücherwurm…“Beerensommer“ Familiensaga aus dem Schwarzwald

Herbstzeit ist Lesezeit, die Abende werden länger und die Lust auf’s Lesen steigt.
So hat der Bücherwurm wieder allerhand zu tun, sich die Seite zu „merken“, auf der ich zu lesen aufgehört habe.
Er ist übrigens ein Mitbringsel aus dem Kloster Marienthal

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Gerade ausgelesen habe ich ein Buch, welches mich sehr berührt und beeindruckt hat. Es ist zwar schon vor einigen Jahren erschienen, ich habe aber erst vor einer Weile, eine genehmigte Lizenzausgabe bei einer Augsburger Verlagsgruppe entdeckt.

Sein Titel ist…

„Beerensommer“ Familiensaga aus dem Schwarzwald

geschrieben von Inge Barth-Grözinger

erschienen im Thienemann Verlag

ISBN 978-3-86800-382-6

Ab 13 Jahren

Um es vorweg zu nehmen, es ist keine der üblichen Familiengeschichten nach „Gutsherrenart“, über reiche Reedersfamilien oder ähnliches. Trotzdem oder gerade deswegen, mehr als lesenswert!

Im „Klappentext“ steht geschrieben…

Die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft, die zur Geschichte einer erbitterten Feindschaft wird.

Anfang des 20. Jahrhunderts, wir schreiben das Jahr 1917: Als Friedrichs Vater stirbt, ändert sich für seine Familie alles. Hat er bisher in einem prächtigen Haus in der Herrengasse gewohnt, muss er nun in die Stadtmühle ziehen, zu den Ärmsten der Armen, die nicht einmal Schuhe für ihre Kinder haben. Johannes, ein Junge in seinem Alter, wohnt dort schon seit seiner Geburt. Zwischen den zwei sehr unterschiedlichen Jungen entwickelt sich eine enge Freundschaft, die schon bald in erbitterte Feindschaft umschlägt- und sie trotzdem ihr Leben lang nicht loslassen wird.

Beerensommer- ein packender Roman, der den Leser tief in die Geschichte des 20. Jahrhunderts hineinzieht.

Zum Inhalt:

Nach dem Tod ihrer krebskranken Mutter, für die sie die Schule geschmissen hat und bis zum Tod begleitet, fühlt sich Anna Helmbrecht verloren und allein. Ihr Vater lebt in Australien und schreibt nette Briefe, zu ihm gehen, möchte sie aber nicht.

So bleiben ihr nur einige Fotoalben und die Menschen und Gesichter darin, die sie nicht kennt. Keinen Einzigen…
Ihre Mutter Marie hatte über ihre Kindheit, Jugend und über den Ort, an dem sie aufgewachsen ist, immer geschwiegen und fast nichts erzählt. Und sich stets geweigert, dorthin zu fahren. Obwohl sie Großvater Johannes immer wieder eingeladen hatte.

So macht sich Anna auf, in ein kleines Schwarzwald-Dorf namens Grunbach, zur alten Gretl, die wie Friedrich und Johannes, im Armenhaus des Ortes, der Stadtmühle, aufgewachsen ist. Um die Tagebücher ihres Urgroßvaters Johannes zu lesen und aus ihnen und von Gretl zu erfahren, wer ihre Familie ist und zu wem sie gehört.

Von der alten Gretl freundlich und liebevoll aufgenommen, beginnt sie zu lesen. Von Johannes und Friedrich und den anderen aus der Stadtmühle. Von bitterer Armut und von Menschen, die sich trotzdem ihren Stolz und ihre Menschlichkeit bewahren. Ebenso, wie die Hoffnung und ihre Träume von einem kleinen oder großem Glück.

Vom Grauen des ersten Weltkrieges, der ersten Liebe, Hochzeit, Familie, Söhnen und Töchtern und die Gefühle für sie.

Vom Beginn der Nazi-Herrschaft und Schrecken des 2. Weltkrieges, der auch um kleine Orte im Schwarzwald keinen Bogen gemacht hat. Die Nachkriegszeit, bis in die Sechziger Jahre.

Von Friedrich und Johannes, ihrem Urgroßvater, die völlig verschiedene Wege gehen und deren Wege sich trotzdem immer wieder kreuzen.

Zeilen, die immer wieder aufzeigen, dass es im Leben nicht nur schwarz und weiß gibt, sondern auch grau und viele Zwischentöne. Und Anna auch die eine oder andere Überraschung erleben lassen, was ihre Vorfahren betrifft.

Dann immer wieder der Bogen in die heutige Zeit, in der ihre noch dort lebenden Anverwandten zeigen, wo und wie ihre Vorfahren gelebt haben.

Orte, die in Johannes Büchern beschrieben sind. Und Annas Fragen dazu beantworten, so gut sie es vermögen.
Und so langsam begreift Anna die Geschichte ihrer Familie und beginnt zu fühlen, zu wem und wohin sie gehört.

Neben all den tragischen Dingen, ist auch noch Platz für eine, vielleicht neue Liebe. Denn ein Ende, ist immer auch ein neuer Anfang.
Oder wie ihr Urgroßvater Johannes mit glücklichem Blick zu Gretl gesagt hatte, als er die kleine Anna zum ersten Mal in den Armen hielt: “ Meine kleine Anna…Es geht also weiter, Gretl, es gibt wieder eine Anna.“

Fazit: Ein sehr einfühlsam geschriebenes Buch, bei dem die zum Teil düstere Geschichte des 20. Jahrhunderts, mit den im Buch beschriebenen Menschen und deren Suche nach dem großen oder kleinem Glück, lebendig wird. Es fällt schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Man bangt mit den Menschen, möchte wie Anna wissen, wie es mit Johannes und Friedrich weitergeht. Und ein wenig werden die Geschichten ihrer Familie, zu der eigenen Geschichte!
Auch, weil man von Eltern und Großeltern, was die geschichtlichen Ereignisse betrifft, ähnliches gehört hat.
Von vielen Ereignissen und Verhältnissen damals, lassen sich oft Parallelen in die Neuzeit ziehen.

Unbedingt lesen und sehr zu empfehlen! Und wie schon geschrieben, ab 13 Jahren und auch für Jugendliche geeignet!

So ganz „nebenbei“, wird auch noch viel geschichtliches Wissen vermittelt!

Auch für die Menschen, die meinen, die Rechten würde ihnen „Heil“ bringen… solche Leute bringen nur Unheil. Und wie sagt auch Johannes in dem Buch… „Wer mit dem Teufel essen will, braucht einen langen Löffel.“

So einen langen Löffel hat niemand!

Und ich habe daraus die gleichen Schlüsse gezogen wie Anna. Wir leben im Hier und Jetzt, aber die Menschen und deren Geschichten sollten wir nie vergessen!

Unser Schlusswort, soll das Vorwort der Schriftstellerin sein. Es stammt aus Johannes Lieblingsbuch, dem „Taugenichts“ von Joseph von Eichendorff…

„Wir müssen, dachte ich, doch am Ende aus dem Walde und der Nacht herauskommen.“

Die Schriftstellerin Inge Barth-Grözinger, wurde 1950 in Bad Wildbad im Schwarzwald geboren. Seit 25 Jahren unterrichtet sie am Peutinger-Gymnasium in Ellwangen Deutsch und Geschichte.

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Posted by regenbogenlichter

Der Pestengel von Freiburg… Buchtipp

Der (noch) neueste historische Roman von Astrid Fritz… jetzt im September 2012, soll erneut einer erscheinen…

(Hier das Cover von der Weltbild-Ausgabe)

Aus dem Klappentext:

Freiburg, 1348: Unaufhaltsam wälzt sich die Pest von Süden heran. Schuld an der Seuche sollen die Juden sein. Als Clara, die Frau eines Wundarztes, herausfindet, dass ihr Sohn das jüdische Nachbarsmädchen Esther liebt, versucht sie mit allen Mitteln, ihn vor der gefährlichen Verbindung zu schützen. Es kommt zu einem Zerwürfnis zwischen Mutter und Sohn und in der gleichen Nacht zu Esthers Verhaftung.
Unterdessen erkennt Claras Mann, dass sich der schwarze Tod durch Ansteckung verbreitet und schickt seine Familie aus der Stadt.
Als er bald darauf selbst an Lungenpest stirbt, kehrt Clara zurück und tritt sein Vermächtnis an. Wagemutig lässt sie alle Ressentiments hinter sich und sagt nicht nur der Pest, sondern auch dem Hass gegen die Juden den Kampf an.

Wie alle ihre Bücher, kein historischer Roman von der „Stange“….
menschlich, gesellschaftskritisch, einfühlsam…
Durch ihre fundierten geschichtlichen Kenntnisse (Historikerin), versteht es die Autorin wie kaum jemand anderes, ihre Leser auf eine spannende Reise ins mittelalterliche Leben Freiburgs mitzunehmen. Wer in Freiburg war und die Gassen kennt, dem wird einiges bekannt vorkommen. Bei uns haben ihre Bücher übrigens keinen kleinen Anteil daran, dass wir Freiburg kennenlernen wollten. 😉
Die „fein gezeichneten“ Charaktäre, lassen die Menschen in ihren Büchern zum Leben erwachen.
Auf der Reise begegnet man großen Gefühlen, Liebe, inniger Zuwendung, aber auch den tiefsten Abgründen der menschlichen Seele, die einen manchmal auch sehr betroffen machen.

Die Figuren in ihrem Buch sind „Charaktäre“, starke Frauen und Männer, von denen mancher vermuten würde, dass sie „machtlos“ sind und trotzdem in mehr als schweren Zeiten, mutig und stark genug sind, anderen zu helfen. Auch unter Einsatz ihres eigenen Lebens. Und damit mehr vollbringen, als sie sich vielleicht selbst zugetraut hätten.

Obwohl die Figuren im Roman erfunden und Fiktion (ausgenommen Stadtobrigkeiten und Freiburger Grafen) sind, solche Menschen hat es zu allen Zeiten gegeben. Sie erscheinen nur in keiner Chronik, weil sie keine legendären Schlachten geschlagen haben, keine Schlösser gebaut (bauen lassen) haben etc. Ihre Leistungen waren aber eigentlich viel größer und menschlicher, als die aller Kriegs-und Schloßherren zusammen.

Den vielen Namenlosen hat Astrid Fritz nun mit ihrem Buch indirekt ein Denkmal gesetzt, welches sie mehr als verdient haben!

Weiterhin lehrt das Buch, selbst in einer anscheinend ausweglosen Situation sollte man nie die Hoffnung verlieren. Es gibt immer einen neuen Anfang. Und hin und wieder meint es das „Schicksal“ ja auch gut und es passieren Dinge, die man nicht erwartet hätte.

Mein Fazit:
Wieder ein mehr als lesenswerter historischer Roman. Der durchaus auch seine Parallelen in unsere Zeit hat.

Denn die Zeiten haben sich geändert…die grundlegenden Eigenschaften der Menschen nicht…

So einige Aussagen und Handeln der Romanfiguren, kommen sicher vielen, auch aus unserer Zeit bekannt vor… 😉

Am Ende des Buches ist ein sehr informatives Nachwort der Autorin…

Von mir gibt es dafür “ 10 von 10 Punkten“…. Lesestoff der Spitzenklasse!

Mehr Hintergrundinformationen über ihre Bücher, kann man auf der Internetseite von Astrid Fritz finden.

Und ich freue mich schon auf ihren neuen Roman!

Kunstmomente im Alltag…

Manchmal fällt einem erst nach einem Anstoß Dritter etwas ins Auge…

Bei mir ist es dieses ganz normale Wohnhaus (an dem ich schon unzählige Male vorbeigegangen bin), mit einem Wandfries, der die ganze Höhe der Außenwand einnimmt.

Es stellt die siegreiche Schlacht auf dem Lechfeld, im Jahre 955, unter Otto I. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und Deutscher Nation (römisch-deutscher Kaiser) und Bischof Ulrich von Augsburg, gegen die Ungarn dar.

Auf dem kleinen runden Bild auf der linken Seite, befindet sich die katholische Pfarrkirche von Fischen, St. Verena mit Frauenkapelle.
Rechts, auf dem kleinen viereckigen Bild, Augsburg mit St. Ulrich und Afra und dem Dom Unserer Lieben Frau.

Afra ist die Stadtheilige von Augsburg, es hält sich hartnäckig die Sage, dass sie eine römische Venuspriesterin war, zum Christentum konvertiert ist und deswegen hingerichtet wurde. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte.

St. Ulrich und Afra

Eine sehr schöne Geschichte darum, hat die Autorin Angela Dopfer Werner gesponnen.
„Myrrha“
Über das Leben von Afra gibt es wenig geschichtlich nachweisbare Daten, aber so wie in der Geschichte, könnte es fast gewesen sein. 😉
Zudem erfährt man noch viel über Leben und Denken im alten Rom. Was dann wieder historisch belegt ist.
Und erlebt eine Reise durch Italien, über die Alpen, bis nach Augsburg. Selbst der alte Mythos von Myrrha ist wundervoll eingeflochten. In ihm vernachlässigt Myrrha ihren Tempeldienst und wird von Venus dazu gebracht, ihren Vater zu verführen. Als Strafe wird sie zum Myrrhenbaum. Nach 10 Monaten springt endlich die Rinde des Baumes auf und sie schenkt Adonis, dem schönsten Mann der Antike, das Leben.
Für Leser die überhaupt nichts mit Glauben und den alten Mythen anfangen können, wahrscheinlich eher nichts, sonst aber ein sehr gut zu lesendes Buch.

Ein Wohnhaus mit einem Gemälde mit diesem Thema zu verzieren, finde ich schon etwas ungewöhnlich.

Hier noch einige Hintergrundinfos zu Bischof Ulrich von Augsburg und der Schlacht auf dem Lechfeld. (Quelle: Bistum Augsburg)

Wenige Monate später drohte größere Gefahr dem schwäbischen Land. Die Ungarn fielen wieder in Bayern ein, verbrannten die Dörfer und Klöster und metzelten alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellte. Die Stadt Augsburg aber, durch die Vorsorge Ulrichs mit einer Steinmauer umgeben, leistete Widerstand. Hoch zu Ross, jedoch ohne Rüstung, nur bewehrt mit der Stola, ermunterte der Bischof die Verteidiger, welche die wütenden Angriffe der Reiterscharen am 8. und 9. August erfolgreich zurückweisen konnten, bis das königliche Heer eintraf. Am Laurentiustag 955 fiel die Entscheidung auf dem Lechfeld südlich von Augsburg. Die Ungarn wurden vernichtend geschlagen, ihre Stoßkraft endgültig gebrochen. Der Sieg war teuer erkauft; Ulrich, der sich an der Schlacht selbst nicht beteiligt hatte, verlor in diesem Kampf seinen Bruder Dietpald und seinen Neffen Reginbald.

Im Waffenstreit bewährt, war Ulrich dennoch kein kriegerischer Bischof. Er fühlte sich in erster Linie als der Hirte, der Gott gegenüber für das Bistum verantwortlich war. In den Friedensjahren vor und nach dem Ungarneinfall bemühte er sich vor allem um den Aufbau der Diözese. Er ordnete die Wiederherstellung des durch Brand vernichteten Mariendoms an, ließ die Johanneskirche südlich der Kathedrale errichten, in der er oft die Messe feierte, und baute das zerstörte Gotteshaus, das St. Afra geweiht war, wieder auf.

Ob das nicht etwas „heldenhaft verklärt“ dargestellt ist, können wir nicht beurteilen. Möglich ist es schon.

Zumindest hätten die vielen anderen Toten bei dieser Schlacht, auch eine Erwähnung verdient.

Weitaus weniger mit Ruhm bekleckert, hat sich ein Augsburger Bischof in der jüngsten Vergangenheit.

Äußerungen unter der Gürtellinie und anderen „Wasser predigen“ und selbst „Wein trinken“, gehen irgendwie gar nicht.
Womit wir wieder in der Neuzeit angekommen wären. 😉

Auf die Idee, mal genauer hinzuschauen, hat mich Sarah Maria mit ihren „Kunstmomenten“ gebracht…

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