Willkommen unterm Regenbogen

Archiv für die Kategorie ‘Eisenbahn’

Fährmann hol über…

In dem Fall ein technisches und geschichtliches Denkmal…

„Urlaubssichtung“ vom letzten Jahr  … in Fürstenberg (Havel)…

Die (ehemalige) Eisenbahnfähre über die Havel.

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Offiziell sollte die Fähre für die Faserstoff GmbH in Fürstenberg gebaut werden. Diese, Glühstrümpfe für Gaslaternen herstellende Firma, ging aber 1926 in Konkurs. 1929 kaufte das Heereswaffenamt die Firma. Um die seit dem Versailler Vertrag (also der nach dem 1. Weltkrieg geschlossene Friedensvertrag aus dem Jahr 1919) verbotene! Lagerung und Produktion von Waffen zu verschleiern, wurde der Name beibehalten.

Ab 1934 wurden dort Geschosshülsen für die Wehrmacht produziert und mussten in die Lufthauptmunitionsanstalt nach Strelitz gebracht werden. Ein Brückenbau wurde vom Wasserbauamt nicht genehmigt, deswegen wurde die Fähre gebraucht. Die Gleisanlagen mit Anschluss an die Strecke Britz-Fürstenberg, wurden 1936 fertiggestellt.

Der Fährbetrieb wurde 1934 aufgenommen und erst 1993 wieder eingestellt. Seitdem steht die Fähre unter Denkmalsschutz.

 

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Die Fähre wurde in der damaligen ostpreußischen Werft Schichau gebaut, hat eine Länge von 34.18 m und eine Breite von 5.18 m.

Die Tragfähigkeit soll 170 Tonnen betragen haben. Dabei stieg der Tiefgang von 70 cm, auf 1.30 m.

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Während des 2. Weltkrieges wurden auch Häftlinge aus dem nahe gelegenem KZ Ravensbrück  in Waggons verfrachtet und mit der Fähre in die Faserstoff GmbH gebracht, um dort Zwangsarbeit zu verrichten.

Das KZ war ein Lagerkomplex mit vielen Außenlagern. Unter anderem auch ein Siemens-Lager, in dem weibliche Häftlinge Zwangsarbeit für Siemens & Halske leisteten.

Auf dem Foto unten beschreibt eine Inhaftierte aus Ravensbrück, dass sie bei einem Bombenangriff einfach ins Kesselhaus der Faserstoff GmbH gesperrt wurden und am Schluss die scharfkantigen Späne vom Drehen, per Hand in Eisenbahnwaggongs verladen mussten.
Hier noch >>> aus dem „Kalender der Erinnerung“ …der Bericht über eine Ordensfrau, die am Karfreitag, den 30. März 1945 in die Gaskammer ging, damit eine Mutter leben konnte.

Die Fotos können alle angeklickt und größer angeschaut werden.

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Die Personalsituation bei der Faserstoff GmbH ab 1942… 1943 kamen auf eine männliche deutsche Arbeitskraft, 2,37 ausländische Arbeitskräfte, sprich Zwangsarbeiter.

 

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Und für Eisenbahnfans… ich weiß nicht, ob die sich noch in dem Lokschuppen versteckt…  😉

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Ab 1945 wurde die Fähre von der Roten Armee für den Transport von Brennstoffen und Militärgütern benutzt. Die Faserstoffwerke waren jetzt Reperaturstelle für LKW und Panzer.

Dem Sägewerk Fürstenberg oblag der Betrieb der Fähre, welches damit hauptsächlich Schnittholz transportierte. Und von der zuständigen Reichsbahndirektion Greifswald den Auftrag hatte, die sowjetische Seite zu bedienen. Übrigens die einzige „Besatzungsmacht“ (mit 27 Millionen Toten im 2. Weltkrieg), die Deutschland „frei“ gegeben hat.

1993 wurde der Betrieb eingestellt und 2013 wurde sie aus dem Wasser gehoben.

Seitdem bemüht sich eine Interessengemeinschaft von Bürgern, Vereinen und der Stadtverwaltung, die Fähre denkmalsgerecht zu erhalten.

 

Solche Denkmale erzählen die Geschichte sehr lebendig und anschaulich. In dem Fall sogar über mehrere Generationen…

Das war ein sehr interessanter Ausflug!

Deswegen soll das noch ein Beitrag von „Schreiben gegen Rechts“ von Anna Schmidt und nicht nur das, sein.

Ein Beitrag der zeigt, dass Menschen leider nicht aus ihrer Geschichte  lernen und irgendwie drauf und dran sind, schon wieder die gleichen Fehler zu machen.

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Hoch auf dem gelben Wagen… saß…

Der Kutscher… klar… DSC_0547 (1024x569)

Man beachte in Deutschland auch immer die (in der heutigen Zeit) wohl eher seltenen Zusatzschilder im Schilderwald…!!!

Foto zum Vergrößern anklicken…  😉

Aber eigentlich wollte ich auf diesen gelben Wagen>>>  hinaus…

Klar, wie schon richtig genannt, Walter Scheel>>>, Bundespräsident von 1974 bis1979, war bei der Einweihung im Jahre 2006 zu Gast. Es gibt im Wagen auch ein Foto vom Ehepaar Scheel bei diesem Anlass. Ob er nochmals das Volkslied gesungen hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber er kann es aus alle Fälle gut, wie es das verlinkte Video beweist. 😉

Zum Video hier klicken >>>>

Hoch auf dem gelben Wagen….

Haben wir auch „gesessen“…

Manchmal finden sich „Schätzchen“, da wo man sie nicht vermutet. Und so passiert es, dass unter anderem ein Wagen der Berliner U-Bahn, gebaut 1927 in Dessau, in Rheinsberg auftaucht. Und wieder hergerichtet wird.
Lebendige Geschichte… der Wagen erzählt Geschichten…

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Die Dachstützen sind vom Bahnhof Ostkreuz, aus dem Jahre 1902 und der Verein hat sie kostenlos von der DB erhalten.

Jetzt haben sie wieder den dunkelgrünen DR-Anstrich, mit dem die Verzierungen gut zu sehen sind.

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Der Wagen war bis 1968 im Einsatz, wurde kurzzeitig als Arbeitswagen eingesetzt und dann als Reserve abgestellt.

1973 wurde er verschrottet. In ihm hängen noch die Streckenfahrpläne von 1968, in denen die „Geisterbahnhöfe“ verzeichnet sind. D.h. die Westberliner U-Bahn durchfuhr dort unterirdisch die Bahnhöfe, oben waren sie zugemauert.

Am 10.05.1984 wurde der Wagen an die Mercedes Niederlassung am Salzufer in Berlin verkauft und diente dort als Verkaufswagen. Bis auf Tische und Spiegel (dort befand sich früher Reklame), die von Mercedes nachgerüstet wurden, ist die Einrichtung noch original.

Prominente Autokäufer mussten übrigens ein Autogramm hinterlassen. Es gab schon ein „illustres“ Publikum.

Obige Daten… Auszugsweise von den, durch den Verein im Wagen ausgelegten Infos.

AG Rheinsberger Bahnhof click…>>>>>

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2006 sollte er endgültig verschrottet werden. Jürgen Graf, Ehrenbürger der Stadt Rheinsberg und Ehrenmitglied des Vereins, veranlasste die Überführung nach Rheinsberg.

Zur offiziellen Einweihung kam auch ein prominenter Politiker, der schon einmal das passende Lied auf einen gelben Wagen gesungen hat. 😉 Mir fiel er sofort ein… Wer weiß wer da war?

Zum Schluss noch das abfotografierte Infoblatt mit den technischen Daten…

Wie immer…anklicken zum Vergrößern…

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Das Museum ist absolut genial… immer Dienstag Nachmittag geöffnet und auch zu anderen Zeiten gibt es (sehr kompetente) Führungen auf Anfrage.

Das war so klasse, da gibt es noch mehr zu berichten. In einem anderen Post. Am 29. und 30. August ist Bahnhofsfest!

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Abgefahren…

Heute mal etwas ganz anderes… eine Loklegende… die heutige 270 10 war die ehemalige 221 124 der Deutschen Bundesbahn.
Sie wurde 1963 mit der 2. Bauserie an die DB ausgeliefert, erst im Schnellzugdienst und dann im Güterverkehr eingesetzt.
1989/90 wurde sie an die Staatsbahn nach Griechenland verkauft, wo sie bis 1997 im Einsatz war und dann abgestellt wurde.
2002 holte die Prignitzer Eisenbahn einige der Maschinen zurück, die dann in Neustrelitz im Arriva-Werk aufgearbeitet und mit neuen Motoren bestückt wurden.
Jetzt sind sie bei verschiedenen privaten Bahngesellschaften im Einsatz, diese hier bei der SGL- Schienen Güter Logistik Dachau.
Von dort ist sie jetzt an die DB ausgeliehen, um den Schneepflug zu schieben/ziehen und so hatte ich gestern Nachmittag Gelegenheit,
ein paar Schnappschüsse von ihr zu machen.

Eine Freude, dass sie so wieder zu Ehren kommt!

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Die Fotos können wieder einzeln oder in der Galerie größer angeschaut werden.

„Ungeheuerlich“…. ;-)

Mit Volldampf in die neue Woche… mit einem „rauchenden, pfeifenden Ungeheuer“…  so nannte man zumindest die Dampflokomotiven früher…

Von wegen der Eisenbahn sinkenden Grundstückspreisen war die Rede, Brandgefahr, dass die Kühe keine Milch mehr geben, Teufelszeug gar…

Gekommen ist es anders und Beschwerden gibt es jetzt wahrscheinlich eher, wenn die Bahn mal nicht fährt….

Und die „rauchenden, pfeifenden Ungeheuer“ sind immer noch ein Hingucker, auch wenn sie für heutige „Buisness-Ansprüche“ viel zu langsam und wenig komfortabel sind.

Sie haben halt eine etwas längere Leitung und kein Wi-Fi…keine Klimaanlage, dafür Fenster die zu öffnen sind und manchmal sogar noch einen Ofen, den jemand heizen muss.   😉

Umweltfreundlich auch nicht unbedingt,  dafür gut für`s seelische Wohlbefinden…

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Volldampf… Also hinten steht mal „Nichtraucher“ dran… 😉

 

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Die Holzklasse…. 😉

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Ohne Mehrkosten „salonfähig“…. 😉

 

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Haus „An der Bimmelbahn“…so heißt das „Ungeheuer“ im Volksmund, weil sie „bimmelt“ (klingelt), wenn sie sich Bahnübergängen etc. nähert… 😉

Die Fotos können wieder einzeln angeklickt oder in der Galerie größer angeschaut werden.

Mit Volldampf unterwegs war hier die Zittauer Schmalspurbahn und zwar im Bahnhof Jonsdorf… 😉

ZUR BIMMELBAHN HIER KLICKEN >>>>

Dort findet man auch den Link zur Facebookseite mir vielen schönen Fotos!
Zur Erklärung des „Logos“ mit dem Reichsadler….  „Deutsche Reichsbahn“… dieses wurde 1924 bis 1937 verwendet….

Wikipedia schreibt dazu…

In Befolgung der Bestimmungen der Weimarer Verfassung vom 11. August 1919 wurde am 1. April 1920 der Staatsvertrag zur Gründung der Deutschen Reichseisenbahnen (RGBl. 1920 I, S. 773) in Kraft gesetzt und damit die vormaligen Länderbahnen der Hoheit des Deutschen Reiches unterstellt. Im Einzelnen waren dies

  • die Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen
  • die Großherzoglich Mecklenburgische Friedrich-Franz-Eisenbahn
  • die Großherzoglich Oldenburgischen Staatseisenbahnen und
  • die Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen
  • die Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen
  • die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen
  • die Preußisch-Hessische Eisenbahngemeinschaft „K.P. u. G.H. StE“
  • die Preußischen Staatseisenbahnen

Nach dem Krieg behielt Staatsbahn in der russischen Besatzungszone aus statusrechtlichen Gründen den Namen „Deutsche Reichsbahn“ bei, da im Potsdamer Abkommen festgelegt wurde, dass die Betriebsrechte in Berlin, allein der Deutschen Reichsbahn unterliegen. Eine Umbenennung hätte zum Verlust der Betriebsrechte in Westberlin geführt und so wurde nur das Logo geändert.

An eventuelle Opfer (Deportationen in Konzentrationslager, Rüstungstransporte etc.) der Deutschen Reichsbahn während der Nazi-Herrschaft, wurde dabei sicher nicht gedacht.

 

 

das ist ein eintrag wert:)

Kleine Schweizer Bahn ganz groß… wie cool! 🙂

JUZICKA

das ist die wundervolle Modelleisen Bahnanlage im Garten von Bruno Bedrini in CH 7447 Cresta / Avers :O)

wir haben ihn letztes Wochenende zufällig getroffen. Er ist gehörlos und seine ganze liebe gehört der Eisenbahn. Seine Anlage besteht aus 170 Meter Geleise. Die Waggons haben eine länge von 80cm und rund 20 Wagen befinden sich noch im Rohbau.

als Gehörloser hat er leider keine Stelle bei der Bahn gefunden, wie er es sich gewünscht hätte. Deshalb steckte er all seine zeit und liebe in dieses Hobby. Nun ist er sein eigener Konstrukteur, Lokiführer, Bahnhofvorstand, Kontrolleur und er erstellt auch seine eigenen Fahrplan :O)

er freut sich über jeden der ihn besucht und an seiner Anlage steht eine kleine Kasse für Spenden. Ich habe ihm auch mit viel Freude 20 franken ins Kässeli gestopft :O)

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Ursprünglichen Post anzeigen

„Vorbilder“ des Tages….

Sind für uns Eltern, die mit ihren Kindern! um Absperrungen laufen, um Münzen auf die Schienen zu legen, damit der Zug darüber fährt.
Und dazu meinen, das Kind wäre ja nie allein unterwegs. Aha…mal schauen, wie das in ein paar Jahren ist.
Aber wenn sie so weitermachen, wird das Kind ja vielleicht nicht alt, weil es mal unter einem Zug landet. 😦

Liebe Eltern!
Das Betreten der Gleise ist verboten!  Punkt, Ausrufungszeichen!
Egal ob mit oder ohne Kind, egal ob da eine Absperrung ist oder nicht. Und auch egal, ob da gerade ein Zug kommt oder nicht!
Kleine Kinder können das nicht wissen, aber Eltern sollten! das wissen! Denn Kinder werden älter, sind dann allein unterwegs und tun es dem schlechten Vorbild ihrer Eltern gleich! Was ihnen oft nicht „bekommt“.
Das auch hinter die Ohren von Lehrern geschrieben, die es schon fertig gebracht haben, mit einer Schulklasse zwischen den Gleisen Richtung Straße zu laufen, obwohl parallel ein Fußweg verlief!

Stellvertretend dafür, mal der Kommentar von Claudia… in dem Fall war es noch riesiges Glück, dass die Kinder nicht zu Schaden gekommen sind, was immer sehr tragisch ist! Glück, wenn der Zug dann noch vor dem „Hindernis“ anhalten kann!
Zur Erinnerung, ein Zug hat auf Grund seines Gewichts und seiner Geschwindigkeit, einen Bremsweg von bis zu 1000! m!!!

Liebe Ute, ohja, das kommt mir bekannt vor. Vor ein paar Tagen fuhr ich im IC und der Zug hielt plötzlich an. Eine Viertelstunde später kam die Lautsprecherdurchsage mit dem Grund: „Spielende Kinder auf den Gleisen!“. Der Bremsweg des IC muss ja mindestens 100 m vor dem Hindernis sein und so mussten die Zugbegleiter erstmal länger laufen, um vorort die Kinder von den Gleisen zu „entfernen“. Insgesamt wurde die Fahrt um 45 Minuten unterbrochen.

Dankeschön mit (dem Orient-) Express….

Mal wieder Zeit, ganz schnell ❤ lichen Dank an unsere Leser zu sagen, für die Besuche, die Kommentare und die Likes!

Warum mit dem Orientexpress?

Die Rose auf dem folgenden Foto, heißt „Orientexpress“ und beim Anschauen, fiel mir natürlich sofort der Luxuszug ein und natürlich Agatha Christies berühmter Roman „Mord im Orientexpress“ ein.

Passt der Name nicht perfekt zur Rose?

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Und als besonderes Schmankerl, eine Reportage von  WDR weltweit,  „Luxushotel auf Achse- Mit dem Orientexpress von Deutschland (genau von Hamburg) nach Venedig“.

Eine sehr sehenswerte Reportage, die viele Impressionen und Informationen vom und im Zug, bereithält.

Aus der Geschichte, den bekannten Persönlichkeiten,  die mit diesem Zug gereist sind (und das waren sehr viele) und der heutigen Zeit.

Also für alle, die sich das in echt nicht leisten können (wir auch nicht), ein wenig zum Träumen… eine gute Reise mit dem Orientexpress… (verfügbar bis 29.10.14)
HIER KLICKEN >>>

Wir hoffen, alle hatten eine schöne Reise und danken nochmals herzlich für die nette Begleitung!

Mit einem Baum, der die „Wunde“ von einem abgesägten Ast, besonders herzig verwachsen lassen hat…

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Die Fotos können wieder angeklickt und groß angesschaut werden.

 

Im Dornröschenschlaf geträumt…

Hier war wohl die 13. Fee auch nicht eingeladen mitzufahren und zur Strafe hat sie einen Zauber verhängt, dass die Bahnstrecke fortan in tiefen Schlaf fallen soll.
Schrankenwärter gibt es schon lange keinen mehr und sein ehemaliger Arbeitsplatz, wäre nicht mehr nur ein einfaches Holzhäuschen, sondern ein sehr luftiges, einfaches Holzhäuschen. Der Zahn der Zeit nagt an allem.

Aber wer genauer hinhört, kann sie noch hören die Bahn. Die Bahn aus längst vergangenen Zeiten…Man hört sie schon aus der Ferne pfeifen, das Geräusch des Dieselmotors oder gar noch das rhythmische Schnaufen einer Dampflok.
Wer kommt mit auf eine kleine Bahnreise in die Vergangenheit?
Bitte einsteigen und die Türen schließen (das ging damals noch nicht selbsttätig), unser Zug fährt ab.

An einem schönen Sommermorgen…
Es läutet und Schrankenwärter Paul geht zur Schranke…
Er fängt an, an der Kurbel zu drehen. Bimm, bimm…
Herr Müller, der jeden Tag in die Stadt zur Arbeit fährt, kommt schnellen Schrittes herbei und schwenkt dabei seinen Hut. „Halt, halt, ich muss noch durch damit ich den Zug erreiche“. Dicht gefolgt vom kleinen Franz, dessen Schultasche beim laufen auf dem Rücken auf und ab wippt. „Ich aaauuuch!“. Sonst bekomme ich wieder einen Eintrag, weil ich zu spät komme. Der Schrankenwärter hält beim drehen kurz inne und die Zwei schlüpfen noch durch.
Nun muss er aber die Schranke schließen. Bimm, bimm die Bäume schließen sich, fallen mit leisem Scheppern auf den Schrankenbock und wippen etwas nach…. Klack, tock tock, tock..
Herr Kunze flucht am Lenkrad seines Autos…“Mist… hoffentlich kommt der Zug bald, sonst komme ich zu spät zu meinem Termin“.

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Die Schienen flüstern schon mit leisem Singsang, „Bald kommt der Zug und Räder aus Stahl putzen uns blitzblank. Hallo Schotter und ihr Schwellen, ist unser Bett auch fest genug und seid ihr bereit, sein Gewicht zu halten?“ Die Schwellen antworten mit einem leisen Knarren und die warme Morgensonne entlockt ihnen den altbekannten Terpentingeruch.
Der Schrankenwärter ist in seinem Häuschen verschwunden, um zu melden, dass die Schranken geschlossen sind.
An der Schranke stehen inzwischen etliche Leute. Oma Lenz, die zum einkaufen will und die Meiers, mit zwei großen Koffern, diversem Handgepäck und ihren Zwillingen an der Hand. Sie wollen in Urlaub fahren. Müssen aber erst zum Zug aus der Gegenrichtung. Herrn Meier ist von der Kofferschlepperei warm geworden und er wischt sich mit einem riesigen karierten Taschentuch den Schweiß von der Stirn. Die Zwillinge sind schon ganz aufgeregt, und nerven ihre Mutter. „Mama, wann kommt jetzt der Zug?“. Die ist aber in Gedanken woanders und sinniert darüber, ob sie nicht doch noch das geblümte Kleid hätte mitnehmen sollen. Und brummt nur ein „gleich, gleich“.
Lärmend und lachend findet sich noch eine Schulklasse ein, die heute Wandertag hat. „Hurra, gleich kommt ein Zug! Fahren wir heute auch noch Zug?“
Aus dem nahen Bahnhof ertönt ein langgezogener Pfiff. Man kann hören, wie die Lok sich mühen muss, ihre Last am Zughaken, bergauf in Bewegung zu setzen.

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Der Schrankenwärter steht inzwischen wieder draußen und schaut in Richtung Bahnhof. Er mahnt einige übermütige, besonders neugierige Buben, nicht auf der Schranke zu lümmeln. „Davon kommt der Zug auch nicht schneller und davor, seht ihr genauso viel.“ brummt er in seinen Bart.
Und schon kann man die Lok auch sehen, die Schienen summen, die Sträucher und Gräser neben dem Gleis, weht der Fahrtwind zur Seite, als wolle er sich den Weg frei blasen. Der Lokführer gibt einen kurzen Pfiff, um Schrankenwärter Paul und die Wartenden zu grüßen. Als der Zug über den Bahnübergang fährt, winken die Kinder jubelnd. Und die Leute im Zug, unterwegs zu Arbeit, zur Oma oder zu einem Ausflug, winken lachend zurück.
Nachdem der Zug über den Bahnübergang gefahren ist, geht der Schrankenwärter wieder zur Kurbel und öffnet die Schranken.

Die Schulklasse stürmt los, Herr Meier hebt ächzend die Koffer an und die Zwillinge hüpfen an Frau Meiers Hand. Oma Lenz nimmt ihren Einkaufskorb und nun kann endlich auch Herr Kunze losfahren, er gibt Gas und braust los, eine dicke Wolke aus seinem Auspuff hinterlassend.

Der Schrankenwärter schaut ihnen nachdenklich hinterher, um dann in seinem Häuschen auf den Anruf für den nächsten Zug zu warten.

Wieder senkt sich Stille über Schwellen, Gleise und die Schranken. Und auch über das luftige Holzhäuschen.

Und von nun an schlafen die Schienen wieder und träumen davon, dass sie Stahlräder blitzblank putzen und die Schranken, dass sie jemand schließt, damit der Zug vorbeifahren kann. Und der Schrankenwärter? Vielleicht ja von den vielen unterschiedlichen Menschen vor seiner Schranke.

Ob ihr Traum wohl in Erfüllung geht?

Ziemlich sicher bleibt es ein Traum!
Denn heute brausen wir Computergesteuert in klimatisierten Zügen dahin, auf speziell dafür gebauten Strecken, durch Tunnel und ohne Bahnübergänge. Die wären bei den Geschwindigkeiten viel zu gefährlich. Vereinzelt gibt es sie noch, die Schrankenwärter Paul. Aber auch ihre Arbeitsplätze werden irgendwann nur noch „luftige Häuschen“ sein.
Aber den Traum von der Eisenbahn, die Menschen zusammenbringt, um sie letztendlich am gewünschten Ziel, wieder in ihr eigenes Leben und vielleicht in neue Träume zu entlassen, träumen noch viele. Und er wird auch heute noch wahr.

©regenbogenlichter

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Und für Eisenbahninteressierte aus dem „Jetzt und Heute“… das „Teil“, welches  über den Wegweiser zum Supermarkt hinausragt, ist ein gelbes „W“, Ra 11,  das „Wartesignal“ für Rangierfahrten…nähere Infos….HIER KLICKEN >>>>
Dieses Signal gibt es auch heute noch.

Die Fotos können wieder zum Vergrößern angeklickt werden.

 

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Navi defekt? Falsch abgebogen? ;-)

„Go west“ oder besser south, haben die sich wohl gesagt….

Irgendwie falsch abgebogen… die Vogtlandbahn im Allgäu… da hat wohl das Navi total versagt …   😉

„Bitte drehen Sie, wenn möglich, um“… das sind die falschen Hügel…  *gg*

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Mit dem Navi das ist natürlich nur ein Scherz… !

Die Privatbahn, die bei uns (auch) fährt, gehört zu Vogtlandbahn. Und so gibt es leihweise mal einen Triebwagen aus dem Vogtland… 😉

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