Willkommen unterm Regenbogen

Beiträge mit Schlagwort ‘Buch’

Abgefahren….

Ist doch eine Kutsche, die sich kutschieren lässt…. 😉
Die hat der Bauer sicher irgendwo aus dem Stadl gezogen und wollte sie sicher noch zum guten Preis verkaufen. 😉
Na gut, mit etwas Mühe und dem einen oder anderen Euronen, wird da sicher wieder ein Schmuckstück daraus.

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Abgefahren auch… dieses lila Laune-Fahrrad… in dem Fall fuhr es nicht, sondern war abgestellt… 😉

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Hoffentlich nicht der „letzte Versuch“ …. damit bezeichnet man wenig schmeichelhaft Frauen, die durch das Tragen dieser Farbe, sich doch noch Chancen erhoffen, einen Partner zu finden. 😉

Früher war es eine der kostbarsten Farben überhaupt und nur Reiche konnten es sich leisten, sie zu tragen.

Bei den Römern war das tragen dieser Farbe bei Todesstrafe verboten, sofern der Träger nicht Senator oder höheres war.

Jetzt ist sie noch Farbe der Kirchen. Bischöfe tragen Purpur und violett ist Farbe in der evangelischen Kirche.

Lila verbindet rot (für die Erde und den Körper) und blau (das für den Himmel und den Geist steht), also von der Bedeutung her eigentlich gegenätzliche Farben.

Violett auch die Erkennungsfarbe für Homosexuelle. Bekannt geworden auch die „Purple Hand“, als Zeichen des friedlichen Protests gegen die gewalttätigen Polizeiübergriffe gegen Homosexuelle, im Jahre 1969 in San Francisco.

Und letztendlich ist violett auch erotisch. Schon allein der Duft von Veilchen und Flieder oder der Gedanke an blühende Lavendelfelder, wecken doch bei vielen schöne Assoziationen. Ebenso das romantische Purpur und Violett des Abendhimmels in der Dämmerung. ❤

Noch viel mehr von der Farbe Violett, kann man bei Seilnacht nachlesen.

 

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Auch abgefahren… ist, dass eine Buchsendung aus Aachen, Sechs! Tage bis ins Allgäu braucht. Datum des Postsempels!

Vielleicht haben sie eines der obigen Gefährte benutzt oder es gibt bei der Post auch Bücherwürmer und sie mussten es erst auslesen. 😉
Aber Hauptsache angekommen…

Da mir der Schreibstil im Rembrandt-Buch kürzlich so gut gefallen hat, musste ich gleich noch eines von der Autorin bestellen.

Antiquarisch… für fast nichts. Neu und (fast) ungebraucht…sicher nur ein „Ansichtsexemplar“… 😉

 
Und abgefahren ist nach einem Tag, wohl auch schon wieder das „Hochsommerwetter“… gewittrig, schauerlich, kühler heute Morgen… aber kein „Purple Rain“ wie im Song von Prince.. 😉
 

Der Bücherwurm empfiehlt…

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Fortbildungsunterricht und nachher noch Zeit bis der Zug fährt? Macht nichts, mich zieht es dann immer magisch zu den Auslagen der Bahnhofsbuchhandlung. Und mal wieder habe ich ein Schätzchen entdeckt, welches mich unwiderstehlich anzog.

Und auch gut, wenn man nicht so viel oder zu manchen Zeiten gar nicht in die Flimmerkiste schaut. Da kennt man auch so manchen Promi nicht. Sonst hätte ich es vielleicht gar nicht gekauft.

Und das wäre ein großer Fehler gewesen!

Im allgemeinen nervt es mich nämlich eher, dass jetzt jeder Promi meint, er müsste ein Buch schreiben. Bis auf wenige Ausnahmen, lasse ich die Bücher dort, wo sie stehen…im Regal…
Der Name der Autorin dieses Buches sagte mir auch nichts…
Anne Gesthuysen.
Erst später beim durchblättern las ich, dass sie das ARD-Morgenmagazin moderiert und die Frau von Frank Plasberg (Hart aber fair) ist. Aha…
Aber bereits die ersten Seiten ließen mich erahnen, dass dies kein Fehlgriff war. 🙂

Der Name des Buches ist: Wir sind doch Schwestern.

Klappentext:

Gertrud wird 100. Das Geheimnis ihres langen Lebens: >>Starker Kaffee ohne alles und jeden Tag um elf Uhr einen Schnaps.<< Mit ihren Schwestern Katty und Paula lädt sie zum großen Fest. So unterschiedlich die drei sind, haben sie doch vieles gemeinsam: Eigensinn, Humor und Temperament, das in diesen Tagen auch mal mit einer alten Dame durchgeht; schließlich lauert hier auf dem Tellemannshof in jedem Winkel die Erinnerung….

Die Autorin hat in dem Buch sehr amüsant, mitreißend und mitfühlend, teilweise die Lebensgeschichten ihrer Großtanten vom Niederrhein „verwurstet“,

Oder um nochmals aus dem Buch zu zitieren,

Große Lebensgeschichten mischen sich mit wunderbaren Anekdoten, das Weltgeschehen mit dem Leben am Niederrhein.

Geschichten aus einem ganzen Jahrhundert, genau genommen, aus drei Jahrhunderten. Die Lebensgeschichten beginnen Ende des19.Jh., der hauptsächliche Teil ist im 20.Jh. und enden am Beginn 21.Jahrhunderts.
Eine nicht ganz kleine Rolle, spielt dabei auch der Politiker Heinrich Hegmann. Mit ihm bekommt man auch ein Gefühl, wie Politik „geht“.
Verwoben mit der Gegenwart, ergeben sie ein Feuerwerk von Geschichten, von denen jede einzelne mehr als lesenswert ist!
Mehr muss man dazu gar nicht schreiben, nur….
Ein absolut empfehlenswertes Buch!

Oder um das BuchMagazin zu zitieren…

Ein unwiderstehliches Buch: so komisch wie berührend, so liebevoll wie wahrhaftig.

Hier die Taschenbuchausgabe von Piper, erschienen im März 2014.
Das Original ist 2012 bei Kiepenheuer&Witsch erschienen.
ISBN 978 3 492 30431 3

Mancher mag es aus Presseveröffentlichungen oder Bestsellerlisten schon kennen. Ich schaue aber selten in irgendwelche Listen und kaufe Bücher nach Gefühl. Sie dürfen auch schon älter sein. Und mit diesem hat mein Gefühl mich, wie sehr oft, nicht betrogen!

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Bücherwurm meets Urlaubslektüre….

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Der Bücherwurm empfiehlt…

Ein gut zu lesendes „Büchlein“ (260 Seiten) für die Ferienzeit…
Der Gehilfe des Malers“, Ein Rembrandt-Roman von Alexandra Guggenheim

Klappentext:

Amsterdam im 17. Jahrhundert: Für den siebzehnjährigen Samuel geht ein Traum in Erfüllung: Er wird von seinem großen Vorbild Rembrandt van Rijn als Schüler angenommen. Von Geldsorgen und gesundheitlichen Gebrechen geplagt, sind die goldenen Jahre des Malers vorüber.
Dessen ungeachtet, verehrt Samuel seinen Meister-und nicht nur ihn, sondern auch dessen hübsche Tochter Cornelia.

Unverhofft erhält Rembrandt einen lukrativen Auftrag: Er soll einen berühmten Anatomen porträtieren- und zwar bei einer Leichenöffnung. Dazu benötigt der Meister auch ein Modell. Eine geeignete Leiche zu beschaffen, erweist sich jedoch als fast unmöglich….

Wer jetzt einen „Krimi“ aus dieser Zeit vermutet, der irrt… man bekommt aber einen interessanten historischen Roman. Er vermittelt Einblicke in Maltechniken und wie Maler zu der Zeit Farben gemischt haben. Wirft Rembrandt beim malen einen Blick über die Schulter. Wie er es geschafft hat, Licht und Schatten so grandios darzustellen, einzelne Personen ins Licht zu rücken und sie hervorzuheben. Und lernt seine eigenen Stimmungen und Verstimmungen kennen.
Man geht mit Samuel Bol durch Amsterdams Grachten des 17. Jahrhunderts. Schaut dem Treiben beim entladen der Schiffe, die exotische Dinge aus fernen Ländern mitbringen, zu. Und sieht Menschen aus fernen Ländern, aber auch die Armut und das schwere Leben damals!
So ganz nebenbei entspinnt sich noch eine kleine zarte Liebesgeschichte.
Auch gut mit der Handlung verwoben, einige berühmte Werke des Malers. In einem Anhang ist aufgeführt, wo sie jetzt zu finden sind.

Zu den Hintergründen:
Die Autorin Alexandra Guggenheim ist promovierte Kunsthistorikerin, mit Sicherheit stammt daher die detaillierte Beschreibung von Maltechniken etc.
Samuel Bol ist eine fiktive Figur (trotz der im Vorwort beschriebenen Tagebücher). Ein kleiner „Kunstkniff“ der Autorin. 😉

Viele Schüler hatte Rembrandt trotzdem. Man spricht von fünfzig. Bewiesen sind zwanzig. Auch einen mit dem Namen Ferdinand Bol. Erste Werke von ihm stammen aus dem Jahr 1635, zu Rembrandt kam er aber erst 1636, vermutlich als Meisterschüler. 1641 lässt er sich in Amsterdam nieder und etablierte sich im Laufe der Jahre als bedeutender Bildnismaler, wie Rembrandt einer war. Vielleicht  auch ein wenig gedankliches Vorbild für Samuel Bol?
Ferdinand Bol wurde 1616 in Dordrecht geboren und starb 1680 in Amsterdam.
Auf der verlinkten Seite kann man seine Gemälde anschauen…
HIER KLICKEN >>>>
Rembrandts Schüler erhielten bei ihm weder Kost noch Logie. Deshalb war das Lehrgeld von 100 Gulden pro Jahr, ziemlich hoch. Weiterhin verkaufte Rembrandt die Bilder seiner Schüler.
Rembrandt verstarb am 4.Oktober 1669 und wurde am 8. Oktober in der Westerkerk (berühmte Kirche, u.a. Anne Frank beschreibt den Glockenklang, den sie in ihrem Versteck hören konnte, in ihrem Tagebuch) in einem Armengrab beigesetzt. Eine Gedenktafel erinnert in der Kirche an ihn.

Einen Satz aus dem Buch, der dem Meister in den Mund gelegt wurde und den er über einen Anatomieprofessor sagte, den er porträtieren sollte, möchte ich zitieren. Er hat wohl immer Gültigkeit!

Es mag sein, dass ihn einige für eine wichtige Persönlichkeit halten, aber eine Persönlichkeit ist er deswegen noch lange nicht. Dazu sind Charakter und Bescheidenheit vonnöten. Keine dieser Eigenschaften habe ich bei dem Medicus erkennen können.

Rembrandts Gemälde „Simeon im Tempel“ blieb unvollendet…Zum anschauen
HIER KLICKEN >>>>

Und auch in dieses Jahrhundert, fällt der Tulpen-Boom, der so manchen ins Unglück gestürzt hat. Der ganz große Boom, war schon zu Rembrandts Lebzeiten (1606 -1669), allerdings nicht mehr so extrem zu der Zeit, als Samuel Bol bei ihm gewesen sein soll. 1637 hat der Boom den ersten „Börsencrash“ der Geschichte verursacht. Bis dahin wurden Höchstpreise erzielt und wirkliche Unsummen für Tulpenzwiebeln gezahlt. Darüber haben wir ebenfalls schon mal geschrieben.
HIER KLICKEN >>>
Er darf aber in dem Buch natürlich auch nicht fehlen.

Was auch nicht fehlt, sind historische Personen aus dem Umfeld Rembrandts, wie seine Tochter, seine Schwiegertochter und Enkelin. Auch seine Magd.

Fazit:
Wen historische Romane, Kunst und das Leben (in Amsterdam und auf dem Lande) zu dieser Zeit überhaupt nicht interessieren, für den dürfte es langweilig sein. Für alle anderen, ein gut zu lesender historischer Roman, mit gut recherchierten Hintergründen aus diesem Jahrhundert.
Erschienen im Jahr 2006.

Und Lesevergnügen zum kleinen Preis… ich habe dieses Buch für wenig Geld aus dem „Wühlkasten“ gezogen. Es ist auch noch, sowohl neu, wie auch gebraucht, zum kleinen Preis zu erstehen. Auch online… zum Beispiel bei Weltbild Booklooker… 😉

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Bücherwurm…“Eine Handbreit Hoffnung“

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Heute möchte ich euch ein Buch empfehlen, das beeindruckendsde, welches ich je in meinem Leben gelesen habe.

Eigentlich nicht nur ein Buch, sondern ein wohl ziemlich einmaliges Zeugnis der Geschichte. Der Geschichte im Osten Europas. In einer kleinen Stadt namens Zólkiew, damals Polen, heute Ukraine, mit dem Namen Schowkwa Wikipedia>>>> .

Von 4400 jüdischen Einwohnern lebten bei der Befreiung am 24. Juli 1944 noch 70. Alle anderen starben im Vernichtungslager Belcek, im Ghetto oder wurden in der Nähe der Stadt erschossen.

Das Städtchen liegt nahe der bekannten Stadt Lemberg, Austragungsort der Fußball-EM 12 und jetzt wieder in den Schlagzeilen.
Ab 1867 unter der Doppelmonarchie Österreich/Ungarn hatten die Lemberger die österreichische Staatsbürgerschaft und wurden vorher auch schon von den Habsburgern regiert. Das und mehr nachzulesen bei Wikipedia>>>>

Und ist etwa 150km entfernt vom Vernichtungslager Auschwitz.

Clara Kramer

Eine Handbreit Hoffnung 

Die Geschichte meiner wunderbaren Rettung vor den Nazis

Klappentext:

Claras Tagebuch

Polen 1942: Ausgerechnet der Nazi Beck versteckt Clara und ihre jüdische Familie in einem Erdloch unter seinem Haus. Clara gelingt es, dort Tagebuch zu führen.

Sie beschreibt die fürchterlichen Lebensbedingungen, die fürchterliche Enge, das grausame Stillhalten-Müssen

und die Todesangst, wenn über ihren Köpfen- kaum eine Handbeit entfernt- die deutschen Besatzer ihre Reden schwingen, die Dielenbretter unter den polternden

Stiefeln ächzen.

Mehr als sechzig Jahre danach erzählt Clara nun ihr Schicksal: wie trotz des Krieges stets die Hoffnung in ihrem Herzen weiterlebte – und sie gerettet wurde.

Und wie letzten Endes ihre Aufzeichnungen bei Kriegsende auch zum Rettungspfand für die Familie Beck wurden.

Claras Erzählungen gehen tief unter die Haut und treffen mitten ins Herz. Berührend, aufwühlend und erschreckend. Sie erzählt von Stalins Schreckensherrschaft und vom Leben mit dem Krieg.

Polen, die ihre jüdischen Nachbarn verraten, oft für nur eine Ration Schnaps. Von der antisemitischen ukrainischen Bevölkerung und Polizisten, die schießwütiger waren als die Nazis. Von Juden, die sich nur um sich gekümmert haben und die wohl auch das Verhungern von Kindern in Kauf genommen hätten, obwohl es ihnen anders möglich gewesen wäre.

Und natürlich von den Gräueltaten der Nazis. Deren Grausamkeiten schon beim lesen oft kaum zu ertragen sind. Hin-und wieder war eine Pause nötig, um das alles zu verarbeiten.
Manchmal kann man sich aber auch irren und der großmäuligste Nazi hat doch ein Herz, das zeigt sich in der Geschichte auch.

Was Menschen ertragen mussten und können, wenn ihnen keine andere Wahl bleibt und was Menschen anderen antun können, ist schier unfassbar.

Manchmal meint man, sie müssten daran verzweifeln.

Und dann sind da noch Becks, die allen Widerständen zum Trotz und unter Einsatz ihres Lebens, diese Menschen verstecken. Obwohl der Volksdeutsche Beck, Juden hasst.

Sie sind die Handbreit Hoffnung und das zeigt mal wieder mehr als deutlich, dass es vollkommen egal ist, aus welchem Land jemand kommt und welchen Glauben die Menschen haben. Jetzt immer noch ein aktuelles Thema.

Die Becks waren ihnen nach dem Krieg näher, als Blutsverwandte.

Den Schluss des Buches, musste ich gleich mehrmals lesen. So wie einem vorher aus jeder Zeile der Schrecken und die Todesangst fast fühlbar „entgegen sprangen“, „entströmt“ den letzten Zeilen ein unglaubliches Glücksgefühl, überlebt zu haben und Menschen bei sich zu haben, denen man näher ist, als sonst jemandem auf der Welt.

Claras Schilderung vereint alle menschlichen Stärken und Schwächen und zeigt, wie Menschen in Extremsituationen reagieren. Das ist bis heute so.

Clara Kramer schreibt als Widmung:

Für meine Eltern,

die mich Mitgefühl und Anstand lehrten;

für meine kleine Schwester,

die mir zeigte, was wahrer Mut ist;

und für die Becks,

die mir das Leben retteten und mir den

Glauben an die Menschheit zurückgaben.

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Die 1927 geborene Clara Kramer, lebt jetzt in den USA und hält selbst in ihrem hohen Alter, noch viele Vorträge vor Schülern und Studenten und liest aus ihrem Buch (zumindest vor 5 Jahren noch).

Ihr Tagebuch wird im Holocoust Memorial Museum in Washington D.C. aufbewahrt.

Das Haus mit dem Kellerversteck, gibt es auch noch. Es gehört jetzt einem ukrainisches Paar, das den Besuchern aus den USA freundliche Aufnahme gewährte.

Offensichtlich Menschen, die sich der Tragweite der Dinge die dort geschehen sind, bewusst sind. Und somit helfen, das Vermächtnis und die Erinnerung daran, zu bewahren.

Die Becks wurden 1995 in der Gedenkstätte Yad Vashem in Israel geehrt. Ihre Tochter Ala pflanzte im Garten der Gerechten einen Baum.

Mein Fazit:

Man kann sich vor Clara Kramer und dem, was sie tut, nur tief verneigen. Und ihr (Tage-) Buch, ihr Vermächtnis, sollte keinesfalls ungelesen bleiben!

Es ist Erinnerung, Mahnung und Geschichtsunterricht, wie er lebendiger nicht sein kann. Mahnung, so etwas nie wieder geschehen zu lassen!!!
Heute jährt sich auch der Bombenangriff auf Pforzheim. 17 000 Menschen starben dabei. Fast das ganze Stadtzentrum wurde zerstört. Und die Rechten haben einen Fackelzug angekündigt! Die Toten werden sich im Grab umdrehen.

Die Originalausgabe erschien 2008 unter dem Titel „Clara`s War“ bei Ebury Press.

Und die deutsche Originalausgabe 2009 im Droemer Verlag, Ein Unternehmen der Droemerschen Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. GmbH & Co. KG, München

ISBN 978 -3-86800-387-1

Bücherwurm… (aus der) „Die Spanschachtel“…

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Heute mal wieder ein Buch, welches ich gerade mit Vergnügen ausgelesen habe…

„Die Spanschachtel“ von Martha Frei

Klappentext:

„Die Spanschachtel“ ist eine kurzweilige, vergnügliche, bisweilen auch nachdenklich stimmende Sammlung von Kurzgeschichten und Erzählungen, Autobiographisches und Erfundenes aus dem Tal am Fuße des Watzmannes* und der großen, bayrischen Stadt.

Damit ist eigentlich alles gesagt…  😉

Die Autorin hat in der „Spanschachtel“ viele schöne, mit viel Herz und Seele geschriebene Geschichten gefunden.

Mit einem guten Schuss „boarischem“ Humor und liebenswerter Schlitzohrigkeit gewürzte Geschichten aus dem wahrem Leben.

Einige auch nachdenklich berührend, dramatisch oder einer zauberhaften Phantasie entstammend.

Vergnügliche Geschichten nicht nur für Menschen aus Bayern!


Mehr möchten wir hier nicht verraten, nur soviel, es wird sich sicher keinem langweilig! Ich hatte ziemlich oft ein Schmunzeln oder ein richtig breites Grinsen im Gesicht.

Und liebe Autorin…kleiner Tipp für das „nächste Leben“….

Die Liebe unter Schnecken geht in etwa soooo >>>>  😉

Und möglichst vorher beruhigend auf die Eltern einwirken, nicht dass wieder jüngere Geschwister die „Schneckenkinderstube“ für sich beanspruchen…  😉

Nix für ungut und im Ernst…. Es war mir ein Vergnügen! Und das ist von Herzen so gemeint! Dankeschön für den Lesespaß!

Erschienen bei „Books on Demand“, ISBN 9783837096453

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* Falls jemand das Tal am Fuße des Watzmannes nicht kennt…bei den untenstehenden Links gibt es einen Überblick….

Berchtesgadener Land / Königssee…HIER KLICKEN>>>

Livecams / Panoramen >>>

Bücherwurm… „Seelenfeuer“…

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Wieder spannender Lesestoff für´s Wochenende oder später… 😉

Ein „Weihnachtswunsch“ und historischer Roman aus der Zeit des Mittelalters, welchen ich an vier Abenden „verschlungen“ habe…

„Seelenfeuer“…

Klappentext:

Die neunzehnjährige Luzia Gassner führt ein beschauliches Leben als Hebamme am Bodensee. Doch als ihre Mutter stirbt, muss sie im Jahre 1483 deren Nachfolge in Ravensburg antreten. Sie verlässt sich bei ihrer Arbeit nicht auf Gebete, sondern auf die Kräuterheilkunde und ihren medizinischen Sachverstand, den sie durch die Freundschaft  mit dem jungen Medicus Johannes von der Wehr gezielt schult. Mit Bilsenkraut und beherztem Eingreifen rettet sie vielen Frauen und Neugeborenen das Leben. Damit fordert sie aber auch den Hass des mächtigen Kaplans heraus. Als ein Hagelunwetter und die Pest die Stadt verwüsten, ergreift der Kaplan die Gelegenheit, um Luzia der Hexerei zu bezichtigen. Einzig ihr Onkel und Johannes von der Wehr glauben an ihre Unschuld. Doch werden sie Mittel und Wege finden, Luzia vor dem Scheiterhaufen zu retten?

Die Autorin wählte für ihre Romanfigur eine junge Frau, die damals sicher in Gefahr gewesen wäre, als Hexe verfolgt zu werden.

Leuchtend rote Haare, (noch) unverheiratet, wissbegierig, mit großem Wissen über Pflanzen und deren Wirkung, sowie in einem heilendem Beruf tätig.

Des Lesens und Schreibens mächtig (schwer erkämpft und erlitten) , eigenständig und sie besaß einen schwarzen Kater namens Nepomuk.

Eine selbstbewusste junge Frau, die „nur“ den Frauen helfen möchte und das auf Grund ihres Wissens auch kann.

Da hätte sicher der eine oder andere Angst vor ihrer Courage bekommen.

Geschrieben ist das Buch in einem wunderschönen, lyrischen und bildhaftem Schreibstil. Die Autorin muss ihre Heimat, den Bodensee, sehr lieben.

Ich habe noch nie so schöne und bezaubernde Be-und Umschreibungen für die Stimmungen am Bodensee und vom Bodensee gelesen. Das schöne Meersburg und das Kloster Reichenau bleiben auch nicht außen vor.

Ebenso bildhaft sind die handelnden Personen beschrieben. Dadurch kann man sich gut in das Leben der Menschen und diese Zeit „hineinlesen“.

Ganz nebenbei wird noch viel Wissen über das Leben zu dieser Zeit, das Denken, den Glauben und die Bräuche vermittelt.

Ebenso Wissen über viele Heilpflanzen.

Über einiges haben wir hier auch schon geschrieben. Wie den Johannistag (Midsummer)>>> oder den Holunder>>>

Das Leben von Luzia, ihren Freunden, Familie und Nachbarn ist sehr lebendig beschrieben. Das Thema Hexenverfolgung, bestimmt überwiegend nur im letzten Drittel des Buches die Handlung. Als der ihr schon als Kind nicht wohlgesonnene Kaplan, auf dieses Mittel verfällt, um Luzia loszuwerden.
Luzia selbst, wäre eigentlich viel lieber am Bodensee geblieben. Ihr Bewusstsein, den Frauen helfen zu wollen und müssen und dass ihr der Beruf der Stadthebamme ein Leben als Bürgersfrau ermöglichte, sowie nicht genügend Arbeit für zwei Hebammen in dem kleinen Ort am Bodensee, ließen sie letztendlich eine andere Entscheidung fällen.
Das Leben und auch die Liebe gehen eben sehr oft, ihre ganz eigenen Wege!

Hintergründe….

Eine der handelnden Personen im Buch, ist der Dominikaner Heinrich Kramer. Bekannt als „berüchtigter Hexenjäger“ und Verfasser des unheilvollen „Hexenhammers“.

Eines Buches, welches Anleitung zur Hexenverfolgung und Vernichtung gab. Er zeigt darin  unter anderem auf, wie man eine Hexe erkennt und wie man ihr durch Folter ein Geständnis abringt.

Hebammen wurden ganz besonders verfolgt. Die Grundlagen dazu, legte der Theologe Thomas von Aquin (1225-1274).
Er behauptete, dass die heilenden Frauen schwarze Magie betrieben und mit dem Teufel im Bunde stünden.

HIER >>> kann man das nachlesen…

Und HIER >>> der entsprechende Auszug aus dem Hexenhammer.

Es wurde 1487 (Wikipedia gibt 1486 in Speyer an)  zum ersten Mal veröffentlicht. Bereits 1484 erwirkte Kramer in Rom eine Bulle, die sein Wirken gegen die Hexen autorisieren sollte. Diese fiel aber nicht zufriedenstellend aus. Trotz alledem zettelte er im Herbst 1484 in der Reichsstadt Ravensburg eine Hexenverfolgung an. Zwei Frauen wurden verbrannt, nachdem sie gestanden hatten, sich dem Teufel hingegeben und Hagel und Unwetter erzeugt zu haben. Anderen gelang es freizukommen. Und es gab tatsächlich ein großes Hagelunwetter, welches die gesamte Ernte zerstörte.
Der Hexenhammer wird auch im Zusammenhang mit einer gescheiterten großen Hexeninquisition in der Tiroler Hauptstadt Innsbruck im Herbst 1486 gebracht.
Quelle und mehr über das Leben, das unselige Wirken von Heinrich Kramer und der Hexenverfolgung allgemein, sowie Auszüge aus dem Hexenhammer, kann man HIER >>> nachlesen.

Weitere Erklärungen und Hintergründe dazu, über Wetterunbilden, große Preissteigerungen und Hungersnöte in dem Jahrhundert, kann man auf der Seite der Autorin Cornelia Haller nachlesen.

HIER KLICKEN >>>

Jetzt ist die Erklärung zu den Hintergründen länger geworden, als ursprünglich geplant. Man findet im Internet allerdings auch Meinungen, in denen behauptet wird, dass die Heilkunst der Hebammen hoch anerkannt und sie deswegen nicht verfolgt wurden. Dem ist leider nicht so. Aufklärung schien mir nötig zu sein!

Mein Fazit: Ein sehr gelungenes Erstlingswerk (stände es nicht dabei, ich würde es nicht glauben), spannend, interessant und mit Freude zu lesen! Ich freue mich auf weitere Bücher der Autorin!

Die Autorin wurde 1966 in Immenstaad am Bodensee geboren und lebt und arbeitet mit ihrer Familie immer noch am Ufer des Bodensees.

Das Original des Buches ist 2012, beim Hoffmann und Campe Verlag Hamburg erschienen. ISBN 978-3-455-40357-2

Sehr schön und passend auch das Cover des Buches…

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Aus aktuellem Anlass… + Buchtipp…

Wenn man nach dem kürzlichen Outing von Herrn Hitzlsperger so im WWW unterwegs war, konnte man viele Meinungen lesen… u. a. viel Zustimmung, aber auch genervt sein vom Medien-Hype ( können wir verstehen, Herr Hitzlsperger war dafür aber nur der Auslöser, der Hype kam von den Medien) und dass Leute, die das gar nicht möchten, „ständig“ die sexuellen Präferenzen anderer auf’s Auge gedrückt bekommen.
Auch, was so ein Outing nach der Karriere noch bringen soll, höchstens was für ein Buch…
Homosexualität wird mit Exhibitionismus verglichen… etc.

Woher das kommt, kann man nur vermuten. Eventuell von gewissen Sendungen, für die sich leider immer wieder Leute finden, die dann, wenn der Tag lang ist, alles Mögliche (und Unmögliche) erzählen. Was ihnen nachher sicher oft nicht gut bekommt, aber Hauptsache, diese Medien hatten ihre Sensation. 😦
Mit dem öffentlichem Outing von Herrn Hitzlsperger hat das alles aber sicher gar nichts zu tun!!!
Woanders hatten wir zumindest noch nicht das Gefühl, übermäßig von irgendwelchen Outings „belästigt“ zu werden. Oder ist da was an uns vorbeigegangen?

Ein so genanntes „Coming -out“ (wörtlich übersetzt: „aus sich herauskommen“) ist leider! immer noch nötig!
Für diejenigen selbst und um zumindest das persönliche Umfeld zu informieren und damit die Menschen sich an den Gedanken gewöhnen und akzeptieren können, dass da jetzt jemand ist, der/die eben schwul oder lesbisch ist und das was er/sie fühlt, selbstverständlich auch leben möchte.
Denn das ist noch lange nicht für alle selbstverständlich!
Nur wenige Menschen schaffen und wollen es, das über längere Zeit oder dauerhaft, heimlich zu leben.
Bei „öffentlichen Personen“, kann auch mal ein öffentliches Coming-out nötig sein! „Angst“ vor „ständigen Outings“ braucht aber wohl keiner haben.
So weit, sind wir noch lange nicht!

Was auch mal wieder eine aktuelle Unterschriftenaktion, der sich auch die zwei großen Kirchen in Baden-Württemberg angeschlossen haben, beweist. Die Landesregierung will einen Toleranz-Unterricht einführen, bei dem auch das Thema Homosexualität fächerübergreifend und gleichgestellt mit dem im Grundgesetz festgeschriebenen Schutz von Ehe und Familie, behandelt würde.
Gegner und die Kirchen wenden sich dagegen, weil die Jugendlichen in ihrer sexuellen Entwicklung beeinflusst werden könnten.
Eigentlich sollte inzwischen bekannt sein, dass man diese Entwicklung weder nach der einen, noch der anderen Seite beeinflussen kann! Homosexualität ist nicht ansteckend und kann auch nicht „beigebracht“ werden. Es ist jeder so, wie der liebe Gott ihn geschaffen hat! Gelehrt werden, kann aber Wissen darüber und damit Vorurteile verringert!
Damit könnte auch die erhöhte Suizidrate unter homosexuellen Jugendlichen verringert werden, die nicht, wie in der Petition behauptet, von der reinen Homosexualität kommt, sondern vom Umgang Anderer mit ihr!

Diesen Punkt bemängelt auch eine Gegenpetition. Ob man im geplanten Toleranzunterricht noch andere Diskriminierungsthemen bespricht, darüber wird geredet werden müssen und das wäre sicher auch wünschenswert und gut.

Ansonsten sollten sich die ewig Gestrigen schon mal überlegen, was sie da nicht haben wollen. Selbst im katholischen Bayern wird das bereits im Unterricht thematisiert.

Laut der SPD Baden-Württemberg, enthält der Entwurf bei weitem nicht nur das! Aber das Thema scheint schon arg diskussionsbedürftig zu sein!

Die Unterschriftenlisten zeigen aber das Denken der Bevölkerung.
Die Petition gegen den Bildungsplan zeichnet bereits über 100 000 Unterschriften, die der Befürworter, 42 000.

Mehr Infos und entsprechende Links, gibt es HIER>>>>

Hinweis: Die Petitionen können von allen unterzeichnet werden, auch aus dem Ausland!

Und vielleicht ändert sich ja irgendwann doch das Denken, dass sich niemand mehr outen muss, sondern einfach leben und lieben kann.

Nach langem Vorwort und aus oben genannten Gründen, nun endlich zum Buch, einer sicher besseren „Quelle“, als so manche TV-Sendung…
Da das von Herrn Hitzlsperger noch nicht zu haben ist*, einem Buch, welches schon länger auf dem Markt ist, aber noch immer aktuell.
Und eines der wenigen Bücher, die es geschafft haben, den Weg in mein „Herz“ zu finden!

*Ironie… ob es da überhaupt mal eines geben wird, wissen wir natürlich nicht…

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Sein Titel ist „Daniel“ von Frank Makowski geschrieben.

Klappentext:

„Dieses ist eine wahre Geschichte.
Alle Personen sind nicht frei erfunden
und jede Ähnlichkeit mit noch lebenden Personen
ist kein Zufall.
Es ist die Geschichte meines Coming-outs, meiner ersten
großen Liebe und deren Ende. Es ist ein Aufruf und eine
Ermutigung an alle, ihr Schwulsein zu akzeptieren, es
zu leben und es zu lieben.“
Frank Makowski

Zum Autor:

Frank Makowski ist (war zu dem Zeitpunkt) 27 Jahre alt
und lebt seit seiner Geburt in Aachen.
Er ist der jüngste von zwei Söhnen und wuchs
in einer gutbürgerlichen Familie behütet auf.
Seine Hobbys, die Elektronik und den PC,
machte er zum Beruf.
Spät erst merkt er, dass er schwul ist und
dass es im Leben auch noch etwas anderes gibt,
als Arbeit.

Frank Makowski schildert sehr ehrlich, offen und gefühlvoll seinen Weg zum Coming-out. Seine ersten Gefühle, Ahnungen, das Wegschieben derselben, denn… „es kann nicht sein, was nicht sein darf“. Schließlich das (An-) Erkennen seines Schwulseins, das Erleben der ersten großen Liebe und das große Glück, endlich das ausleben zu dürfen, was er fühlt.
Aber auch, die immer schwerer drückende Angst, sich zu outen. Eventuell abgelehnt zu werden, Freunde oder Familie zu verlieren und im Job nicht mehr anerkannt zu werden.
Alles andere, schreibt und beschreibt der Autor wesentlich besser und inniger.

Ein absolut berührendes und beeindruckendes Buch. Für Menschen, die gern wissen möchten, wie man(n) sich in dieser Situation fühlt und alle, die einfach die berührende und dazu noch wahre Geschichte, einer großen Liebe lesen möchten.

Gewidmet hat Frank Makowski das Buch Daniel, seiner ersten großen Liebe. Ohne den er nicht gleich den Mut gefunden hätte, das zu leben was er fühlt!

Sein Vorwort soll unser Nachwort sein…

In diesem Buch, welches meine Erinnerung ist,
auf der ersten Seite des Kapitels,
in dem der Tag beschrieben wird,
an dem ich dich zum ersten Mal traf
kann man die Worte lesen,
hier beginnt ein neues Leben.

Aus dem Buch Vita Nuova von Dante Alighieri

Hinweis unsererseits, bei Interesse am Buch, bitte unbedingt lesen!

Der Autor schildert wirklich alles offen und ehrlich, dazu gehört auch die Liebe im „Bett“ und nicht nur Küsse!
Leser, die sowas nicht lesen möchten, seien hiermit „gewarnt“.
Allerdings kann man das auch „auslassen“ und bei der „Zigarette danach“ weiterlesen.
Den „Faden“ verliert man trotzdem nicht.
Und wer alles liest, wird schnell feststellen (falls er es noch nicht weiß), dass innige Liebe immer schön ist,
egal ob zwischen Mann und Frau, zwischen Männern oder Frauen.

Erschienen 2001 im Himmelstürmer Verlag. ISBN 3-934825-12-5

Zu bestellen unter anderem HIER

Bücherwurm…“Beerensommer“ Familiensaga aus dem Schwarzwald

Herbstzeit ist Lesezeit, die Abende werden länger und die Lust auf’s Lesen steigt.
So hat der Bücherwurm wieder allerhand zu tun, sich die Seite zu „merken“, auf der ich zu lesen aufgehört habe.
Er ist übrigens ein Mitbringsel aus dem Kloster Marienthal

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Gerade ausgelesen habe ich ein Buch, welches mich sehr berührt und beeindruckt hat. Es ist zwar schon vor einigen Jahren erschienen, ich habe aber erst vor einer Weile, eine genehmigte Lizenzausgabe bei einer Augsburger Verlagsgruppe entdeckt.

Sein Titel ist…

„Beerensommer“ Familiensaga aus dem Schwarzwald

geschrieben von Inge Barth-Grözinger

erschienen im Thienemann Verlag

ISBN 978-3-86800-382-6

Ab 13 Jahren

Um es vorweg zu nehmen, es ist keine der üblichen Familiengeschichten nach „Gutsherrenart“, über reiche Reedersfamilien oder ähnliches. Trotzdem oder gerade deswegen, mehr als lesenswert!

Im „Klappentext“ steht geschrieben…

Die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft, die zur Geschichte einer erbitterten Feindschaft wird.

Anfang des 20. Jahrhunderts, wir schreiben das Jahr 1917: Als Friedrichs Vater stirbt, ändert sich für seine Familie alles. Hat er bisher in einem prächtigen Haus in der Herrengasse gewohnt, muss er nun in die Stadtmühle ziehen, zu den Ärmsten der Armen, die nicht einmal Schuhe für ihre Kinder haben. Johannes, ein Junge in seinem Alter, wohnt dort schon seit seiner Geburt. Zwischen den zwei sehr unterschiedlichen Jungen entwickelt sich eine enge Freundschaft, die schon bald in erbitterte Feindschaft umschlägt- und sie trotzdem ihr Leben lang nicht loslassen wird.

Beerensommer- ein packender Roman, der den Leser tief in die Geschichte des 20. Jahrhunderts hineinzieht.

Zum Inhalt:

Nach dem Tod ihrer krebskranken Mutter, für die sie die Schule geschmissen hat und bis zum Tod begleitet, fühlt sich Anna Helmbrecht verloren und allein. Ihr Vater lebt in Australien und schreibt nette Briefe, zu ihm gehen, möchte sie aber nicht.

So bleiben ihr nur einige Fotoalben und die Menschen und Gesichter darin, die sie nicht kennt. Keinen Einzigen…
Ihre Mutter Marie hatte über ihre Kindheit, Jugend und über den Ort, an dem sie aufgewachsen ist, immer geschwiegen und fast nichts erzählt. Und sich stets geweigert, dorthin zu fahren. Obwohl sie Großvater Johannes immer wieder eingeladen hatte.

So macht sich Anna auf, in ein kleines Schwarzwald-Dorf namens Grunbach, zur alten Gretl, die wie Friedrich und Johannes, im Armenhaus des Ortes, der Stadtmühle, aufgewachsen ist. Um die Tagebücher ihres Urgroßvaters Johannes zu lesen und aus ihnen und von Gretl zu erfahren, wer ihre Familie ist und zu wem sie gehört.

Von der alten Gretl freundlich und liebevoll aufgenommen, beginnt sie zu lesen. Von Johannes und Friedrich und den anderen aus der Stadtmühle. Von bitterer Armut und von Menschen, die sich trotzdem ihren Stolz und ihre Menschlichkeit bewahren. Ebenso, wie die Hoffnung und ihre Träume von einem kleinen oder großem Glück.

Vom Grauen des ersten Weltkrieges, der ersten Liebe, Hochzeit, Familie, Söhnen und Töchtern und die Gefühle für sie.

Vom Beginn der Nazi-Herrschaft und Schrecken des 2. Weltkrieges, der auch um kleine Orte im Schwarzwald keinen Bogen gemacht hat. Die Nachkriegszeit, bis in die Sechziger Jahre.

Von Friedrich und Johannes, ihrem Urgroßvater, die völlig verschiedene Wege gehen und deren Wege sich trotzdem immer wieder kreuzen.

Zeilen, die immer wieder aufzeigen, dass es im Leben nicht nur schwarz und weiß gibt, sondern auch grau und viele Zwischentöne. Und Anna auch die eine oder andere Überraschung erleben lassen, was ihre Vorfahren betrifft.

Dann immer wieder der Bogen in die heutige Zeit, in der ihre noch dort lebenden Anverwandten zeigen, wo und wie ihre Vorfahren gelebt haben.

Orte, die in Johannes Büchern beschrieben sind. Und Annas Fragen dazu beantworten, so gut sie es vermögen.
Und so langsam begreift Anna die Geschichte ihrer Familie und beginnt zu fühlen, zu wem und wohin sie gehört.

Neben all den tragischen Dingen, ist auch noch Platz für eine, vielleicht neue Liebe. Denn ein Ende, ist immer auch ein neuer Anfang.
Oder wie ihr Urgroßvater Johannes mit glücklichem Blick zu Gretl gesagt hatte, als er die kleine Anna zum ersten Mal in den Armen hielt: “ Meine kleine Anna…Es geht also weiter, Gretl, es gibt wieder eine Anna.“

Fazit: Ein sehr einfühlsam geschriebenes Buch, bei dem die zum Teil düstere Geschichte des 20. Jahrhunderts, mit den im Buch beschriebenen Menschen und deren Suche nach dem großen oder kleinem Glück, lebendig wird. Es fällt schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Man bangt mit den Menschen, möchte wie Anna wissen, wie es mit Johannes und Friedrich weitergeht. Und ein wenig werden die Geschichten ihrer Familie, zu der eigenen Geschichte!
Auch, weil man von Eltern und Großeltern, was die geschichtlichen Ereignisse betrifft, ähnliches gehört hat.
Von vielen Ereignissen und Verhältnissen damals, lassen sich oft Parallelen in die Neuzeit ziehen.

Unbedingt lesen und sehr zu empfehlen! Und wie schon geschrieben, ab 13 Jahren und auch für Jugendliche geeignet!

So ganz „nebenbei“, wird auch noch viel geschichtliches Wissen vermittelt!

Auch für die Menschen, die meinen, die Rechten würde ihnen „Heil“ bringen… solche Leute bringen nur Unheil. Und wie sagt auch Johannes in dem Buch… „Wer mit dem Teufel essen will, braucht einen langen Löffel.“

So einen langen Löffel hat niemand!

Und ich habe daraus die gleichen Schlüsse gezogen wie Anna. Wir leben im Hier und Jetzt, aber die Menschen und deren Geschichten sollten wir nie vergessen!

Unser Schlusswort, soll das Vorwort der Schriftstellerin sein. Es stammt aus Johannes Lieblingsbuch, dem „Taugenichts“ von Joseph von Eichendorff…

„Wir müssen, dachte ich, doch am Ende aus dem Walde und der Nacht herauskommen.“

Die Schriftstellerin Inge Barth-Grözinger, wurde 1950 in Bad Wildbad im Schwarzwald geboren. Seit 25 Jahren unterrichtet sie am Peutinger-Gymnasium in Ellwangen Deutsch und Geschichte.

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Posted by regenbogenlichter

Der Pestengel von Freiburg… Buchtipp

Der (noch) neueste historische Roman von Astrid Fritz… jetzt im September 2012, soll erneut einer erscheinen…

(Hier das Cover von der Weltbild-Ausgabe)

Aus dem Klappentext:

Freiburg, 1348: Unaufhaltsam wälzt sich die Pest von Süden heran. Schuld an der Seuche sollen die Juden sein. Als Clara, die Frau eines Wundarztes, herausfindet, dass ihr Sohn das jüdische Nachbarsmädchen Esther liebt, versucht sie mit allen Mitteln, ihn vor der gefährlichen Verbindung zu schützen. Es kommt zu einem Zerwürfnis zwischen Mutter und Sohn und in der gleichen Nacht zu Esthers Verhaftung.
Unterdessen erkennt Claras Mann, dass sich der schwarze Tod durch Ansteckung verbreitet und schickt seine Familie aus der Stadt.
Als er bald darauf selbst an Lungenpest stirbt, kehrt Clara zurück und tritt sein Vermächtnis an. Wagemutig lässt sie alle Ressentiments hinter sich und sagt nicht nur der Pest, sondern auch dem Hass gegen die Juden den Kampf an.

Wie alle ihre Bücher, kein historischer Roman von der „Stange“….
menschlich, gesellschaftskritisch, einfühlsam…
Durch ihre fundierten geschichtlichen Kenntnisse (Historikerin), versteht es die Autorin wie kaum jemand anderes, ihre Leser auf eine spannende Reise ins mittelalterliche Leben Freiburgs mitzunehmen. Wer in Freiburg war und die Gassen kennt, dem wird einiges bekannt vorkommen. Bei uns haben ihre Bücher übrigens keinen kleinen Anteil daran, dass wir Freiburg kennenlernen wollten. 😉
Die „fein gezeichneten“ Charaktäre, lassen die Menschen in ihren Büchern zum Leben erwachen.
Auf der Reise begegnet man großen Gefühlen, Liebe, inniger Zuwendung, aber auch den tiefsten Abgründen der menschlichen Seele, die einen manchmal auch sehr betroffen machen.

Die Figuren in ihrem Buch sind „Charaktäre“, starke Frauen und Männer, von denen mancher vermuten würde, dass sie „machtlos“ sind und trotzdem in mehr als schweren Zeiten, mutig und stark genug sind, anderen zu helfen. Auch unter Einsatz ihres eigenen Lebens. Und damit mehr vollbringen, als sie sich vielleicht selbst zugetraut hätten.

Obwohl die Figuren im Roman erfunden und Fiktion (ausgenommen Stadtobrigkeiten und Freiburger Grafen) sind, solche Menschen hat es zu allen Zeiten gegeben. Sie erscheinen nur in keiner Chronik, weil sie keine legendären Schlachten geschlagen haben, keine Schlösser gebaut (bauen lassen) haben etc. Ihre Leistungen waren aber eigentlich viel größer und menschlicher, als die aller Kriegs-und Schloßherren zusammen.

Den vielen Namenlosen hat Astrid Fritz nun mit ihrem Buch indirekt ein Denkmal gesetzt, welches sie mehr als verdient haben!

Weiterhin lehrt das Buch, selbst in einer anscheinend ausweglosen Situation sollte man nie die Hoffnung verlieren. Es gibt immer einen neuen Anfang. Und hin und wieder meint es das „Schicksal“ ja auch gut und es passieren Dinge, die man nicht erwartet hätte.

Mein Fazit:
Wieder ein mehr als lesenswerter historischer Roman. Der durchaus auch seine Parallelen in unsere Zeit hat.

Denn die Zeiten haben sich geändert…die grundlegenden Eigenschaften der Menschen nicht…

So einige Aussagen und Handeln der Romanfiguren, kommen sicher vielen, auch aus unserer Zeit bekannt vor… 😉

Am Ende des Buches ist ein sehr informatives Nachwort der Autorin…

Von mir gibt es dafür “ 10 von 10 Punkten“…. Lesestoff der Spitzenklasse!

Mehr Hintergrundinformationen über ihre Bücher, kann man auf der Internetseite von Astrid Fritz finden.

Und ich freue mich schon auf ihren neuen Roman!

Kunstmomente im Alltag…

Manchmal fällt einem erst nach einem Anstoß Dritter etwas ins Auge…

Bei mir ist es dieses ganz normale Wohnhaus (an dem ich schon unzählige Male vorbeigegangen bin), mit einem Wandfries, der die ganze Höhe der Außenwand einnimmt.

Es stellt die siegreiche Schlacht auf dem Lechfeld, im Jahre 955, unter Otto I. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und Deutscher Nation (römisch-deutscher Kaiser) und Bischof Ulrich von Augsburg, gegen die Ungarn dar.

Auf dem kleinen runden Bild auf der linken Seite, befindet sich die katholische Pfarrkirche von Fischen, St. Verena mit Frauenkapelle.
Rechts, auf dem kleinen viereckigen Bild, Augsburg mit St. Ulrich und Afra und dem Dom Unserer Lieben Frau.

Afra ist die Stadtheilige von Augsburg, es hält sich hartnäckig die Sage, dass sie eine römische Venuspriesterin war, zum Christentum konvertiert ist und deswegen hingerichtet wurde. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte.

St. Ulrich und Afra

Eine sehr schöne Geschichte darum, hat die Autorin Angela Dopfer Werner gesponnen.
„Myrrha“
Über das Leben von Afra gibt es wenig geschichtlich nachweisbare Daten, aber so wie in der Geschichte, könnte es fast gewesen sein. 😉
Zudem erfährt man noch viel über Leben und Denken im alten Rom. Was dann wieder historisch belegt ist.
Und erlebt eine Reise durch Italien, über die Alpen, bis nach Augsburg. Selbst der alte Mythos von Myrrha ist wundervoll eingeflochten. In ihm vernachlässigt Myrrha ihren Tempeldienst und wird von Venus dazu gebracht, ihren Vater zu verführen. Als Strafe wird sie zum Myrrhenbaum. Nach 10 Monaten springt endlich die Rinde des Baumes auf und sie schenkt Adonis, dem schönsten Mann der Antike, das Leben.
Für Leser die überhaupt nichts mit Glauben und den alten Mythen anfangen können, wahrscheinlich eher nichts, sonst aber ein sehr gut zu lesendes Buch.

Ein Wohnhaus mit einem Gemälde mit diesem Thema zu verzieren, finde ich schon etwas ungewöhnlich.

Hier noch einige Hintergrundinfos zu Bischof Ulrich von Augsburg und der Schlacht auf dem Lechfeld. (Quelle: Bistum Augsburg)

Wenige Monate später drohte größere Gefahr dem schwäbischen Land. Die Ungarn fielen wieder in Bayern ein, verbrannten die Dörfer und Klöster und metzelten alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellte. Die Stadt Augsburg aber, durch die Vorsorge Ulrichs mit einer Steinmauer umgeben, leistete Widerstand. Hoch zu Ross, jedoch ohne Rüstung, nur bewehrt mit der Stola, ermunterte der Bischof die Verteidiger, welche die wütenden Angriffe der Reiterscharen am 8. und 9. August erfolgreich zurückweisen konnten, bis das königliche Heer eintraf. Am Laurentiustag 955 fiel die Entscheidung auf dem Lechfeld südlich von Augsburg. Die Ungarn wurden vernichtend geschlagen, ihre Stoßkraft endgültig gebrochen. Der Sieg war teuer erkauft; Ulrich, der sich an der Schlacht selbst nicht beteiligt hatte, verlor in diesem Kampf seinen Bruder Dietpald und seinen Neffen Reginbald.

Im Waffenstreit bewährt, war Ulrich dennoch kein kriegerischer Bischof. Er fühlte sich in erster Linie als der Hirte, der Gott gegenüber für das Bistum verantwortlich war. In den Friedensjahren vor und nach dem Ungarneinfall bemühte er sich vor allem um den Aufbau der Diözese. Er ordnete die Wiederherstellung des durch Brand vernichteten Mariendoms an, ließ die Johanneskirche südlich der Kathedrale errichten, in der er oft die Messe feierte, und baute das zerstörte Gotteshaus, das St. Afra geweiht war, wieder auf.

Ob das nicht etwas „heldenhaft verklärt“ dargestellt ist, können wir nicht beurteilen. Möglich ist es schon.

Zumindest hätten die vielen anderen Toten bei dieser Schlacht, auch eine Erwähnung verdient.

Weitaus weniger mit Ruhm bekleckert, hat sich ein Augsburger Bischof in der jüngsten Vergangenheit.

Äußerungen unter der Gürtellinie und anderen „Wasser predigen“ und selbst „Wein trinken“, gehen irgendwie gar nicht.
Womit wir wieder in der Neuzeit angekommen wären. 😉

Auf die Idee, mal genauer hinzuschauen, hat mich Sarah Maria mit ihren „Kunstmomenten“ gebracht…

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