Willkommen unterm Regenbogen

Beiträge mit Schlagwort ‘Christian Morgenstern’

Die drei Spatzen….

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Copyright und lieben Dank für das Foto an: Daniela von FAREBNÝ SVET

Die drei Spatzen

In einem leeren Haselstrauch,
da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.
Der Erich rechts und links der Franz
und mittendrin der freche Hans.
Sie haben die Augen zu, ganz zu
und obendrüber schneit es, hu!
Sie rücken zusammen dicht an dicht,
so warm wie Hans hat’s niemand nicht.
Sie hör’n alle Drei ihrer Herzlein Gepoch.
Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.

Christian Morgenstern

Dieses Gedicht liebe ich schon seit der Schulzeit. Und wenn ich Fotos wie das von Daniela sehe, fällt es mir gleich wieder ein. 🙂

Und heute pfeifen es schon die Spatzen aus den Sträuchern…das Wochenende ist fast da…mit „Geflöckel“ erst mal, haben die Meteorologen zumindest angekündigt…  🙂

Und gestern haben sie sie auch schon was „gepfiffen“ Happy Blog-Birthday“ regenbogenlichter. 🙂

Bei dem tollen Frühlingswetter haben wir den aber lieber draußen verbracht.

Der Friseur hat uns „Lichtlein“ eine „frühlingsfrische“ Frisur auf den Kopf gezaubert und ansonsten haben wir die Sonne und das Gezwtischer der Vögel genossen. 😉

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Glühende Liebe…

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Der Seufzer

Ein Seufzer lief Schlittschuh auf nächtlichem Eis
und träumte von Liebe und Freude.
Es war an dem Stadtwall und schneeweiß
glänzten die Stadtwallgebäude.

Der Seufzer dachte an ein Maidelein
und blieb erglühend stehen.
Da schmolz die Eisbahn unter ihm ein-
und er sank- und ward nimmer gesehen.

Christian Morgenstern

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Hach ja… und weg war er, der arme Seufzer… 😉

Wir schicken einen lieben Sonntags-Seufzer an unsere Leser…und schon ist er auf dem Weg.

Engelsflügel… ;-)

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Winternacht

Es war einmal eine Glocke
die machte baum, baum…
Und es war einmal eine Flocke,
die fiel dazu wie im Traum.

Die fiel dazu wie im Traum…
Die sank so leis hernieder
wie ein Stück Engleingefieder
aus dem silbernen Sternenraum.

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Es war einmal eine Glocke,
die machte baum, baum.
Und es war einmal eine Flocke
so leis, als wie im Traum.

So leis als wie im Taum…
Und als vieltausend gefallen leis,
da war die ganze Erde weiß
als wie vom Engelflaum.
Da war die Erde weiß
als wie vom Engleinflaum.

Christian Morgenstern

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Manchmal hat frisch gefallener Schnee wirklich etwas „himmlisches“ und wenn man die leise, weiße Welt betrachtet, ist es wie im Traum…
In einem Traum, ein wenig wie von Weihnachten… 🙂

Die Fotos können wieder einzeln angeklickt oder in der Galerie größer angeschaut werden.

Wie schreibt man(n) mit dem Mond…?

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Zur Zeit sind wir etwas „mondsüchtig“, deswegen gibt es den Mond gleich nochmals… diesmal in einem Gedicht von Christian Morgenstern…

Der Mond

Als Gott den lieben Mond erschuf,
gab er ihm folgenden Beruf:

Beim Zu- sowohl wie beim Abnehmen
sich deutschen Lesern zu bequemen,

ein a formierend und ein z –

dass keiner groß zu denken hätt’.

Befolgend dies ward der Trabant
ein völlig deutscher Gegenstand.

Christian Morgenstern

So kann man(n) selbst den Mond „eindeutschen“… *gins*
Soll heißen, aus dem abnehmenden Mond kann man in Gedanken mit der Mondsichel ein (kleines) „a“ schreiben und aus dem Zunehmenden ein „z“.
Eine gute Eselsbrücke… bis heute…
Das kann man sich bei Wikipedia ansehen.

Achtung! Auf der Südhalbkugel sieht man den Mond „andersrum“, also quasi auf dem Kopf stehend. Das hängt mit dem Standpunkt des Betrachters zusammen. Wir schauen in Richtung Süden, um den Mond zu beobachten und die Südhalbkugel Richtung Norden. Der zunehmende Mond ist immer in Richtung Westen hell. Schaut man nach Süden, ist Westen „rechts“ und schaut man in den Norden, ist Westen „links“…
In Äquatornähe „liegt“ er fast auf dem „Rücken“ …fast wie eine Wiege. Man wird an die märchenhaften Ilustrationen in „Tausendundeiner Nacht“ erinnert.
Die Sternbilder sieht man auch „seitenverkehrt“.
Man kann teilweise auch an den Flaggen islamischer Länder, die einen Mond in der Flagge haben, auf welchem Breitengrad sie sich befinden und wie sie den Mond sehen.

Und weil der Mensch was lernen muss und damit ich nicht in den Mond schaue… bin ich heute zur Fortbildung… Handy eher offline… 😉
Allen einen schönen Mittwoch!

Die Kätzchen von der Weide…

Heute gibt es einen kleinen „Frühlingsgruß“ von uns… an geschützten Stellen, an denen sich die Sonne „anlehnt“, sind schon die Weidenkätzchen draussen…

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Die Weidenkätzchen

Kätzchen ihr der Weide,
wie aus grauer Seide,
wie aus grauem Samt!
O ihr Silberkätzchen,
sagt mir doch, ihr Schätzchen,
sagt, woher ihr stammt.

Wollen’s gern dir sagen:
Wir sind ausgeschlagen
aus dem Weidenbaum,
haben winterüber
drin geschlafen, Lieber,
in tieftiefem Traum.

In dem dürren Baume
in tieftiefem Traume
habt geschlafen ihr?
In dem Holz, dem harten
war, ihr weichen, zarten,
euer Nachtquartier?
Mußt dich recht besinnen:
Was da träumte drinnen,
waren wir noch nicht,
wie wir jetzt im Kleide
blühn von Samt und Seide
hell im Sonnenlicht.

Nur als wie Gedanken
lagen wir im schlanken
grauen Baumgeäst;
unsichtbare Geister,
die der Weltbaumeister
dort verweilen läßt.

Kätzchen ihr der Weide,
wie aus grauer Seide,
wie aus grauem Samt!
O ihr Silberkätzchen,
ja, nun weiß, ihr Schätzchen,
ich, woher ihr stammt.

Christian Morgenstern, 1871-1914

„Kätzchen“ bilden Pappel, Erle, Hasel und Weide. Letztere werden in Bayern und Österreich auch Palmkätzchen genannt. Da sie bei Umzügen am Palmsonntag (Sonntag vor Ostern) bei den Palmbuschen verwendet werden.

Es gibt dicke, eiförmige, die die männlichen Staubbeutel enthalten und  grünlich gefärbte, walzenförmige, die die weiblichen Narben tragen.

Die Blätter der Weiden sind auch interessant…

Sie sind sehr unterschiedlich. Die Form reicht von beinahe kreisrund bis schmal und lanzettförmig. Bei vielen Arten sind die Blätter hellgrün, und an der Blattunterseite lässt sich – bis auf wenige Ausnahmen – immer eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Behaarung erkennen. Bei allen dreht sich das nächste Blatt um jeweils 144°, also 25 Umdrehungen; jedes fünfte schaut wieder in dieselbe Richtung. (Quelle Wikipedia)
Da Weide sehr biegsam und flexibel ist, werden aus ihren Zweigen Körbe und viele andere schöne Dinge geflochten.

Die Rinde der Weiden kann getrocknet und als Tee aufgebrüht werden. Sie enthält Gerbstoffe, Phenylglykoside und Salicin, das vom Körper in Salicylsäure umgewandelt wird. Salicylsäure ist der Grundstoff von Aspirin. Es wirkt fiebersenkend, schmerzstillend und antirheumatisch. Die Wirkung ist stärker, als sie von der Menge des Salicins her sein dürfte. Es wird eine unterstützende Wirkung von anderen Inhaltsstoffen der Rinde vermutet.
Also der Biber aus unserm gestrigen Artikel dürfte keine Zahnschmerzen kennen. 😉

Das wussten wohl auch schon die Kelten. Für sie stand die Weide für die Wiedergeburt der Natur und sie glaubten, dass die Weide sogar Krankheiten abnehmen kann.

Die Weide steht für Inspiration, Magie, Zauber, Ruhe, Ausgeglichenheit und Fruchtbarkeit.
Sie schenkt Freude, seelische Verletzungen finden Heilung. In der Mythologie symbolisiert sie Demeter, die Göttin der Erde.

Achtung!  Weidenkätzchen stehen unter Naturschutz! Blühend sind sie die erste „Bienenweide“ für Bienen, Hummeln und andere nektarsammelnde Insekten.

Deswegen sollte man sie auch in dem Stadium nicht abschneiden! Unsere stammen von einem Ast, den die Stadt beim aussägen liegen ließ. In Blumenläden und Gärtnereien kann man auch welche kaufen, sie sind gezogen, wären aber eigentlich auch Bienenweide. Da es um unsere Bienen nicht wirklich gut bestellt ist (Milbenbefall), ist sie wahrscheinlich noch wichtiger.

Wir haben den Neujahrskater doppelt gesehen… ;-)

Auf der Motorhaube… 😉

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Hat es sich „Fritzi“ gleich bequem gemacht, als wir gestern Nachmittag von der Arbeit kamen….

Er steigt auch gern „ein“ und sitzt dann wie „angenagelt“ auf dem Sitz.

Wenn man ihn ließe, würde er vielleicht sogar eine Runde mitfahren.

Aber da hätte sein Frauchen wohl was dagegen. Ausserdem veranstalten wir eher keine Ausflugsfahrten für Katzen. 😉

Und die Motorhaube wärmte den Katzen-Po einstweilen auch angenehm.

Wie er mit seinem superdicken Winterfell da so sitzt, hat er doch was von Garfield…oder?

In der Katze hast du Mißtrauen, Wollust und Egoismus, die drei Tugenden des Renaissance-Menschen nach Stendhal und anderen. Damit ist sie, ich möchte sagen, das konzentrierteste Tier. Der Hund ist dagegen gläubig, selbstlos und erotisch kulturlos. Unsere heutige Zivilisation nähert sich mehr der Stufe des Hundes. Das Christentum ist vornehmlich gegen die Katze gerichtet. Man darf nach dem allen in einigen Jahrhunderten den Menschen erwarten.

Die Selbstachtung einer Katze ist außerordentlich.

Die Reinlichkeit der Katze ist eine ganz andre, als die des Menschen. Der Mensch wäscht sich, kämmt sich, bürstet und klopft seine Kleider, er entledigt sich, mit einem Wort, seines Staubes, indem er ihn dem Wasser, der Luft, der Erde zurückgibt. Die Katze hingegen schleckt ihn mit unermüdlicher Zunge in sich auf, verleibt ihn sich ein, vertilgt ihn – aber im fruchtbarsten Sinne, indem sie ihn schlankweg in ihr organisches Leben mit hinein nimmt.

Du hast einen Großstadtwinter umsonst den Anblick einfacher, natürlicher Anmut ersehnt. Drehe dich um. Vielleicht sitzt hinter dir auf dem leeren Divan eine etwa einjährige Katze, die dich dann und wann besucht, um sich dort eine halbe Stunde umständlich zu putzen und dann eine zweite halbe Stunde voll tiefen Behagens zu schlummern, – und du siehst was du suchtest, die eingeborene Lieblichkeit unbewußter Natur.

Christian Morgenstern
Aus „Stufen“ 1907

Novemberserenade…

Herbst

Zu Golde ward die Welt;
zu lange traf
der Sonne süßer Strahl
das Blatt, den Zweig.
Nun neig
dich, Welt, hinab.

Bald sinkt’s von droben dir
in flockigen Geweben
verschleiernd zu –
und bringt dir Ruh,
o Welt,
o dir, zu Gold geliebtes Leben,
Ruh.
(Christian Morgenstern)

Für alle die es mögen, Musik zum entspannen und träumen…vielleicht vom nächsten Sommer… 🙂 mit Franz Schuberts „Serenade“…

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