Willkommen unterm Regenbogen

Beiträge mit Schlagwort ‘Gedicht’

Schlaf gut…

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Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.

Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das du uns geschaffen hast.

Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört dir unser Leben ganz.

Laß warm und hell die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so laß uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all deiner Kinder hohen Lobgesang.

Dietrich Bonhoeffer

Liebe Mutter!

Nun bist du für immer gegangen. Du hast dir die letzte Zeit, die du mit uns haben konntest, schwer erkämpft.
Hab von Herzen Dank für alles!
Du wirst immer in unseren Herzen wohnen. ❤

Ruhe in Frieden.

Später Sommer…

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Später Sommer

Verschwunden sind vom Feld die letzten Garben.
Das Laub der Bäume schimmert rostigbraun.
Der Garten strahlt jetzt in Spätsommerfarben,
und draußen steht der Herbst schon vor dem Zaun.
Der Nebel senkt sich wie ein grauer, feuchter Hauch
auf Flur und Au und auf den Hagebuttenstrauch.
Ein letzter Gruß der bunten Georgine,
dann greife ich zur Winterpellerine.

Die Luft ist kühl, es schwingt in ihr ein Grämen,
so wie ein fernes, kaum geahntes Leid.
Es ist so wie ein stilles Abschiednehmen
von einer schönen, vielgeliebten Zeit.
Die Erde prangt in ihrem letzten Blumenflor,
bereitet sich auf herbstlich rauhe Tage vor.
Die Astern blühn so prächtig wie ein Wunder.
Im Glase blinkt und funkelt der Burgunder.

Jetzt rüsten sich die Vöglein auch zum Reisen,
versammeln sich in Scharen im Geäst.
Sie ruhen aus, sie fliegen auf und kreisen.
Es ist so wie ein Sommer-Abschiedsfest.
Bald geht mein Zug, denn heute ist der letzte Tag.
Mir ist so weh, daß ich es kaum beschreiben mag.
Verklungen sind des Sommers frohe Lieder.
Die Träne rinnt, der Asphalt hat mich wieder.

Fred Endrikat, 1890-1942

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Weekendfeeling…

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Sei kein Frosch ist leicht gesagt,
wenn sich Frau Fröschin nicht ins Wasser wagt.
Sie spricht: „Oh weh“,
Viel zu kalt ist mir das Wasser dort im See!

Ich nehm‘ lieber ein Sonnenbad,
um jeden verpassten Strahl wär es schad!
Gönne mir dazu ein Eis – mutig wie ich bin-
So bin ich sogar eine Eisbaderin!

Neben mir – unter der Sonnenbank
-längs gestreift macht schlank-
Lädt Herr Spatz die Liebste zu ’ner Waffel ein.
Willst du meine Spätzin sein?

Sei kein Frosch und sag nicht sein,
wie du siehst, ich hab eine eig’ne Bank.
Bei mir gibt es Eiswaffeln satt-
Ein Spatzen-Leben lang!

Wir wünschen allen Lesern ein schönes Wochenende! 🙂

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(Fast) Ohne Worte…

Dafür „tröpfchenweise“ gesagt….
So kann man Regen auch sehen und aussitzen… 😉

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Während des Regens

Voller, dichter tropft ums Dach da,
Tropfen süßer Regengüsse,
Meines Liebchens holde Küsse
Mehren sich, je mehr ihr tropfet!
Tropft ihr, darf ich sie umfassen,
Laßt ihr’s, will sie mich entlassen;
Himmel, werde nur nicht lichter,
Tropfen, tropfet immer dichter!

August Kopisch (1799-1853)

 

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Wir wünschen allen einen schönen Sonntag, sowie ein gemütliches und trockeneres „Aussitzen“ auf dem Sofa oder so.

Rosige Blütenträume…

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Es hat die Rose sich beklagt,
Daß gar zu schnell der Duft vergehe,
Den ihr der Lenz gegeben habe.
Da hab ich ihr zum Trost gesagt,
Daß er durch meine Lieder wehe,
Und dort ein ewiges Leben habe.

Friedrich Martin von Bodenstedt
(Deutscher Philologe, Übersetzer und Intendant in Meiningen)

Noch ein wenig zum weiterträumen…. Bette Midler und „The Rose“
HIER KLICKEN >>>>

Wir wünschen allen Lesern einen „rosigen“ Wochenenanfang…! 🙂

Spiegel-Ei…

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Manchmal bekommt man mit einem Blick in den (Wasser-) Spiegel alles… die spiegelnde Wasseroberfläche, Wald, ein Stück Himmel, einen weißen Wolken-Wattebausch und einen „tiefgründigen“ Blick, samt schattenwerfenden „Formations-Schwimmern“…

Das besagte Spiegel-Ei liefert mit viel Geschrei, das Huhn aus dem Gedicht dabei… 😉

Das Huhn und der Karpfen

Auf einer Meierei
Da war einmal ein braves Huhn,
Das legte, wie die Hühner tun,
An jedem Tag ein Ei
Und kakelte,
Mirakelte,
Spektakelte,
Als ob’s ein Wunder sei.
Es war ein Teich dabei,
Darin ein braver Karpfen saß
und stillvergnügt sein Futter fraß,
Der hörte das Geschrei:
Wie’s kakelte,
Mirakelte,
Spektakelte,
Als ob’s ein Wunder sei.
Da sprach der Karpfen: „Ei!
Alljährlich leg‘ ich ´ne Million
Und rühm‘ mich dess‘ mit keinem Ton;
Wenn ich um jedes Ei
So kakelte,
Mirakelte,
Spektakelte –
Was gäb’s für ein Geschrei.

Heinrich Seidel

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Zeit den Schlitten rauszuholen… ;-)

Die einen holen den Schlitten im Winter raus und die anderen im Sommer… 😉

Und irgendwie passt das Gedicht doch perfekt zu diesem „Stauwochenende“, an dem nochmals sehr viele in die Sommerferien gefahren sind…

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Asphalt, leb wohl

Es ist so schön, das Köfferlein zu packen
und dem Asphalt zu sagen lebewohl.
Für ein paar Tage sich nicht abzuplacken,
fort aus dem grauen Dunstkreis des Benzol.
Auf, in die Berge oder in das Grüne.
Hinein ins Meer und in den Sand der Düne.
Nur fort nach irgendeinem Ruhepol.
Ich mache Ferien. Asphalt, leb wohl.

Ich hör‘ im Geist der Herde Glocken läuten,
statt Straßenbahn und Telefon.
Ich pfeife auf die Kunst der Pharmazeuten
und schlürfe Luft und Fichtenwaldozon.
Mein Glück ist wahrlich kaum noch zu beschreiben,
einmal acht Tage unrasiert zu bleiben.
Gewaltig keimt aus meinem Kinn der Sauerkohl.
Ich mache Ferien. Asphalt, leb wohl.

Ich freu‘ mich auf das Taschentücherschwenken.
Bald geht der Zug, ich kann ins Freie sehn.
Mag nicht ans Kofferwiederpacken denken
und laß‘ die Uhr für ein paar Tage stehn.
Nun bin ich frei, weg mit dem Schlips und Kragen.
Ich möchte ein paar Purzelbäume schlagen
und singe so vergnügt wie der Pirol:
Ich mache Ferien. Asphalt, leb wohl.

Fred Endrikat, 1890-1942

 

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Die Fotos können wieder einzeln angeklickt und größer angeschaut werden.

Wir wünschen allen Lesern einen schönen Sonntag und wer hat, schöne Ferien!

Glücksmomente im Regen….

Einer davon war, am Montag Abend im grauen Regen-Einerlei der letzten Zeit, so ein buntes (angesätes) Leuchten zu entdecken.

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Und noch einer, gestern Abend, als ich das folgende  lustige Gedicht/ Lied entdeckt habe. Das habe ich noch nie gehört…
Ein Hoch(-hüpfer) auf den (Heu-) Schreck… 🙂

Was ein g´rechter Heuschreck is
sitzt im Sommer auf der Wies.
Auf der Wiese muss er singen
allweil hin und wieder springen;
auf der Wies ist sein Gespan
dort fällt ihn kein Langweil´ an.
Heuschreck hin, Heuschreck her
ein alter Heuschreck hupft nicht mehr.

Und die edle Heuschreckin
pfleget sein mit treuem Sinn.
Und an ihrem treuen Busam
schläft der Heuschreck nämlich ruhsam;
schläft, ins grüne Gras versteckt
bis der Tag zum Springen weckt.
Heuschreck her, Heuschreck hin
es lebe auch die Heuschreckin!

Und solang der Sommer scheint
hupfen beide eng vereint.
Er unzähmbar, wild, anarchisch
sie konstitutionell monarchisch,
bis im Herbst beim ersten Reif
beid sich strecken kalt und steif.
Heuschreck hin, Heuschreck her
ein toter Heuschreck hupft nicht mehr!

Text: Wilhelm von Cammerloher – 1845 – auch Viktor von Scheffel zugeschrieben

 

Und ein ebenso buntes, sonniges und fröhliches Willkommen allen Lesern, die in letzter Zeit zu uns gefunden haben!

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Wir haben den Pokal… ;-)

Bei uns ist er aber nicht schwer und aus Gold, sondern weiß und so leicht und luftig wie der Sommer…

Ein „Blumenpokal“ für unsere Nationalmannschaft… wir „winden“ ihnen den Jungfernkranz oder so… 😉
Auf den Fotos ist Zaunwinde zu sehen…

Wer weiß, vielleicht fängt der Pokal ja den Sommer ein… 😉

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Feldeinsamkeit

Ich ruhe still im hohen, grünen Gras
und sende lange meinen Blick nach oben,
von Grillen rings umschwirrt ohn Unterlass,
von Himmelsbläue wundersam umwoben.

Und schöne weiße Wolken ziehn dahin
durchs tiefe Blau, wie schöne stille Träume; –
mir ist, als ob ich längst gestorben bin,
und ziehe selig mit durch ewge Räume.

Hermann Allmers

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Die Fotos können wieder einzeln angeklickt oder in der Galerie größer angeschaut werden.

Und die passende sommerliche Musik zum Fotos anschauen, hat Stefan, mit seinem Brazilien Mix >>>>

Duftende Poesie….Jasmin

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Dein Gesicht leuchtet wie die besternten Büsche des Jasmin.
Ich habe mein Bett so tief in Dir wie der Duft in den Büschen,
Und meine Freude geht aus Dir auf wie der Vollmond aus der Erde.
Immer ist die Stille des Mittags um Dich ausgespannt,
Die Stille, in der die Bienen tönen und kein Wunsch steigt auf.
Die Sonne hängt über Dir als Krone in der Luft und wen Du anschaust, der ist König.

Max Dauthendey

 

 

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Der Name Jasmin, stammt vom Namen des gleichnamigen Strauches. Er wurde im 16. Jahrhundert dem persischen Wort Yasaman ( übersetzt: die Blume) entlehnt und ins Spanische übertragen. Er bedeutet "Sinnbild der Liebe".
Der Name steht für Schönheit, Reinheit und Ordnung.

Der Name Jasmin ist in Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Montenegro und Mazedonien ein männlicher Vorname. Die weibliche Form lautet dort Jasmina bzw. Jasminka (für kleine Jasmina). Die türkische Form des Namens ist Jasemin oder die ältere Form Jasemen. Andere Länder, andere Sitten….

 

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Auf unseren Fotos ist aber der Pfeifenstrauch, auch Duftjasmin, falscher Jasmin oder Bauernjasmin genannt. Er gehört zur Familie der Hortensiengewächse!
Der Duftjasmin ist winterhart und wird gern in Parks etc. verwendet. Sein betörender Duft lockt viele Bienen und Insekten an.

 

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Im Gegensatz dazu der echte Jasmin, der seine Heimat im Himalaya und Kaschmir hat und nur bedingt winterhart ist. Er liebt sonnig heiße Standorte und gehört zu den Ölbaumgewächsen! Nicht so das richtige für das Allgäu, obwohl die Berge im Himalaya um ein mehrfaches höher sind.

Jasmin mit seinen schönen und duftenden Blüten, ist als Zierstrauch sehr beliebt. Das ätherische Öl, welches mit einem Lösungsmittel als hochkonzentrierter Duftstoff gewonnen wird, verwendet man in der Aromatherapie, zur Parfümherstellung und als Aromastoff, zum Beispiel für Jasmintee oder Cocktailkirschen (Maraschinokirschen).
Bekannt auch, der blumig duftende Jasminreis, der aus Thailand kommt und nach dem Kochen leicht zusammen klebt. (Kein Klebreis, aber ein geschmackliches „Gedicht“, ein Fest auch für den Geruchssinn!). Seine natürlichen Aromen sind aber bereits in der (besonderen) Reissorte enthalten! Nachzulesen HIER >>>>

Im Orient und in China, werden schon seit Jahrtausenden duftende Öle aus den Blüten des Jasmin gewonnen. Das zeigt auch in sein arabischer Name -Jasamin- steht für „wohlriechendes Öl“. Dieser geht auch auf das persische Yasmin zurück. Der echte Jasmin kam in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, aus türkischen Gärten, über Italien nach Mitteleuropa. 1561 wurde er von Conrad Gesner in Deutschland erwähnt.

Jasmin ist die „duftende Poesie“ des Sommers! Und wenn schon der echte Sommer hier Pause macht (tags 11 Grad und nachts 7 oder 8), bringt er gedanklich ein wenig den Sommer mit. 🙂

 

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