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Beiträge mit Schlagwort ‘Göttersagen’

Sagenhafter Traum-Mo(h)ntag….

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In der Antike  bei den Griechen, war der Mohn der Toten-Unterwelts-und Fruchtbarkeitsgöttin Persephone geweiht. Nach dem Orphismus (religiöse Strömung in der Antike) sitzt sie verschleiert auf einem Stuhl im Hades und hat einen Kranz aus Mohn auf dem Kopf. Mohn über die Schwelle eines Hauses zu bringen, bedeutete Unglück für eine Liebe.

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Auch Hypnos, der Gott des Schlafes und Sohn der Nyx (die Nacht) und des Erebos (Dunkelheit), wird in den bildenden Künsten oft als schlafender Jüngling, mit Mohnblüten bekränzt, dargestellt. Weiterhin mit einem Füllhorn in seiner Rechten, welches mit Träumen und Schlaf gefüllt ist. Und einem Mohnzweig oder Zweig, welcher in den Fluss Lethe (Vergesslichkeit) getaucht wurde. Ebenfalls die umgekehrte (erloschene) Fackel, die auch das Symbol seines Bruders Thanatos (der Tod) ist.
Seine Kinder, Morpheus (dt. Gestalt ), Phobetor (Schrecken) und Phatasos (Einbildung, Phantasie) sind Götter des Traumes.
Sie werden oft auf Sakophargen dargestellt.

Der Sage nach, wohnt Hypnos in einer Höhle, in welcher der Fluss Lethe (Vergesslichkeit) entspringt. Dort begegnen sich Tag und Nacht. Sein Bett besteht aus Ebenholz und am Eingang wachsen Kräuter mit einschläfernder Wirkung. Kein Licht oder Laut dringt in die Grotte. Nach Homer wohnt er auf der Insel Lemnos, die von anderen Autoren später, als eigene Trauminsel bezeichnet wurde.

Der griechischen Mythologie zufolge, besitzt Hypnos die Macht, Menschen und Tiere in Tiefschlaf zu versetzen.

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Nach der Legende verliebte sich Hypnos, wegen dessen schöner Augen, in den Gott Endymion. Um diese immer bewundern zu können, verzauberte Hypnos die Augen des Schlafenden, so dass seine Augen auch im Schlaf geöffnet blieben.

-Wie man daran sehen kann, ist Homosexualität keine „Erfindung“ unserer Zeit und so selbstverständlich, dass sie sogar in den Sagen auftaucht. Sie wurde erst von den Kirchen „verteufelt“.-

Die „Heteroversion“ der Sage, stellt Endymion als Geliebten der Mondgöttin Selene dar und Hypnos schenkte ihm die Fähigkeit des Schlafes mit offenen Augen, um sie immer betrachten zu können.

Damit bekommt der Begriff „Schlafmohn“ (Papaver somniferum), mit seiner einschläfernden und berauschenden Wirkung, gleich noch eine ganz andere Bedeutung. Die Menschen kannten die Wirkung schon damals. Sein Anbau ist in Südeuropa bis etwa ins Jahr 6000 v. Christi nachgewiesen und er zählt damit zu den ältesten Kulturpflanzen! Der Name Mohn ist eine Ableitung vom griechischen Wort „Mekon“ dafür. Der Gattungsname „Papaver“ setzt sich aus „Papa“ für Kinderbrei (der Milchsaft wurde dem Brei zugesetzt, damit sie besser schliefen, nicht  zur Nachahmung empfohlen!) und „vernum“ für echt zusammen. Soniferum heißt schlafbringend. Die Bezeichnung Opium, welches auch aus dem Saft hergestellt wird, kommt vom griechischen Opus für Saft.
Auf unseren Fotos ist kein!!! Schlafmohn. Der sieht anders aus, ist lila bis weiß und hat nur 4 Blütenblätter. Aus seinen Samenkapseln kommt auch der Mohn für unsere Kuchen etc.

Für seinen Anbau braucht man in Deutschland eine Sondergenehmigung! Er wächst auch wild und sein Verwandter ist der harmlosere Klatschmohn, der an Feldrainen etc. wächst.

 

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Die Fotos können wieder einzeln angeklickt oder in der Galerie größer angeschaut werden.

 

Die „Fähigkeit“  die Augen nicht mehr schließen zu können, kann auch von einer sehr schmerzhaften Nervenentzündung an den Gesichtsnerven (Trigeminusneuralgie) herrühren. Vielleicht haben die Menschen damals ja solche Personen gesehen und das dann so erklärt. (Eine Vermutung von mir, kein wissenschaftlicher Hintergrund, jedenfalls keiner, den ich weiß!)

Und auch ansonsten sind die alten Sagen auch noch in unserem heutigen Leben zugegen.
Wie in dem Ausspruch „In Morpheus Armen liegen“. Heißt soviel wie träumen oder schlafen.
Morpheus ist ja ein Gott der Träume und das Morphium (Morphin), ein Haupt-Alkaloid des Opiums, ist nach ihm benannt.
Oder wohl nicht umsonst, wird der Tod als „Schlafes Bruder“ bezeichnet. Thanatos (der Tod) war der Bruder von Hypnos (Gott des Schlafes).
Und Hypnos Sohn Phobetor (Schrecken) ist dann wohl für unsere Albträume zuständig. 😉

Seinen Zauber und seine Magie hat der Mohn auch bis heute erhalten. Mit dem kleinen Unterschied, dass die meisten Menschen ihn einfach nur als wunderschön und magisch anziehend empfinden. Mir geht es auch so und vielleicht wirken ganz im Geheimen, ja doch noch die alten Mythen? 😉

Wir hoffen, es ist jetzt keiner eingeschlafen und liegt in „Morpheus Armen“!

Mich faszinieren die antiken Sagen immer wieder und ich lasse mich von Hypnos, Morpheus und all den anderen Göttern, gern ins „Reich der Träume“ entführen.

In dem Sinne, allen Lesern einen traumhaft schönen Montag!

 

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