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Beiträge mit Schlagwort ‘Herbstzeitlose’

Die Herbstzeit (ist fast) lose… ;-)

Gefühlt ist Hochsommer (hier nur manchmal) und noch bis 23.8. die Hundstage… aber im Lostopf waren letzten Donnerstag im Auwald, schon die ersten Herbstzeitlose(n), die Vorboten der Jahreszeit, für die wir in absehbarer Zeit eine Gewinngarantie haben.
Die hat der Herbst in diesem Jahr aber früh verloren… 😉

Herbstzeitlose….Colchicum variegatum

Ihren Namen erhielt sie, weil sie „außer der Zeit“ blüht. Und da sie ganz ohne Blätter erscheint, beschrieb sie Hieronymus Bock (1498-1554) wie folgt:
„Etliche nennen die Blume nackte Hure, dieweil sie ohne Kleider oder ohn Kraut erschien“.

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Wunderschön die Boten des Herbstes, aber nicht zu verwechseln mit den Frühlingsboten, den Krokussen…. man könnte sie aber auch für Safran, der auch im Herbst blüht, halten. Besser aber nicht, denn bei Verzehr hat man alles andere, als den Hauptgewinn. Herbstzeitlose sind ziemlich giftig.
Im Frühjahr, wenn die Blätter kommen, besteht wieder Verwechslungsgefahr. Sie haben eine entfernte Ähnlichkeit mit dem Bärlauch.
Die Herbstzeitlose ist allerdings das einzigste Mittel, welches gegen die starken Schmerzen bei Gichtanfällen, Rheuma oder Neuralgien hilft. Dann aber peinlich genau dosiert und nur durch den Arzt verordnet! Die ungenaue Dosierung wurde früher so manchem Patienten zum Verhängnis!

Der Gattungsname Colchicum ist nach Landschaft Colchis am Schwarzen Meer benannt.
Dort war auch das zu Hause der Zauberin und Giftmischerin Medea aus der griechischen Sage.
Die Herbstzeitlose wurde früher mit ihr in Verbindung gebracht.
Der Artname autumnale leitet sich von autumnus für Herbst ab und bezieht sich auf die Blütezeit.

Sie gilt als Winterkünderin und sollte damit auch gegen Schäden helfen, die der Winter verursacht hat.

Die zerriebenen Blüten wurden entweder pur oder in Form einer Salbe auf die Hände gerieben, um Frostschäden und Wundsein durch harte Arbeit zu verhindern.

Die Fotos können wieder einzeln angeklickt oder in der Galerie größer angeschaut werden.
Mehr waren leider nicht drin. Die kürzlich schon genannten „Blutsauger“, stiegen in Schwärmen aus der Wiese auf, sobald man sie betrat und summten im Chor, „Stürzt euch auf sie mit Gesumm“. Da blieb nur die Flucht… 😉

 

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Galerie

Die Herbstzeit (ist) lose…

Da ist sie nun… Seit gestern ist dann die Herbstzeit offiziell „lose“. Am 22.09.13, um 22.44 Uhr MESZ war der astronomische Zeitpunkt für den Herbstanfang…
Die Sonne „überquerte“ den Himmelsäquator von Norden in Richtung Süden, damit ist auf der Nordhalbkugel Herbst.

Zu den Tagundnachtgleichen sind Tag und Nacht überall auf der Erde ungefähr gleich lang und die Sonne geht überall fast genau im Osten auf und im Westen unter.

Schon viel eher „lose“ (so Ende August/Anfang September), waren die Herbstzeitlosen, sie sind immer ein Wink mit dem Blütenblatt, dass der Herbst im Anflug ist.

Mit blauem Himmel, goldenen Blättern, die dann Wind und Regen von den Bäumen fegen, damit zauberhafter Raureif sie verzieren kann. 😉

Und er zeigt sich gleich von seiner schönsten Seite. Wenn das kein guter Wochenstart ist!

Inzwischen sind die Blütenblätter der Herbstzeitlosen schon eine Weile lose und nicht mehr da, aber die Fotos von ihnen sind noch zu haben. 😉

Bitte die Herbstzeitlosen besser nur bewundern und fotografieren. Sie sind stark giftig!

Als Fertigpräparat sind sie jedoch ein Mittel gegen Gichtanfälle, Neuralgien, Hautkrebs und Leukämie.

Und der Herbst wird es bunt treiben…er fängt dann mal mit den Hagebutten an. 😉

Nicht Durch-sondern Ba(e)rlauch(t)

Soooo königlich… 🙂
Bärlauch ist eines der leckersten Kräuter/Gemüse, die man für die Küche sammeln kann… Bärlauch ist verwandt mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch…

Er ist im Süden Deutschlands weit verbreitet, wächst auf humosen, lockeren, andauernd feuchten Böden. Zum Beispiel in Auwäldern.

In Hamburg und Brandenburg steht er allerdings auf der roten Liste (vom Aussterben bedroht), in Bremen ist er extrem selten und in Schleswig Holstein gilt er als potienziell gefährdet.

In Naturschutzgebieten und Naturdenkmälern ist das sammeln von Bärlauch verboten. Ansonsten kann er für den Eigenbedarf gesammelt werden, möglichst nur ein Blatt pro Pflanze, man sollte nicht mit dem „Rasenmäher“ losgehen oder alles zertrampeln… 😉

Er zählt auch zur Familie der „Spargelartigen„, der Ordnung „Amaryllisgewächse“ und der Unterordnung „Lauchgewächse“…

Durch Hitzeeinwirkung werden die schwefelhaltigen Stoffe verändert, also besser roh als Dip, für Salate oder Pesto…sonst verliert er viel von seinem typischen Aroma.

Im Mittelalter wurden ihm unheilabwehrende Kräfte zugeschrieben. Er hat auf Grund seiner Inhaltsstoffe antibakterielle Wirkung, ist entzündungshemmend und wird bei Magen-und Darmstörungen eingesetzt. Weiterhin zur Blutverdünnung, gegen hohen Blutdruck und Cholesterinspiegel, ist Harn-und Schweisstreibend und Schleimlösend…

So sieht er von der Nähe aus… (hier schon mit Knospe)

Folgendes sollte man aber nicht sammeln!!!!

Es sind die Blätter der Herbstzeitlosen, die im Herbst blühen. Wie man sieht, sind sie viel spitzer und auch „fester“…

Und auch mit Maiglöckchenblättern kann man ihn verwechseln.

Manchmal wächst auch beides zusammen...! Sie duften beide, Bärlauch deftig nach Knoblauch und Maiglöckchen(-blüten) „lieblich“ wie Parfüm…

Ausser, man will einen „Schierlingsbecher“ mixen. 😉

Das ist aber wieder eine andere Giftpflanze… die auch für Hinrichtungen benutzt wurde. Zum Beispiel bei Sokrates…griechischer Philosoph, 399 vor Christus hingerichtet…

Zum Schluss noch das Rezept für Bärlauch-Pesto…immer lecker..

125 gr. Bärlauch
30 gr. geriebener Parmesankäse
50 gr. Pinienkerne, leicht geröstet
125 ml Olivenöl
Salz, Pfeffer

Bärlauch waschen, vorsichtig abtrocknen und in feine Streifen schneiden.
Pinienkerne hellbraun rösten, mit einem grossen Messer fein schneiden/hacken oder in der Mühle reiben.
Alle Zutaten in ein hohes Gefäss geben und mit einem Mixstab vermischen.
In ein Glas oder Schüssel gefüllt, hält das Pesto im Kühlschrank einige Zeit.
Die Zutaten können in der Menge variiert werden, die Masse sollte immer leicht cremig sein.

Wir wünschen allen ein „bäriges“ Wochenende…und Guten Appetit. 😉

Schön, aber mit Vorsicht zu „geniessen“…

Oder besser nur mit den Augen geniessen!

Sollte man viele Blumen und Pflanzen, bei denen vielen garnicht bekannt ist, dass sie überhaupt giftig sind…viele sind in der richtigen Dosis aber auch Heilmittel…

Oder wie Giacomo Casanova (!725 bis 1795) in seinen Memoiren gesagt hat:

Gift in den Händen eines Weisen ist ein Heilmittel,

Heilmittel in den Händen eines Toren, ist Gift.

Zu den giftigen Pflanzen jetzt im Frühling zählen die Gelbe Narzisse (Osterglocke), die Tulpe und die im vorherigen Post bereits schon genannten Ranunkel, Winterlinge und alle Hahnenfußgewächse.

Zu erwähnen wären auch noch die Blätter der (schönen) Herbstzeitlosen, die im Herbst blühen, die Blätter aber jetzt wachsen und schnell mit dem beliebten Bärlauch verwechselt werden können. Ebenso wie die Blätter der Maiglöckchen, bei denen auch alle Pflanzenteile giftig sind.

Ebenso giftig der Seidelbast, Wolfsmilchgewächse wie Christrose oder Weihnachtsstern, Rittersporn, Lupine, der „Wunderbaum“ eine beliebte Zimmerpflanze…ebenso wie die Dieffenbachie, der gefleckte Aronstab, Eibe, Efeu, Goldregen, Oleander und viele andere…

„Giftig“ sind auch so einige Nachtschattengewächse, die wir gern essen. Bei Kartoffeln, Tomaten (grüne Tomaten und Triebe sehr giftig!) und Auberginen, enthalten die grünen Teile Solanin. Bei Kartoffeln die im Licht gelegen haben und aussen grün sind, alles was grün ist, gut abschneiden!

Dann gibt es noch die sogenannten Bio-Drogen aus Giftpflanzen, wie ua….

Alpenveilchen (Cyclamen)

Alraune (die „sagenhafte Wurzel“)

Engelstrompete

Schwarze Tollkirsche (Atropa belladonna)

Stechapfel

Tabak

Auch nicht zu vergessen der Rote Fingerhut (Digitalis), aus dem ein Herzmittel hergestellt wird.

Was Tiere angeht, nicht alles was für uns ungiftig ist, muss auch für Tiere ungiftig sein…

Hier kann man mal nachschauen… Giftpflanzen für Tiere

Ein schönes „Giftmischer-Museum“ ist das Apotheken-Museum im Heidelberger Schloss. Dort kann man von den Anfängen der Medizin, dem Wissen über Kräuter und der Herstellung von Essenzen daraus, alles anschauen und nachlesen.

Und jetzt wünschen wir allen viel Freude an den schönen Blumen, Pflanzen und der Natur überhaupt. Man sollte nur ein wenig aufpassen, was man so anfasst, wohin man etwas pflanzt oder in den Salat schneidet oder woran unsere Haustiere schnüffeln oder rumknabbern… 😉

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