Willkommen unterm Regenbogen

Beiträge mit Schlagwort ‘Herkunft’

„Grüner Donnerstag“ ;-)

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Schon lange bevor Ostern zum christlichen Fest zur Auferstehung Jesu wurde, feierten die Menschen zur Frühlings-Tag und Nachtgleiche am 21. März.
Es wurden Osterfeuer angezündet und mit Tänzen und Liedern die Erdgöttin geweckt.
Nach dem langen Winter gab es wieder Grün. Ihm wurde große Heilkraft zugeschrieben, da es die ganze Kraft der aufsteigenden Säfte enthält.
Das damals unfreiwillige Fasten, wurde mit einer Kräutersuppe aus neun Kräutern gebrochen.
Besonders schmackhaft… Giersch, Vogelmiere, Brennesseln, Gänseblümchen, Bärlauch, Löwenzahn, Sauerampfer, Wegerich und Taubnessel…
Also nichts wie auf die Wiese… 😉

Und so wird daraus ein Gründonnerstags-Süppchen….

Zutaten:
1 bis 2 Handvoll klein geschnittener Kräuter
2 Tl Mehl
1 El Butter
2 Tassen Milch
1/2 Knoblauchzehe
Muskat
Salz
1 Tl Zitronensaft
1 Tl Parmesankäse (gerieben)

Aus Butter und Mehl eine Mehlschwitze bereiten, Milch dazu geben und glatt rühren.
Danach die Kräuter und Gewürze dazu geben und den Parmesan darüber streuen.

Dazu passt Knoblauchbrot, Baguette etc.

Bei mehr Personen die Zutaten entsprechend „aufstocken“.
Das geht natürlich auch mit anderen Kräutern, je nach Wunsch…

Wir hoffen, es sagt jetzt keiner erschrocken oder erstaunt…„Ach du grüne Neune“…
Das wäre dann eine dritte und die netteste Erklärung für den Ausspruch, dessen Herkunft nicht ganz geklärt ist.

Eine davon ist, dass er von Jahrmärkten stammt, auf denen aus Spielkarten die Zukunft gelesen wurde.
Die Pik Neun heißt im deutschen Blatt „Grün Neun“ und diese Karte bedeutet nichts Gutes.

Oder vom Berliner Wallner-Theater aus dem 19. Jahrhundert, in der Blumenstraße 9, mit Haupteingang am Grünen Weg.
Dort wurden oft satirische oder gesellschaftskritische Stücke gespielt.
Das Vorgängerlokal „Conventgarden“ hatte schon einen schlechten Ruf und in ihm wurde ebenfalls zeitweise Theater gespielt.

Allen Lesern einen schönen Gründonnerstag!

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(Nicht) Scharfe Leckerei… Pfefferkuchen…

In Nürnberg heißen sie Lebkuchen und in Sachsen, hier in Pulsnitz (von Dresden aus, über die A 4 Richtung Görlitz, schnell mit dem Auto erreichbar), Pfefferkuchen…

Pfeffer, nicht von dem gleichnamigen Gewürz, sondern weil im Mittelalter alle Gewürze die aus Asien kamen, als „Pfeffer“ bezeichnet wurden.
Von weit her eben und vielen nicht bekannt, wo genau die Länder waren. Heute wird Indien als Herkunftsland des Pfeffers benannt.
Deswegen wünschte man auch unliebsame Zeitgenossen dorthin, wo der Pfeffer wächst. Weit weg, in ein unbekanntes Land… 😉

Die Pfefferkuchenbäckerei ist ein Privileg aus dem Jahr 1558. Als der Schlossherr erlaubte, wenn genügend Brot zur Verfügung stünde, die Bäcker auch Pfefferkuchen backen dürften.

Später buken einige Bäcker dann nur noch Pfefferkuchen und wurden so zu „Pfefferküchlereien“.

In der „Alten Pfefferküchlerei“ in Weißenberg (ein anderer Ort, etwa 70 km östlich) werden keine Pfefferkuchen mehr gebacken, aber man kann sehen, wie sie früher hergestellt wurden und dass sie keineswegs nur Weihnachtsgebäck waren, sondern Festgebäck, dass auch speziell zu hohen Festen wie Weihnachten (Geburt Christi) oder Ostern (Auferstehung Christi) als „Bild“ ausgemodelt und gebacken wurde und einen hohen symbolischen Stellenwert hatte.

Hier gibt es eine kleine virtuelle Führung und Einblicke in das Museum…. Hier klicken…

Lust noch Einiges aus der Geschichte der Pfefferkuchen zu erfahren und zu sehen, wie Pfefferkuchen heute gebacken werden? Ein paar hübsche Ansichten von und aus Pulsnitz gibt es im kurzen Video auch… Hier klicken…

Und falls jemand Appetit bekommen haben sollte… eine Schauwerkstatt gibt es in Pulsnitz auch und auf deren Website die Links zu den Pfefferküchlereien, um sie per Internet zu bestellen und liefern zu lassen.

Hier klicken zur Schauwerkstatt, auf deren Website die Pulsnitzer Pfefferküchler verlinkt sind

So, wir wünschen unsere Leser nicht dahin wo der Pfeffer wächst, aber vielleicht hat ja jemand Lust auf Pfefferkuchen bekommen.
Übrigens, es gibt inzwischen auch Pfefferkuchen mit Chilli…. wenn das nicht scharf ist. 😉

Sonnen (-blumige) Erinnerungen…

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Foto zum Vergrößern anklicken…

An sonnendurchflutete Sommer-Urlaubstage, sind an einem verregnet grauem (Arbeits-) Sonntag genau das Richtige. Keine andere Blume steht wohl mehr für die sommerliche Leichtigkeit. 🙂

Weitgereist sind sie, die Sonnenblumen.
Ihre Heimat ist das westliche Nordamerika und Mexiko.
Eine „Kreuzfahrt“ haben sie auch schon gemacht, spanische Seefahrer brachten sie mit.
Zuerst schmückte der Adel seine Gärten damit und „Sonnenkönig“ Ludwig ließ um 1660 eine Münze mit ihrem Abbild prägen.

Ihr wissenschaftlicher Name ist Helianthus annuus und sie bringen ein ganzes „Körbchen“ voll Samen, sprich Sonnenblumenkerne mit und ihre Familie ist deshalb die der Korbblütengewächse.

Göttliches….Schon die Azteken verehrten die „Sonnenkinder“ als Abbild des Sonnengottes und krönten die Priesterinnen ihrer Sonnentempel damit.

Die Sonnenblumenkerne „gehen auch runter wie Öl“ 😉
In Osteuropa und Russland erkannte man zuerst die Nützlichkeit, dort wurde sie bereits im 19. Jahrhundert zur Ölgewinnung angebaut.
Fitmacher und Kraftpaket Sonnenblume…. Sonnenblumenkerne bestehen zur Hälfte aus hochwertigem Öl, das viele Vitamine, Kalzium, Magnesium, Eisen, Selen und ungesättigte Fettsäuren enthält, die unser Körper selbst nicht bilden kann.

Ein „Glück“ war dies eine ganz „normale“ und keine „Gigant-Sonnenblume“, die werden bis 4.80 m hoch.
Wir nehmen ja keine Leiter zu den Ausflügen mit. 😉

Sonnenkind und „Wendehals“ Sonnenblume…Durch den Lichtrezeptor Phototropin, strecken sich die Zellen auf der beschatteten Seite schneller. Vermutlich durch einen Anstieg des Pflanzenhormons Auxin. Dadurch wendet sich der Blütenstand der Sonne entgegen. Heliotropismus nennt man das. Nachts und in der Morgendämmerung schaut sie nach Osten und verfolgt dann mit ihren Blüten den Lauf der Sonne.
Diese Bewegung wird durch Motorzellen in einem fexiblen Teil des Stammes (Pulvinus) ermöglicht.

Sagenhaftes….
Ihre Blütenblätter erinnern doch sehr an den Strahlenkranz des Sonnengottes Helios aus der griechischen Mythologie. Sein Name taucht ja auch in Bezeichnungen wie „Heliotropismus“ auf.
Helios musste den Sonnenwagen, der von vier Pferden gezogen wurde, über den Himmel lenken. Vor ihm ging Eos, die Morgenröte und am Abend folgte die Mondgöttin Selene. Alles Kinder von Hyperion und Theia.

Clytia hat sich für Helios extra in eine schöne Sonnenblume verwandelt, damit sie ihn immer anhimmeln kann. Er wählte trotzdem eine Andere.

„Kunstblume“… Für Künstler war die Sonnenblume schon immer inspirierend. Die schönsten Sonnenblumen aller Zeiten, hat wohl Vincent van Gogh gemalt. 😉

Wissenschaftlich betrachtet, hat dieses Empfinden aber wohl auch mit seiner Auswahl und der Mischung der Farben zu tun.

Ebenso die „Proportionen“ der echten Sonnenblume. Mathematiker fanden heraus, dass die Anordnung und die Längenverhältnisse aller Blütenblätter der „goldigen“ Sonnenblume, exakt dem „goldenen Schnitt“ entsprechen und sie deshalb von den Menschen als besonders ästhetisch empfunden werden.

Da muss was dran sein. Es gibt wohl wenige Menschen, denen Sonnenblumen nicht gefallen. Uns zaubern sie jedenfalls immer ein Leuchten in die Augen und ins Herz.

Wir wünschen allen einen schönen Sonntag mit Sonne im Herzen, dem Leuchten der Sonnenblumen in den Augen und einen sagenhaft göttlichen Start in die neue Woche, in der die Arbeit runtergeht wie Sonnenblumenöl. 😉
Eure regenbgenlichter

Der Storch ist schuld… ;-)

An diesem Fotomotiv, welches mir letzte Woche vor die Linse kam…der Storch war als „Schuldiger“ für den angekommenen Nachwuchs schnell ausgemacht, aber ob er das wirklich war???? 😉

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Der Klapperstorch

Was klappert im Hause so laut? Horch, horch!
Ich glaub, ich glaube, das ist der Storch.

Das war der Storch. Seid, Kinder, nur still,
Und hört, was gern ich erzählen euch will.

Er hat euch gebracht ein Brüderlein
Und hat gebissen Mutter ins Bein.

Sie liegt nun krank, doch freudig dabei,
Sie meint, der Schmerz zu ertragen sei.

Das Brüderlein hat euer gedacht,
Und Zuckerwerk die Menge gebracht,

Doch nur von den süßen Sachen erhält,
Wer artig ist und still sich verhält.

Adelbert von Chamisso (1781-1838)

In vielen Ländern Europas ist es Brauch, bei Kindersegen einen Holz-Storch auf dem Dach anzubringen.
Den Glauben, dass der Storch die Kinder bringt, gab es zuerst in Skandinavien.
Demzufolge beißt der Storch die Frau ins Bein, sie muss das Bett hüten und der Storch bringt ihr das Baby.

Der Ursprung des Glaubens, liegt vermutlich im Miteinander der liebevollen, monogam lebenden Storcheneltern und ihrer Jungen.
Störche sind auch oft an Teichen, Sümpfen, Brunnen und Mooren zu sehen (weil sie dort Futter finden).
Nach altem germanischem Glauben halten sich dort auch die Seelen der Kinder auf.

Das Leben der Störche beeindruckte schon die Menschen im römischen und griechischem Altertum.
Die Jungvögel umsorgen auch ihre kranken Eltern, indem sie sie füttern und schützen.
Folge war das -Storchengesetz- “ Lex Ciconaria“, das Kinder verpflichtete, sich um ihre Eltern zu kümmern, wenn sie alt sind.
Er galt im alten Rom aber auch als Delikatesse und wurde gegessen!

In ganz Westeuropa gilt der Storch auf dem Dach als Glücksbringer und Frühlingsbote.
In vielen Gegenden werden tellerförmige Gestelle als Nisthilfe angebracht. Früher sehr oft Wagenräder.

Der Adimstorch heißt in Afrika „Regenstorch“, weil seine Ankunft mit der Regenzeit zusammenfällt.
Rund um den Tschadsee werden Podeste als Nisthilfe aufgestellt.

„Da brat‘ mir einer ’nen Storch“…. 😉
(Ausruf der Überraschung/Verwunderung)
Herkunft des Sprichwortes: Nach einer biblischen Speisevorschrift ( 3. Mose 11) darf der Storch nicht gegessen werden. Sein Fleisch galt auch als ungenießbar.
Außerdem genoss er abergläubische Verehrung ( Glücksbringer, verjagt man ihn, bringt das Unglück).
Nur scherzhaft wird der Storch in der Renaissance gelegentlich als Leckerbissen genannt.
Der gebratene Storch ist somit der Ausdruck des nie Geschehenen und unerhört Neuem.

Klapper di klapp, einen schönen Tag! Ihre/Eure regenbogenlichter.

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