Willkommen unterm Regenbogen

Beiträge mit Schlagwort ‘Jugend’

Briefe eines Soldaten… -5-

f. U. den 10.10.1942

Meine liebe gute Mutti!

Gestern, den 9.10. erhielt ich das Päckchen von Dir, das am 16.9. weggeschickt war. Du glaubst garnicht, was das für eine Freude war, als ich es aufmachte und den bunten Kasten vor uns hatte. Ich kann dir bald gar nicht so viel Dank aussprechen, als ich möchte. Jetzt kann ich wieder einmal meinem Körper, vor allen Dingen meinem Magen, das anbieten, nach dem er sich schon so lange sehnt.
Es waren in dem Päckchen….eine große Tüte Süßigkeiten, 39 Zigaretten……
Meine liebe gute Mutti! Glaub mir, ich möchte in dem ganzen Brief bloß von dem Päckchen schreiben, so freue ich mich und bin Euch dankbar.
…….

Wir liegen nun hier vor Stalingrad, 8 Tage ungefähr, da habe ich mir einen kleinen Bunker gebaut, damit’s nicht so kalt ist. Und ich auch ein klein bischen Licht machen kann.
Kannst Dir garnicht vorstellen, wie herrlich das war. Da habe ich gestern Abend in meinem Bunker Licht gemacht, das Päckchen geöffnet und mir etwas gutes angetan, dazu dein liebes Briefchen gelesen und hinterher eine gute Zigarre schmecken lassen. Da war ich doch den ganzen Abend in Gedanken bei Euch.

Es war doch ein herrlicher Abend. Da habe ich ganz und gar vergessen, das ich im Krieg bin und uns die Granaten und Fliegerbomben nach dem Leben trachten.
Ich war wie verträumt? (schlecht zu lesen) . Ach wenn es doch bald Wirklichkeit werden würde. Aber das eine sage ich Dir lieber Mutti, mach Dir keine Sorgen um mich, ich komme bestimmt wieder. Den festen Glauben habe ich und lass ihn mir auch nicht nehmen.
Ich hatte schon so viele Male gedacht: „nun ist’s aus“, aber jedesmal war doch eine höhere Macht mit mir und hat mir den richtigen Weg gezeigt.
Nun bleibe ich bei dem festen Glauben, du liebe gute Mutti glaube auch. Alles geht vorrüber.
Aber eine Nuß gibt es noch zu knacken und zwar der Winter! Wenn der schon vorrüber wär.
…..
Für heut empfange Herzliche Grüße von Deinem lieben Jungen
……

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Briefe eines Soldaten… -1-

O. U. den 15.8. 1942

Meine liebe Mutti!
Wieder schnell ein paar Zeilen an Euch. Wie geht es Euch? Und wie geht es Dir meine liebe Mutti? Hoffe doch aufs Beste, was ich auch soweit von mir sagen kann.

Aber eine Frage, warum schreibt ihr mir nicht?  Wir haben schon wieder 3 – 4 Post bekommen, aber leider habe ich in den Eimer? gucken müssen. Freu mich immer so sehr, wenn ich einmal Post von Euch bekomme und wenn es nur ein paar Zeilen sind.

Habt Ihr so wenig Zeit, um ein paar Zeilen zu schreiben?
Habe nun erst einen Brief bekommen, auf die lange Zeit, die ich schon hier draussen bin.

Kannst dir vorstellen, wie das ist. Wo man mit den Gedanken sowieso immer zuhause ist?

Für heut will ich schließen, schreibe bald mehr.
Es grüßt Euch von Herzen Euer….

Anmerkung: Hier muss die Post nicht durchgegangen sein…

f. U. den 29.9.1942

Meine liebe Mutti!
Heut erhielt ich wieder einen lieben Brief von Dir, der am 6.9. geschrieben ist. Mich freut’s immer riesig, etwas von Euch Lieben zu hören und danke dir von Herzen dafür……..

….Also habe keine Sorgen mehr, ich bekomme jetzt die Post von Euch laufend.
Sonst geht’s mir noch gut, was ich ebenfalls von Euch allen hoffe und ich auch von Herzen wünsche.

Für heut will ich nichts weiter schreiben und möchte schließen, denn morgen geht es weiter.
Nun grüßt dich, sowie meine lieben Geschwister von Herzen und wünscht alles Gute
Euer lieber……

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Briefe eines Soldaten….-Vorwort-

Die in der letzten Zeit für uns schockierendsde Aussage, war die eines jungen Mannes (etwa17 oder 18), auf der Computerspielemesse in Köln.

Ich würde gern zur Bundeswehr gehen, weil ich wissen möchte, wie Krieg ist.

Wir glauben nicht, dass er das wirklich will!

Wir haben lange überlegt, ob wir das tun und haben uns jetzt doch entschlossen, einige Briefe zu veröffentlichen.
Briefe eines jungen Mannes, der noch keine 18, vom Arbeitsdienst, direkt an die Front und nach Stalingrad geschickt wurde.
Um sein Vaterland und seine Familie gegen den „Feind“ zu verteidigen. Einen Feind, den er nie zuvor gesehen hat und der ihm noch nie etwas getan hat!
Obwohl er eigentlich nur seine Jugend geniessen wollte und später mal eine Familie gründen.
Selbstverständlich ohne Namen, ohne sehr private Dinge und manchmal auch gekürzt.
Veröffentlichen ohne Wertung über Schuldige oder Opfer. Nur um die Gedanken in der Situation und den Wahnsinn dieser Diktatur aufzuzeigen. Und wer aufmerksam liest, wird merken, dass die Gedanken sich verändern.
Wir sind sicher, die Mütter der Soldaten auf der anderen Seite, haben sehr ähnliche Briefe erhalten.
Wir hoffen sehr, wenigstens ein paar Menschen zum Nachdenken zu bringen.

In Zeiten, in denen „braunes Denken“ immer mehr und nicht nur in Deutschland um sich greift.
Erst gestern wurde eine Studie bekannt, 16% der jungen Leute bis 30 Jahre in Ostdeutschland, haben ein vollkommen rechtsradikales Weltbild. Aber auch hier sind schon „Kinder“, laut „Heil“ rufend, durch die Stadt gelaufen.
Fragt man sie, ob sie überhaupt wissen, was da war und was sie da tun, kommt nur ein nein und Achselzucken….
Die Rechtsradikalen in Russland, richten Menschen aus anderen ehemaligen Sowjetrepubliken gezielt hin und filmen das auch noch. (TV-Bericht) Und es soll keiner meinen, das wäre weit weg. Sie haben gute Beziehungen nach Deutschland und nicht zum Fußvolk!
Betrachtet man sich die Ereignisse in Deutschland, kommt einem das doch sehr bekannt vor.

Deutschland hat schon mal weggeschaut, dann gejubelt und ist sehr bitter erwacht.
Wenn nicht wir alle! bald etwas tun, wird unsere Vergangenheit, unsere Zukunft sein!

Und DAS Und DIE wollen wir NIE WIEDER!!!

Nun genug der Vorworte, es braucht niemand Angst zu haben, dass er das nicht aushält. Zumal viele Menschen weitaus Schlimmeres aushalten mussten und müssen. Nicht nur an der Front!

Noch eine Bitte: Wenn jemand etwas weiß, von Großeltern, Nachbarn etc. oder von Drohungen, Übergriffen oder Versuchen eure Kinder zu „umgarnen“, immer teilen, weitergeben, anzeigen. Es war noch nie so leicht, Informationen zu teilen! Viele Menschen wissen gar nicht mehr, was passiert ist und ahnen nicht, auf was für einem Pulverfass wir sitzen.

Hier noch ein Link zu einer Dokumentation vom ZDF …
Terra X „Die letzten Minuten-Archäologie auf Schlachtfeldern… “

Terra X

Briefe eines Soldaten…… -1-

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