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Beiträge mit Schlagwort ‘Kümmelspalterei’

Kümmelspalterei…

-Ist ein Synonym für Pedanterie, abwertend Pingeligkeit, Erbsenzählerei, Korinthenkackerei, Kleinkariertheit, nebenan in der Schweiz heißt das auch Tüpflischisser(-ei).

Manchmal ist es aber auch gut, wenn frau auf man(n) warten muss, weil der gerade Erbsen zum zählen kauft oder so… denn dann entdeckt Frau ein sehr schönes Gebäude und stellt daheim fest, dass ihr Gefühl richtig war, unbedingt ein Foto mitnehmen zu müssen…

Von der denkmalsgeschützten „Kümmelspalterei“ etwa in der Mitte der Hauptstraße (Fußgängerzone, Einkaufsstraße) in Heidelberg.

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Das Haus wurde 1766 erbaut, seit mindestens 1805 war darin ein Weinlokal. 1844 als „Alte Pfalz“ benannt. Und seit 1920 wird da „Kümmel gespalten“. 😉

Schon den Namen finde ich so richtig klasse… grins

Der Gaststättennamen wird durch ein Sgraffito-Relief, von einem Kümmel spaltendem Zwerg/Gnom, unterm neubarocken Wellengiebel dargestellt. Die aus dem 19.Jahrhundert stammenden Farbverglasungen zeigen Köpfe, Fische Brezeln.

Die Professoren hatten offensichtlich auch den Blick für`s Schöne. Denn im zweiten Geschoss befand sich ein Salon einer Professorenverbindung. Ich hoffe, die haben den Namen nicht allzu wörtlich genommen.

Wohl aber ein früherer Wirt, der so geizig war, dass die Studenten schon in den 1880’er Jahren zum „Kümmelspalter“ gingen.
Das ist auch die zweite Bedeutung dieses Wortes. Jemand der so geizig ist, dass er jedes Kümmelkorn nochmals spaltet.

Wir sind dann mal wieder beim Kümmel spalten. 😉

Inzwischen ist uns noch etwas Ernsteres untergekommen. Ein interessanter Zeitzeugenbericht zur Zwangsarbeit während der Naziherrschaft im Rhein/Neckar-Raum. Unter den Dokumenten findet sich auch eine Rechnung aus der Kümmelspalterei.

Pleikartsfoersterhof>>>>>

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