Willkommen unterm Regenbogen

Beiträge mit Schlagwort ‘Märchen’

Vielleicht wird es ja ein Prinz?

Immer noch „Froschwetter“ im Allgäu. Es schüttet wie aus Kübeln…

Damit der „Alltagsfrust“ nicht zu groß ist, mal wieder etwas Blumenlust aus Bad Wörishofen.
Eine märchenhafte und vielleicht wird aus dem (Regen-) Frosch ja doch ein stahlender (Sommer-) König.
Nächste Woche sieht es mal vorerst nicht schlecht aus. Und vielleicht hilft ja küssen… ❤ 😉

Ein Miniaturgarten mit einem Märchen der Gebrüder Grimm

„Der Froschkönig“

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Auch richtig toll, mit viel Arbeit und Liebe zum Detail gestaltet. Einer der Gärten, die uns am besten gefallen haben. Nicht nur mir, als alte Märchentante. 😉

Quaaaak…

Und wer jetzt Lust auf den Märchenfilm bekommen hat… Bei Youtube gefunden und verlinkt….

Auch eine deutsch/tschechische Coproduktion, wie „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Aus dem Jahr 1991. Und wieder gut  gelungen… !

Zum Märchenfilm „Der Froschkönig“ HIER KLICKEN >>>>

Die Fotos können wieder einzeln angeklickt oder in der Galerie größer angeschaut werden.

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Weihnachten wird märchenhaft…. ;-)

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Foto zum Vergrößern anklicken.. .

Und zwar beim MDR… über die Feiertage und „zwischen den Jahren“, senden sie viele der schönen Märchenfilme, die man sich immer wieder ansehen kann…

Aber fangen wir mit etwas Lustigem an… dem „Spuk unterm Riesenrad“….

Wer sich noch ein kleines Stück schelmische Kinderseele bewahrt hat, sollte das unbedingt schauen!

Die Hexe, der Riese und Rumpelstilzchen werden wieder lebendig, weil Kinder die Geisterbahn-Figuren, zum reinigen in die Spree gelegt haben..
In dem Fall sind es dann quasi die „Geister der Weihnacht“. 😉

Denn Hexen flogen schon damals auf dem Staubsauger und nicht auf dem Besen und glühende Finger gibt es nicht erst seit ET.  Und „nach Hause telefonieren“, in die „Nachbar-Galaxy“, war sicher ähnlich schwierig. 😉
Der damalige Drehort, der Ostberliner Vergnügungspark „Plänterwald“ , ist ja schon geraume Zeit geschlossen und jetzt eigentlich erst richtig märchenhaft und „spooky“, wie  Frau Tonaris  Fotos gut zeigen.

Es lohnt sich bei ihr alle Artikel von „Dornröschenflair“ anzuschauen…es ist immer wieder interessant, wie sich die Natur „das Ihre“ zurückholt, wenn der Mensch nicht mehr da ist.
In einem kann ich ihr aber nicht recht geben… man ist nie zu alt, um sich solche Filme anzuschauen… 😉

Mit den Film-Teilen geht es schon heute früh 9.00 Uhr los… alle Termine und Beschreibung   HIER KLICKEN >>>>

Weiter geht es mit der „Schneekönigin“… ein russischer Märchenfilm, frei nach dem Märchen von Hans Christian Andersen, in dem auch Erwachsene in verzauberte Märchenwelten versinken können….

Am 24.12. um 14.20 Uhr…  Über das Märchen von der Schneekönigin haben wir auch schon geschrieben…. Zum Reich der Schneekönigin >>>>
Im letzten Jahr, sah es im Dezember hier wirklich wie im Reich der Schneekönigin aus. 😉

Und als letztes Beispiel, der Märchenfilm aller Märchenfilme
„Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“….
Das ist die Version des Märchens aus der Tschechoslowakei (inzwischen Tschechien und Slowakei), mit den 3 Zaubernüssen, frei nach dem Märchen der Gebrüder Grimm.
Ein romantischer Film voller Liebe, mit wunderschöner Musik!
Da schmilzt ein jedes Herz dahin, wie Schnee in der Sonne! 😉
In diesem Film gab es übrigens auch eine Eule und er verzaubert mindestens genau so, wie „Harry Potter“ 😉

Am 26.12. um 17.25 Uhr…. Diesen Märchenfilm liebe ich, seitdem ich ihn zum ersten Mal gesehen habe und natürlich gibt es bei uns auch einen Artikel mit ein paar Hintergrundinfos darüber.. Zum „verlorenen“ Schuh von Aschenbrödel >>>>

Unter anderen gibt es auch noch „Zwerg Nase“, „Die zertanzten Schuhe“, „Schneeweißchen und Rosenrot“ und „Die kleine Meerjungfrau“

Alle Filme, Infos und die Sendezeiten, findet man beim MDR… HIER KLICKEN >>>>

Knusper, knusper kneischen…

Wer knuspert an meinem Häuschen…

In dem Fall wird es nicht „Der Wind, der Wind, das himmlische Kind“ sein…
Sondern eher wir… 😉

Von Kindheit an, liebe ich diese kleinen, mit Lebkuchen gefüllten Häuschen und Fachwerkhäuser sowieso….  noch viel besser, wenn beides so nett miteinander „verbunden“ ist. 😉

Und was würde besser passen als das Lied „Brüderchen komm tanz mit mir…“ aus dem Film

Hänsel und Gretel>>>> nach der Oper von Engelbert Humperdinck… (Youtube-Video)

Den Gebrüdern Grimm, die auch dieses Märchen aufgeschrieben haben, wird übrigens schon das zweite Jahr gedacht.
Am 20.12.1812 erschien die Erstausgabe der „200 Kinder-und Hausmärchen“, die über die Jahre ihren Siegeszug um die Welt antraten.
Am 4. April 2013 jährte sich der Todestag des „Malerbruders“ Ludwig Emil Grimm und am 20. September desselben Jahres, der 150. Todestag von Jacob Grimm.

Wer das und andere Märchen lesen will, kann das auf Maerchen.com>>>> tun…

Real auf den Spuren der Gebrüder Grimm „wandeln“, kann man auf der „Deutschen Märchenstraße“….. HIER geht es zur Märchenstraße>>>>>

Wir wünschen allen Lesern eine märchenhafte Vorweihnachtszeit.
Euere regenbogenlichter

Frau Holle is watching you….

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Wir werden aus den Augenwinkeln beobachtet… selbst von „höheren Mächten“, die wir nur im Märchen vermuten. Das ist kein Märchen, wie man sehen kann. Heimlich still und leise, schleichen sie sich von oben an. Und verstecken sich schon vor der ihnen „zugeteilten Zeit“ an Orten, an denen wir sie nicht vermuten.
Um zu sondieren, wo sie uns mit ihrer weißen Pracht am besten „belagern“ könnten.
Dazu hat die grimm(ige) Frau Holle ihre Agentinnen Schneewittchen, Schneeflöckchen und Weißröckchen. Und in ihrem Gefolge… Väterchen Frost 007, der seine Drinks immer eiskalt und (aus dem Federbett) geschüttelt, aber nicht gerührt haben möchte.
Es wird gemunkelt, er hätte mit allen drei Agentinnen ein Techtelmechtel und sie gehen ihm in kalten Winternächten, um den langen weißen Bart. Dann lässt er (den Frost) es richtig krachen, damit sie beim Schneegestöber nicht ins Schwitzen kommen und dahin schmelzen. Sie begeben sich schnell auf’s Glatteis und legen einen Eistanz auf das Eis, wofür er sie in seinem tollen Schlitten mitnimmt.
Da ihnen das sehr gefällt, glänzen ihre Augen wie (Schnee-) Kristalle. Noch schöner ist es, wenn der Nordwind, auch ein Agent von Frau Holle, seine Spielchen mit ihnen treibt. Dann sind sie hin-und weg und vom Winde verweht. Das aber eher in den Nordstaaten und nicht in den Südstaaten.

Diesem Treiben müssen wir lange machtlos zuschauen. Bis endlich jemand den Ritter Frühling anruft, der mit seinem Knappen Südwind aus den Südstaaten herbei eilt und mit einem lauen Lüftchen aus seinem Föhn, die Märchenbuchseite umblättert. Auf dieser besucht Hans im Glück dann das Dornröschen, die wacht aus dem Winterschlaf auf und lässt ihren Zopf hinunter. 😉

Dann fliehen Frau Holle und ihre Agentinnen schnell unter das frisch geschüttelte Wolkenbett. Um sich von durchtanzten Nächten auszuruhen. Und die Eiszapfen-Spindel wird für eine Weile weggeräumt.

Wenn das nur mit allen „Geistern“ so wäre, aber manche sind eben nicht aus den Märchenbuch. 😉

Väterchen Frost stammt aus ostslawischen Sagenwelt und sein russischer Name ist Ded Moroz Iwanowitsch. Ded für Großvater und er vereint den Gott des Todes und Moroz, Moros oder Morozko, dem Gott der Winde und Wirbelstürme in sich. Seine Tränen sollen Eiszapfen gewesen sein und er bestrafte alle, die sich über die Kälte beschwerten. Fröhlichen Menschen schenkte er Kraft und Wärme, was man an den roten Bäckchen sehen kann. Und schließlich lernten Menschen auch, ihre Häuser zu beheizen. Am Anfang verlangte er schöne Jungfrauen, später gab er sich mit Wodka und gutem Essen zufrieden. Nicht brave Kinder ließ er erstarren, steckte sie in einen Sack und brachte sie in den dunklen Wald, wo hungrige Wölfe warteten.

Diesem gefürchtetem Gott nahm der Schriftsteller Wladimir Odojewskij 1840 den Schrecken, indem er das Märchen von Moroz Iwanowitsch schrieb.
Jetzt hat kein Kind mehr Angst vor Väterchen Frost. Es muss nur ein Gedicht vortragen oder ein Lied singen, um ein Geschenk zu bekommen.
Die bringt er in Russland übrigens am 31. Dezember, am Neujahrsfest. Er ist auch mit einem Schlitten oder zu Fuß unterwegs.
Peter der Große befahl bereits 1700, das Neujahrsfest wie in Westeuropa am 1. Januar zu feiern. Ehe Väterchen Frost zum Symbol des Festes wurde, dauerte es allerdings. Erst im 20. Jahrhundert ließen die Menschen ihn in die Häuser. Nach der Oktober-Revolution wurde er auch mal wieder zum „bösen Geist“ und Symbol des Kapitalismus. 1937 feierte er aber sein großes Comeback. 🙂

Das schon mal als kleinen, märchenhaften „Vorschuss“ auf die bald beginnende Advents-und Weihnachtszeit….

Wer mag, ein Ausschnitt aus dem russischen Märchenfilm… lustig anzuschauen… die wenigen russischen Sätze muss man nicht verstehen… die Bilder sagen alles… 😉

HIER KLICKEN

Anmerkung: Das Wort „Techtelmechtel“ (bayrisch und in Österreich auch Gspusi) bedeutet eine heimliche, nicht ganz so ernst gemeinte Liebesbeziehung zu haben.
Das Wort ist laut Wikipedia wahrscheinlich ein Reim auf das jiddische „tacht(i) – geheim. Und eventuell aus dem „Rotwelschen“, das sind Soziolekte im deutschen Sprachraum, die im späten Mittelalter unter dem fahrenden Volk (Bettler, Gaukler) und unehrenhafter Berufe, wie Abdecker etc. entstanden sind.
Es ist im 19. Jahrhundert aus Österreich in den süddeutschen Raum gekommen.
In englisch… hanky-panky… französisch… amourette…

© Posted by regenbogenlichter

Wir „spinnen“ heute mal…

Herbst und Winter, die richtige Jahreszeit um Flachs zu spinnen (aber kein Stroh zu Gold) und Geschichten zu erzählen… 😉

Denn….

unser Besuch in Eibau und im Faktorenhof, brachte noch eine Erkenntnis…

Die Orte Eibau und Sonthofen haben etwas gemeinsam… sie haben beide den Flachs (Lein) im Wappen. Auch das Allgäu war früher (bis vor etwa 150 Jahren) „blau“, von den blauen Blüten des Flachses.
Die Bauern waren mit Anbau und Verarbeitung des Flachses beschäftigt. Ende des 18. Jahrhunderts gab es bereits eine „Globalisierung“ und billige Baumwolle aus Amerika und Ägypten verdrängte das Leinen.

Verarmung und bittere Not waren hier, ebenso wie in der Oberlausitz, die Folgen. Viele Familien wanderten in dieser Zeit nach Amerika aus.

Aber findige Köpfe fanden eine neue Erwerbsquelle…

Mitte des 19. Jhd. führt Karl Hirnbein die gewerbliche Weichkäserei im Allgäu ein und begründet auch den Fremdenverkehr. Um ungefähr die gleiche Zeit bringt Johann Althaus die Emmentalerkäse-Herstellung nach Sonthofen und ermöglicht damit wie Karl Hirnbein, den Bauern wieder eine Einnahmequelle. Zu dieser Zeit sind die Viehmärkte in Sonthofen mit die grössten. Bis zu 6500 Stück Vieh werden gehandelt und zum Teil in wochenlangen Märschen bis nach Italien getrieben.
(Quelle Heimatdienst Sonthofen)

Hier das Wappen von Eibau…

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Und das Wappen von Sonthofen….

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(Quelle Wikipedia Commons)

Rechts sind zwei gekreuzte Nagelschmiedehämmer. Sie stehen für den Erzabbau am Grünten. Das gewonnene Erz wurde im Hüttenwerk Sonthofen verhüttet und von den Bauern als Nebenerwerb, in zahlreichen Nagelschmieden verarbeitet.

Erst als die Eisenbahn Mitte des 19. Jahrhunderts günstigeres Erz liefern konnte, versiegte auch diese Erwerbsquelle.

Auf dem Foto unten ist der „Grünten“. Auf seiner rechten Seite befinden sich die ehemaligen „Erzgruben“, heute ein Museum…

Im Vordergrund ist der Wasserskilift, zwischen Blaichach und Immenstadt gelegen.

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Wie der Flachs angebaut, verarbeitet und wofür es verwendet wird, erzählt das Märchen von der “ besiegten Mittagsfrau“, aus der Lausitz.

Die Mittagsfrau ist ein Naturgeist aus der slawischen Sagenwelt.

Die Sage entstand vermutlich, weil viele Mägde und Knechte in der Mittagshitze auf das Feld geschickt wurden und bei der Arbeit einen Hitzeschaden erlitten.

Das Märchen für unsere Leser nacherzählt….

Die besiegte Mittagsfrau

Ein Mädchen hatte beim Flachs jäten die Mittagsglocke nicht gehört und sich verspätet. Auf einmal stand die Mittagsfrau hinter ihm und hob bereits die Sichel, um es zu töten.

Schnell sprang das Mädchen auf, raffte ebenfalls eine Sichel vom Feldrain und rief der Mittagsfrau zu: „Ich fürchte mich nicht!“. „Auch vor mir nicht?“ Fragte die Mittagsfrau. „Nein, vor niemandem!“, antwortete das Mädchen.

Die Mittagsfrau sprach zu dem Mädchen: „Du gefällst mir und ich will dir dein Leben lassen, wenn du mir eine Stunde vom Flachs erzählen kannst.“

Das Mädchen dachte sich, warum sollte ich das nicht können und nahm sich vor, alles recht in die Länge zu ziehen.

Und so begann sie vom Flachs zu erzählen:

„Flachs macht dem Bauern sehr, sehr viel Arbeit. Bereits im Herbst wird der beste Acker für den Flachs ausgesucht, der Bauer ackert und eggt es, damit kein Unkraut darauf ist. Ist im Frühling der Schnee getaut, wird das Feld mit dem Spaten umgegraben und mit einem eisernen Rechen fein gekrümelt und glatt gerecht. Er muss so eben wie eine Tenne -Heu oder Strohboden der Scheune- sein. Nun wird nur der beste und reinste Samen ausgesät. Mädchen treten ihn in die Erde ein, Schritt für Schritt.

Manchmal kommt es auch vor, dass die Vögel die Samen picken oder Frost die Saat zerstört. Später im Frühling eilt die Bauersfrau zum Feld um Unkraut zu jäten. Dann blüht der Flachs schon bald und wenn gutes Wetter ist, wachsen die Stängel schön lang.

Und dann kommt die Ernte. Im Morgentau oder bei feuchtem Wetter raufen die Frauen und Mädchen den Flachs aus und breiten ihn auf dem Feld aus. Er darf aber nicht zu lange liegen, denn der Samen könnte sonst aus den braunen Köpfchen rinnen. Außerdem muss man ihn rechtzeitig wenden. Dann wird er in Bündel gebunden und in die Scheune gefahren.

Mit einem eisernen Kamm riffelt der Bauer die Köpfe von den Stängeln.
Der herrliche Samen wird dann aus ihnen gedroschen. Ihn mag niemand verkaufen. Sondern der Knecht fährt einmal in der Woche zur Ölmühle. Der Bauer braucht das Leinöl wie das täglich Brot. Man isst Kartoffeln und Leinöl, für Salat und Gurken braucht man es. Und natürlich ist nur ein Kuchen mit genügend Leinöl drin, ein richtig feiner Kuchen. Hat man alle Butter auf dem Markt in der Stadt verkauft, schmeckt es auch zum Brot.

Die gebündelten Flachsstängel werden etwa eine Woche in den Bach gelegt, um sie zu wässern. Danach wird der Flachs auf die Stoppelfelder gefahren und von den Frauen so aufgestellt, dass die Bündel unten recht weit auseinanderstehen. Oben werden sie mit einem Strohseil zusammengebunden. Nach einigen Tagen wird das Seil nach unten geschoben, damit der obere Teil auch austrocknen kann.

Wenn dann die kalten Herbstwinde über die Felder wehen, wird der Flachs in den Backofen (großer Dorfbackofen) gestellt, um zu dörren. Dann wird er gebrochen und gehechelt. Dabei fallen alle holzigen Teile als kleine Schuppen zur Erde. Die langen Fasern, das Werg, behält die Hausfrau in der Hand. Es wird zu Rocken zusammengebunden. Nun werden die Spinnräder vom Boden geholt und die jungen Mädchen treffen sich an langen Winterabenden in der Spinnstube zum spinnen und zur fröhlichen Unterhaltung. Das gesponnene Garn lässt man weben. Wenn dann im Frühling die Wiesen wieder grünen, wird das noch graue Leinen schneeweiß gebleicht.“

Die Zeit verging wie im Fluge und als das Mädchen mit seiner Erzählung fertig war, schlug die Uhr eins. Die Mittagsfrau sagte: „Du hast gewonnen, ich bin überwunden und einmal besiegt, kehre ich nie mehr zurück.“

Nach diesen Worten verschwand sie, ließ sogar ihre Sichel liegen und wurde von keinem Menschen mehr gesehen.

Solch „ökologischer Landbau“ mit Unkraut jäten, statt vergiften, ist in der heutigen Zeit wohl eher fast ein wirkliches Märchen. Vereinzelt laufen aber Versuche, diesen wieder zu etablieren. Wie in Hessen… HIER KLICKEN
Und in Museen kann man sich anschauen, wie er verarbeitet wird.

Und sage einer, Märchen wären nur unnütze Geschichten… bei diesem lernen Kinder und Menschen die damit nie zu tun haben oder hatten, so ganz nebenbei und unterhaltsam,

wie Flachs angebaut und verarbeitet wird. Wenn das „nichts“ ist!

Posted by regenbogenlichter

Zeit für….Ein Sommernachtsmärchen…

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Wie Blumen zu Blumen-Sternen wurden

Wenn der Himmel am Abend, sein nachtblaues Kleid mit den glitzernden Sternen und der silbernen Mondsichel angezogen hat, dann schlafen die meisten Menschen.
Aber die Sterne am Himmel schlafen nicht.
Es gibt große Sterne und kleinere und alle senden ihr blinkendes Licht zur Erde. Gerade so, als ob sie den Menschen blinzelnd eine gute Nacht wünschen wollten.

Wenn ein großer Stern den Zenit seines Lebens erreicht hat, endet er in einem wahren Feuerwerk aus hellem Licht. Der Stern leuchtet dann millionen- bis milliardenfach heller, als in seinem ganzen vorherigem Leben.
Er stirbt durch eine Explosion und ist plötzlich durch die großen Fernrohre der Menschen sichtbar. Wie ein neuer Stern, sie nennen ihn deshalb Nova oder Supernova. „Neuer Stern“.
Der Sternenstaub, der sich vorher im Stern gebildet hat, wird in die unendlichen Weiten geschleudert und der Sternwind trägt ihn als planetarischen Nebel davon. Der Nebel in dem die Träume wohnen.
Im Nebel sind Millionen kleiner Teilchen, die auch viele Elemente der glitzernden Edelsteine enthalten, die man auf der Erde findet.

Die kleinen Sternenteilchen führen im Traumnebel ein Schattendasein und die blinkenden Sterne schauen hochnäsig auf sie herab. Sie sagen:

Euch sieht kein Mensch. Uns hingegen bewundern sie. Die Menschen richten sich nach uns, wenn sie mit ihren Schiffen die Meere befahren oder auf „Wüstenschiffen“, den Kamelen, die Wüste bereisen.
Sie richteten berühmte Bauwerke, wie die ägyptischen Pyramiden, nach uns aus. Und selbst die Vögel bestimmen nachts ihren Zugweg nach uns Sternen.
Liebespaare sitzen engumschlungen, schauen versonnen zu uns hoch und bewundern unser Funkeln.
Menschen sehen in uns Figuren und Tiere. Sie nennen sie Tierkreiszeichen und werden unter diesem Zeichen geboren, wenn es die Sonne in ihrem Lauf gerade durchwandert.
Manche glauben auch, mit unserer Hilfe und unserer Stellung am Firnament zueinander, die Zukunft vorhersagen zu können.

Das machte die Sternenteilchen sehr traurig. Sie kamen sich nutzlos und übersehen vor. Deshalb beschlossen sie, zur Erde zu reisen, damit die Menschen auch sie sehen und bewundern könnten.
Sie verabredeten sich, den nächsten Kometen zu nehmen und in seinem Schweif reisten sie mit Lichtgeschwindigkeit zum nächsten galaktischen Treffpunkt, wo sie in in einen Meteoriten in Richtung Erde umstiegen.
Ehe sie es sich versahen, war die Erde in Sicht und der Meteorit kündigte sein Kommen durch ein großes Leuchtfeuer an. Auf einer freien Landebahn, in einer großen Wiese, bekam er Landeerlaubnis. Der Meteorit war kaum gelandet, schon stoben die Sternenstaubteilchen aus ihm hervor und verteilten sich wie eine Nebelwolke in der Umgebung.

Einige in das Geäst der umliegenden Bäume, wie Tautropfen an Gräser, manche auf die Oberfläche vom nahen See und wieder andere, setzten sich auf den Rücken von kleinen Käfern, damit sie abends leuchten konnten. Manche auch auf Steine und mit Kieseln bestreute Wege. Als der Mond aufging, flimmerten sie auf der Wasseroberfläche, blinkten in Bäumen, dienten Elfen und Zwergen als Laterne und die Käfer, die durch sie zu Glühwürmchen geworden waren, flimmerten ihren Angebeteten Liebesbotschaften zu.
Menschen die das alles sahen, freuten sich und waren ganz verzückt davon.

In so einer Sternenstaubwolke sind aber sehr viele Sternenteilchen und noch lange nicht alle, hatten einen Platz gefunden.
Tagsüber hatten sie mitbekommen, dass die Menschen die Blumen auf ihrer Wiese und an den Wegrändern bewunderten und sich darüber freuten.
Die Blumen bekamen auch immer Besuch von Bienen, Hummeln und Schmetterlingen. Die hielten brummend ein Schwätzchen mit ihnen und tranken den angebotenen Nektar.

Die übrigen Sternenteilchen dachten sich, „Das würde uns auch gefallen“.
So setzten sie sich auf die Blütendolden, die sie auf der Wiese und an den Wegrändern fanden.
Aus den Blumen wurden Blumen-Sterne.
Seitdem kann man auf der Erde, die Sterne auch am Tage leuchten sehen.
Man muss nur am Wegesrand und auf den Wiesen genau hinschauen.
©regenbogenlichter

Der nächste große „Sternenregen“ wird die Erde in der Nacht vom 12. auf den 13. August, ab der Abenddämmerung, mit den Perseiden erreichen. Vielleicht findet ihr ja auch ein paar glitzernde Sternenstaubkörnchen.

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Die „Trolle“ unter den Blumen… ;-)

(Nicht) vom Winde verweht… weil sie doch etwas stabiler ist.

Die Trollblume…

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Foto zum vergrößern anklicken

Kugelrund ist ihre Blüte und sie lässt auch nicht jeden an ihre Staubgefäße.
Ihre Blütenblätter bilden eine Kuppel, die nur eine kleine Öffnung hat, so dass nur kleine Insekten zum befrucheten hindurch schlüpfen können. Und ist damit Kinderstube und Amme für die Larven einer bestimmten Fliegenart. Bis zu sechs Eier (und dann Larven) kann sie aufnehmen. Eine Symbiose zu beider Nutzen.

Sie gehört auch zu den Hahnenfußgewächsen. Ist leicht giftig und wird vom Vieh verschmäht.

Die Trollblume ist in ihrem Bestand gefährdet und steht daher bundesweit unter Schutz. In Nordwestdeutschland  ist sie bereits ganz verschwunden. Eine Ursache, die Trockenlegung feuchter Wiesen.

In Österreich ist sie teilweise unter Schutz. Wir würden sie aber auch dort nicht pflücken, sie ist einfach viel schöner in der (Sumpf-) Wiese anzuschauen.

Ihr Name leitet sich vom althochdeutschem troll (kugelrund) und  vom lateinischen trulleus (rundes Gefäß) ab.

Die Trollblume ist das Symbol der Grafschaft Glaz (erst böhmischer Herrschaftsbereich, danach Schlesien) und wird auch Glazer Rose genannt.

Früher wurde sie gegen Skorbut eingesetzt und war Pflanze des Jahres 1995.

Und dann gibt es noch in den nordischen Märchen, die Trolle…

Das sind Naturwesen, Riesen oder auch Zwerge. Der Name ist abgeleitet vom schwedischen „trolla“=zaubern…oder in norwegisch „trylla“….

Manche sind den Menschen nicht gut gesinnt, aber woanders sind sie auch geheimnisvoll, unzuverlässig und wohnen der Sage nach, im Wald.

Manchmal spielen sie den Menschen auch Streiche.  Die kleinen Trolle wohnen auch in Baumwurzeln und stellen Wanderern manchmal ein Bein.

Also wenn ihr mal über eine Wurzel stolpert, könnte es auch ein Troll gewesen sein. 😉

Oder sollte es nachts bei euch auf dem Dachboden poltern, könnte es Pixie, der kleine gute Troll des Hofes gewesen sein…Hier klicken

Ihr habt vielleicht vergessen, ihm seinen geliebten Haferbrei mit einem Klecks Butter hinzustellen. 😉

Wer mag noch etwas märchenhaftes zum Wochenende? Natürlich ein nordisches/norwegisches Troll-Märchen…

Die Trollhochzeit

Es war einmal in einem Sommer vor langer, langer Zeit, da zogen die Leute von Melbustad mit der Herde zur Alm. Aber sie waren noch nicht lang oben, da fingen die Tiere an so unruhig zu werden, daß es rein unmöglich war, sie in Ordnung zu halten. Zwar probierten viele Mädchen sie zu hüten, aber es wurde nicht besser, bis eine kam, die versprochen war, und der Verspruch war kürzlich gefeiert worden. Da wurden sie auf einmal ruhig und waren ganz leicht zu hüten. Das Mädchen blieb allein oben und hatte kein anderes Wesen bei sich als einen Hund. Als sie nun eines Nachmittags in der Hütte saß, da schien es ihr, als ob ihr Schatz käme und sich neben sie setzte und davon anfing, daß sie jetzt Hochzeit machen wollten. Aber sie blieb ganz still sitzen und gab keine Antwort; denn er kam ihr so wunderlich vor. Nach und nach kamen mehr und immer mehr Leute herein, und die begannen die Tische mit Silberzeug zu decken und Speisen aufzutragen, und die Brautjungfern brachten die Krone und den Schmuck und ein schönes Brautkleid, und das zogen sie ihr an, und die Krone setzten sie ihr auf, wie es damals Brauch war, und Ringe steckten sie ihr an die Finger.

Es schien ihr auch, als ob sie alle die Leute kennte, die da waren; da waren die Frauen vom Dorf und die Mädchen, die mit ihr im gleichen Alter waren. Aber der Hund hatte wohl gemerkt, daß da etwas nicht geheuer war. Er rannte in langen Sätzen hinunter nach Melbustad und heulte und bellte ganz erbärmlich und ließ den Leuten keine Ruhe, bis man ihm folgte. Der Bursche, der ihr Liebster war, nahm seine Flinte und stieg hinauf auf die Alm; aber als er in die Nähe kam, da stand rundherum eine Menge gesattelter Pferde. Er schlich sich an die Hütte und schaute durch einen Spalt in der Tür und sah, wie sie alle drin beisammensaßen. Es war ganz klar, daß das Trolle und Unterirdische waren, und deshalb feuerte er seine Büchse über das Dach ab. In dem Augenblick flog die Tür auf, und ein graues Garnknäuel, größer als das andere, schoß heraus und schnurrte ihm um die Beine. Als er hineinkam, da saß sie im vollen Brautstaat, und es fehlte nur noch ein Ring am kleinen Finger, so wäre sie fertig gewesen.

„Aber um Himmels willen, was ist hier denn los?“ fragte er, als er sich umsah. Alles Silberzeug stand noch auf dem Tisch, aber all die schönen Speisen waren zu Moos und Pilzen und Kuhmist und Kröten und Fröschen und derlei geworden.

„Was bedeutet denn das alles?“  sagte er. „Du sitzt ja da im Staat wie eine Braut?“

„Wie kannst du nur fragen?“  sagte das Mädchen. „Du hast ja selbst hier gesessen und von der Hochzeit gesprochen den ganzen Nachmittag!“

„Nein, ich bin ja eben erst gekommen“, sagte er,  „das muß wohl einer gewesen sein, der meine Gestalt angenommen hat“.

Da kam sie auch allmählich wieder zu sich selbst, aber erst nach langer Zeit kam sie wieder ganz zu Verstand, und sie erzählte, daß sie steif und fest geglaubt habe, er selbst und die ganze Verwandtschaft und Bekanntschaft sei dagewesen. Er nahm sie gleich mit in das Dorf, und damit sie kein solches Teufelszeug mehr zu fürchten hätte, hielten sie Hochzeit, während sie noch den Brautstaat der Unterirdischen anhatte. Die Krone und der ganze Schmuck wurde in Melbustad aufgehängt und soll heutigentags noch dort hängen.

So, nun trollen (auf kurzen Beinen dahergehen) wir uns aber ins Wochenende.

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