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Beiträge mit Schlagwort ‘Nikolaus Lenau’

Stilles Tauschen….

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Fotos zum Vergrößern anklicken…

Herbst
Rings ein Verstummen, ein Entfärben:
Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln,
Sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln;
Ich liebe dieses milde Sterben.

Von hinnen geht die stille Reise,
Die Zeit der Liebe ist verklungen,
Die Vögel haben ausgesungen,
Und dürre Blätter sinken leise.

Die Vögel zogen nach dem Süden,
Aus dem Verfall des Laubes tauchen
Die Nester, die nicht Schutz mehr brauchen,
Die Blätter fallen stets, die müden.

In dieses Waldes leisem Rauschen
Ist mir als hör‘ ich Kunde wehen,
daß alles Sterben und Vergehen
Nur heimlich still vergnügtes Tauschen.

Nikolaus Lenau

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© Posted by regenbogenlichter

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Blühende Erinnerung…

Ehe alles nur noch Erinnerung ist, noch ein paar gestern geschossene Fotos von einem (wild) blühenden Baum…

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Der Baum der Erinnerung

Ja, du bist es, blüthenreicher
Baum, das ist dein süßer Hauch!
Ich auch bin’s, nur etwas bleicher,
Etwas trauriger wohl auch.

Hinter deinen Blüthenzweigen
Tönte Nachtigallenschlag,
Und die Holde war mein eigen,
Die an meinem Herzen lag.

Und wir meinten selig beide,
Und ich meint‘ es bis zur Stund‘,
Daß so herrlich du vor Freude
Blühtest über unsern Bund.

Treulos hat sie mich verlassen;
Doch du blüh’st wie dazumal,
Kannst dich freilich nicht befassen
Mit der fremden Liebesqual.

Allzulieblich scheint die Sonne,
Weht der linde Maienwind,
Und das Blühen und die Wonne
Allzubald vergangen sind!

Mahnend säuseln mir die Lehre
Deine frohen Blüthen zu;
Doch ungläubig fließt die Zähre,
Und mein Herz verlor die Ruh‘.

Nikolaus Lenau (1802-1850)

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Die Fotos können wieder einzeln angeklickt und in der Galerie größer angeschaut werden.

Das „Zählrätsel“ wird heute Nachmittag aufgelöst.

The Rose…

Die Entfernte

Diese Rose pflückt ich hier,
In der fremden Ferne;
Liebes Mädchen, dir, ach dir
Brächt ich sie so gerne !

Doch bis ich zu dir mag ziehn
Viele weite Meilen,
Ist die Rose längst dahin,
Denn die Rosen eilen.

Nie soll weiter sich ins Land
Lieb von Liebe wagen,
Als sich blühend in der Hand
Läßt die Rose tragen.

Nikolaus Lenau (1802 – 1850)

 

Allen einen schönen Sonntag! 🙂

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