Willkommen unterm Regenbogen

Beiträge mit Schlagwort ‘Sage’

(Liebes-) Wort zum Sonntag…

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Woanders gibt es das Wort zum Sonntag und hier das Liebeswort zum Sonntag…. deswegen…

Wie versprochen, noch die Geschichte von der jungen hübschen Nonne aus dem Kloster Lindow>>>

Die Sage erzählt, dass im Kloster eine junge hübsche
Nonne lebte. Sie war von ihrem Vater gegen ihren
Willen hier untergebracht worden. Er war dahinter
gekommen, dass seine schöne Tochter einem Manne
in Liebe zugetan war, der dem niederen Stande an-
gehörte. Da sie sein Verbot, von dem Manne zu las-
sen, immer wieder übertrat, schickte er sie ins Klos-
ter. Besonders des Nachts soll sie immer wieder laut
geweint und gefleht haben. Alles Barmen aber konnte
den Vater nicht erweichen.
Kaum war sie einige Wochen im Kloster, da fanden
eines Morgens die anderen Nonnen ihre Zelle leer.
Wo man auch suchte, die schöne junge Nonne war
nicht zu finden. Man suchte den Garten und auch die
Klostermauer ab und hier entdeckte man an dem
abgebröckelten Gestein, dass sie in der Nacht, als
alles im Kloster schlief, entführt worden war, und
bald wusste man auch, dass der Entführer ihr Gelieb-
ter war.
Man weiß aber nicht, wo beide geblieben sind. Wäh-
rend die einen sagen, sie seien im Wutzsee ertrunken, be-
haupten die anderen, beide seien über den Sumpf glück-
licherweise entkommen. An der Stelle, wo beide über
die Mauer gestiegen sind, ist es bis auf den heutigen Tag
nicht geheuer. In der Mitternachtsstunde hört man es hier
oft scharren und kratzen, auch unverständliche menschliche
Laute mischen sich dazwischen.

Quelle: Ruppin-Kult-Tour

Im Ort Lindow hat die schöne Nonne „auf moderne Streetart“ auch ihren Platz gefunden. 😉

Liebe bezaubert halt immer wieder.
Über nicht standesgemäße Liebe ist man allerdings auch heute noch oft „Not amused“.
Und auch deswegen, ist die Sage immer noch aktuell.

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Keine Sage ist allerdings, dass ich seit Frei-tag bis nächsten Frei-tag, nicht Frei habe.  😉

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Das „Eselsohr“ unter den Pflanzen…

Der Aronstab…
Ich meine zumindest, dass sie dazu gehören. Die genaue Bezeichnung dieser Art habe ich leider nicht gefunden.
Falls es jemand weiß, ich würde mich freuen, zu erfahren, welcher es ist!
Eventuell Arum apulum >>>
Und gut, dass ich die „Lauscher“ noch vor dem Urlaub fotografiert habe. Inzwischen hat die Stadt gemäht…und jetzt ist es vorbei mit dem großen Lauschangriff… 😉

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Ein Hüllblatt umgibt den Blütenkolben, an dem unten die weiblichen und oben die männlichen Blüten sitzen.

Der Kolben verströmt Aasgeruch und lockt so kleine Fliegen an. Diese dringen in den Trichter ein und bestäuben so die Pflanze.

Man nennt das auch eine Fliegenkesselfalle. Nicht „Häschen in der Grube“, sondern „Fliege in der Kesselfalle“ oder so.

Beim nächsten Foto ist aber eher eine „Blattschneideameise“ am Werk… rechts, relativ weit oben.

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Im August/September reifen die Früchte heran. Erst grüne Beeren (am Stiel), die dann rot werden. Die muss ich dann mal fotografieren. Ich weiß, wo noch welche stehen. Da wird nicht gleich gemäht.

Allerdings eine andere Art. Die Beeren stimmen aber überein…

Sie sind, wie die Pflanze auch, giftig und schmecken süß! Sie enthält Caliumoxalat und den Scharfstoff Aroin. Also nicht ungefährlich für Kinder. Selbst berühren kann Hautreizungen auslösen.

Auch giftig fürTiere… Rinder, Pferde, Schafe , Schweine, Hund Katze, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster und auch Vögel.

 

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Der Aronstab heißt auch Eselsohr (sehr ähnlich finde ich), Magenwurz, Pfaffenspint, Aronskelch, Entenschnabel, Fieberwurz, Fresswurz, Deutscher wilder Ingwer, Johannishaupt, Kalbsfuß, Kuhwurz, Pfaffenblut, Pfingstblume, Veronikawurz, Zahnkraut und Zehrwurz.

Der Name  bezieht sich auf den Blütenkolben, kommt wahrscheinlich vom ägyptischen aron und verweist eventuell auf die Bibel.

Auf das Alte Testament… aus 2. Mose  7, 10:

„Und Aaron warf  seinen Stab vor den Pharao und vor seine Knechte hin, und er ward zur Schlange.“

Folgende Sage könnte auch in dem Zusammenhang entstanden sein.

Als Josua und Kaleb ins gelobte Land geschickt wurden, nahmen sie einen Stab. An ihm trugen sie die große Weintraube und die anderen Früchte jenes Landes. Nachdem sie abgeladen hatten, steckten sie den Stab in die Erde und an dieser Stelle wuchs später die Aronswurzel.

Früher wurde der Aronstab gegen Lungentuberkulose eingesetzt. Hippokrates empfahl ihn gegen Katharre der Luftwege. Weiterhin wurde er bei Frauenleiden, Ohrenschmerzen und Magenleiden empfohlen.

Räuchern mit Räucherwerk aus ihm, soll gegen Schlangen und anderes Ungeziefer helfen.

In die Wiege von Kindern gelegt, soll er vor Unholden schützen. Hauptsache, sie kosten nicht davon.. 😉

 

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Die größte Blume der Welt, beheimatet in Sumatra, die  Titanenwurz (Zeitraffervideo hier klicken) >>>   die letztes Jahr  u.a. im Botanischen Garten Hamburg , in Leipzig und Washington blühte, gehört übrigens auch zu den Aronstabgewächsen. Michėle- Gedankensprünge (im Blogroll verlinkt) hat letztes Jahr sehr unterhaltsam und informativ darüber gebloggt.

Und viele (häufig angebotene)  Zimmer-und Gartenpflanzen, von denen ich nie gedacht hätte, dass sie zu den Aronstabgewächsen gehören!
Wer wissen will welche, bitte  Hier klicken >>>

Die „Ohren“ sind überall und lauschen in alle Richtungen, wie man auf dem Foto sehen kann.

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Mandelbäumchen – Baum der Liebe…

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Foto zum Vergrößern anklicken…

 
Unsere „Sonntags-Sage“ zum schönen Mandelbäumchen, kommt aus dem Altertum…eine schöne und berührende Liebesgeschichte…

Nach der Mythologie verschlug es Demophron, den Sohn des Theseus und der Phädra, als er von der Belagerung Trojas zurückkehrte, durch einen Sturm an die Küste von Thracien. Dieses stand unter der Herrschaft der schönen Phyllis. Die junge Königin nahm den Verunglückten freundlich bei sich auf, verliebte sich in ihn und machte ihn zu ihrem Gemahl.
 

Als Demophrons Vater starb und musste er deshalb nach Athen zurückkehren. Beim Abschied versprach er seiner Gemahlin, nach Verlauf eines Monats zurückzukehren. Er bestimmte sogar den genauen Tag seiner Rückkehr. Die junge Königin zählte jede Minute seiner Abwesenheit mit Ungeduld.
Endlich war der sehnlichst erwartete Tag da. Phyllis eilte neunmal ans Ufer, aber kein Schiff war zu sehen. Irgendwann wich alle Hoffnung, den Geliebten wieder in ihre Arme schließen zu können, aus ihrem angstvollem Herzen.
Sie ergriff ein so heftiger Schmerz, daß sie tot zur Erde sank und wurde in einen Mandelbaum verwandelt.

Nach drei Monaten kam Demophron zurück. Er grämte sich sehr und um den Manen (Schutzgötter, Geister der Verstorbenen) seiner Geliebten Sühne zu leisten, veranstaltete er ein großes Opfer am Ufer des Meers.
Phyllis war wohl selbst noch unter der Rinde des Mandelbaumes gerührt von der Reue des Wortbrüchigen und freute sich über seine Rückkehr. Plötzlich standen die Zweige des Mandelbaumes in den schönsten Blüten. Ihr Beweis für Demophron, dass selbst der Tod, ihre Gesinnung und Gefühle zu ihm, nicht hatte ändern können.

Tiefe Liebe hat Menschen wohl schon immer berührt und beschâftigt…

Wir wünschen allen einen liebevollen Sonntag!

Ein Mädchen wartet am Weg…

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Foto zum Vergrößern anklicken

Die Geliebte eines Ritters, der an einem Kreuzzug teilnahm, wartete täglich mit ihren Hofdamen am Stadttor auf seine Rückkehr.
Doch der Ritter kehrte nicht zurück.
Aber selbst, als sie nicht mehr an seine Rückkehr glaubten, warteten sie noch.
Irgendwann hatte der Himmel ein Einsehen und verwandelte die Hofdamen in blaue „Wegwarten“ und das Burgfräulein in eine weiße.
(So erklärten sich die Menschen, dass es die Wegwarte, so heißt die Blume, hin und wieder auch in weiß gibt.)

Das ist eine der Sagen, die sich um die Wegwarte ranken.

So kann man sie an Wegrändern stehen sehen und „warten“. Sie hat aber noch viele andere Namen. Wie u.a. „Blaue Blume der Romantik“, „Blaue Distel“, „Faule Gretl“, „Sonnenbraut“, „Sonnenwendel“, „Verzauberte Jungfrau“, “ Wegeleuchte“, „Wegeluge“, Kaffeekraut und in der Schweiz „Weglueg“.

Erste Überlieferungen von ihr, findet man in ägyptischen Papyrustexten aus dem 4. Jahrhundert vor Christus. Bei den Römern hieß sie Intybus.
Sie ist eine Pionierpflanze in ganz Europa, außer in den Alpen und wurde in frühgeschichtlicher Zeit aus Vorderasien eingeschleppt.
Im Athochdeutschen hieß sie „Hindläufte“, weist auf den Lauf der Hinde/Hirschkuh, der an den an Waldwegen wachsenden Pflanze hin.

Das „wartende Mädchen“ öffnet ihre Blüten am Vormittag und schließt sie ab Mittag und bei Regen wieder. Es blühen jeweils nur wenige Blüten am Strauch, die sich der Sonne zuwenden.
Hildegard von Bingen nannte sie deswegen „Sunnenwirbel“.
So eine „verzauberte Jungfrau“ besitzt natürlich auch „Zauberkräfte“, vor allem natürlich im Liebeszauber und nach einem bestimmten Ritus ausgegraben, soll sie den Träger unverwundbar machen.
Am Peterstag (29.6.) und am Jakobitag (25.7.) mit einem Hirschgeweih ausgegraben, betört sie jede Person, die man damit berührt. 😉

Aber sie kann wirklich „zaubern“, bei Herz-und Leberkrankheiten, gegen Fieber und Wassersucht.

Und wir sind sicher, ihre Wurzeln kennen fast alle, in der einen oder anderen Form.
Durch Zufall entdeckten um 1830 Brüsseler Gärtner, dass im Dunkeln getriebene Zichorie-Wurzeln (auch ein Name), einen schmackhaften gelben Spross bildeten. Wir essen ihn gern, den Chicorėe. Weitere Züchtungen sind Radichio und Zuckerkraut.

Zichorie kennen sicher auch viele, die lieber „Ersatzkaffee“, auch Malzkaffee oder auch „Muckefuck“ genannt, trinken. Er wird aus verschiedenen Getreidesorten und Zichorie-Wurzeln hergestellt. Sie werden im Herbst geerntet, sind bis 500 gr. schwer und geben dem koffeinfreien Kaffee, eine karamellbraune Farbe.
Ihn gibt es seit dem 16. Jahrhundert und er war vor allem zu Zeiten der Kontinentalsperre unter Napoleon Bonaparte und in anderen schlechten Zeiten, sehr gefragt.

Es gibt 3 verschiedene Unterarten.

Die

„Gemeine Wegwarte“
„Salatzichorie“ und die
„Wurzel-und Kaffeezichorie“.

Und nun soll noch einer sagen, so ein „verzaubertes, wartendes Mädchen“, wäre keine zauberhafte Pflanze…. 🙂

Diese und noch mehr Infos und Sagen, kann man nachlesen unter….

http://www.sachsen-natur.de/wegwarte.php

Zauberhaftes Theater…

Das wird sicher schön….

dachte ich mir, als ich dies schön gestaltete Plakat entdeckte. Eintritt frei sogar…

Krabat, ein armer Hirtenjunge, war im Winter sogar gezwungen, betteln zu gehen. Als er wieder einmal auf Wanderung war, verirrte er sich und nach langer, beschwerlicher Wanderung ereichte er eine Mühle, die auch „Schwarze Mühle“ genannt wurde. Der Müller konnte nicht nur Korn mahlen, sondern war auch ein böser Zauberer…

Der Müller nahm ihn auf, um ihn das Müllerhandwerk manches Andere zu lehren. Der Meister lehrte ihm allerlei Beschwörungen, Formeln und Hexereien. Bald war Krabat seinem Meister überlegen und damit dem Tode geweiht. Einzig gegen die Liebe einer Mutter konnte der Zauberer nichts ausrichten.

Krabat reiste schnell zu seiner Mutter und weihte sie ein. Sie versprach ihm zu helfen. Krabat wusste, dass der Zauberer ihn (und die anderen Gesellen) in eine Krähe verwandeln würde und vereinbarte mit ihr ein Zeichen, an dem sie ihn erkennen würde. Würde sie ihn nicht erkennen, wäre er dem Tode geweiht.

Als sie in der Mühle eintraf, verwandelte der Müller alle 12 Gesellen in schwarze Raben, seine Mutter erkannte Krabat jedoch, da er, wie vereinbart, den Kopf unter den linken Flügel gesteckt hatte.

Somit musste der Müller sie ziehen lassen. Krabat und seine Mutter gingen schnell nach Hause. Erst später merkte der Müller, dass Krabat ihm das Zauberbuch gestohlen hatte. Krabat wurde später als „guter Zauberer“ bekannt und trat später dem Müller zu einem letzten Kampf gegenüber.

Frei nach Otfried Preußler

Dies alles soll in der „Schwarzen Mühle“ in Schwarzkollm geschehen sein…

Diese Sage wurde auch schon mehrmals verfilmt. Der Titelsong vom letzten Film stammt von Polarkreis 18…

Gestern (28.05., immer am Pfingstmontag) war übrigens „Deutscher Mühlentag“… am Tag selbst kann ja jeder Mühlen bloggen… 😉  Wir „zaubern“ die „Schwarze Mühle“ mal einen Tag später hierher…

In früheren Zeiten galt die Mühle übrigens als ein Ort der „dämonischen Umtriebe“, der Unehrlichkeit des Gewerbes. Was vielleicht mit der oft isolierten Lage, der Abhängigkeit des Müllers vom Grundherren, andererseits aber wieder mit seiner „Monopolstellung“ zu tun hatte. Dies kommt in vielen Sagen zum Ausdruck.

Sehr interessante Fakten über Mühlen kann man hier nachlesen. Lohnt sich nachzuschauen!

Und den Schülern wünschen wir natürlich „Toi, toi, toi“!

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