Willkommen unterm Regenbogen

Beiträge mit Schlagwort ‘Soldaten’

Schämen „die“ sich nicht?!

20140518_132022 (800x480)

 

Nicht nur, dass deutsche Konzerne Zwangsarbeitern eine Entschädigung für die während der Nazi-Herrrschaft geleistete Arbeit verweigern und jahrelang prozessieren, bis auch der letzte Zwangsarbeiter gestorben ist….

Nein, auch die Deutsche Rentenversicherung wies jahrelang unter fadenscheinigen Begründungen, Rentenanträge von polnischen Juden zurück. Nicht für Zwangsarbeit, sondern für eine ihnen seit 1997! zustehende Ghettorente.

Von den Nazis in Ghettos gezwungen, leisteten, um zu überleben, auch Kinder schwerste Arbeit, oft für einen Teller Rübensuppe. Ihnen werden nun selbst die paar Euro Rente dafür verweigert.

Weil sie zum Beispiel vom Vorarbeiter geschlagen wurden. Somit werden sie als Zwangsarbeiter und nicht als Ghettoarbeiter eingestuft.

Das ist unglaublich und soooo beschämend!!! Zynischer geht es nicht mehr!

Im Gegensatz dazu, wurde bereits in den 1950´er Jahren gesetzlich festgeschrieben, dass SS-Angehörige ihre vollen Rentenbezüge erhalten!!!
Und sicher nicht nur 150€!

Da fällt einem nichts mehr ein! Der Gesetzgeber sollte dringend überprüfen, was in den Gesetzen steht!

Wenn man dann unsern Bundespräsidenten, wie kürzlich im Ghetto Theresienstadt, „große Reden“ schwingen hört oder mit einer Holocoust-Überlebenden durch Buchenwald gehen sieht, kommt einem, angesichts solcher Fakten, doch der Gedanke an Heuchelei in den Sinn!
Er sollte deswegen im Hinblick auf heutige Konflikte, „seinem“ Volk nicht vorwerfen, sich hinter der „großen Schuld“ zu verstecken ( O-Ton Herr Gauck), sondern sich wohl besser (auch) darum kümmern, dass den Opfern nicht (schon wieder) neues Unrecht angetan wird!

Den vollständigen Beitrag von Frontal 21, kann man HIER ANSEHEN >>>

Den Bericht vom Bundespräsidenten und der Holocoustüberlebenden (KZ Auschwitz) in Buchenwald, kann man HIER ANSCHAUEN >>>

Und weil wir gerade beim KZ Buchenwald sind…. dort wurde letzten Sonntag eine Gedenkstätte, u.a. für Dietrich Bonhoeffer, geschändet.
Nachzulesen HIER >>>

Den aufrichtigen Menschen und evangelischenTheologen Dietrich Bonhoeffer verehren wir sehr. Sein Gebet und später Lied, welches er seiner Verlobten zum Jahreswechsel 1944/45 aus der Haft geschickt hat, haben wir auch dem Soldaten gewidmet, dessen Briefe wir veröffentlicht haben.
Es hat, seit es Dietrich Bonhoeffer geschrieben hat, sicher viele Menschen getröstet.
Dietrich Bonhoeffer wurde wegen Wehrkraftzersetzung inhaftiert und am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg hingerichtet. Seine letzten Lebenswochen verbrachte er im Kellerarrest in Buchenwald.

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

(Kehrreim)
Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.

Noch will das Alte unsere Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das du uns geschaffen hast.

Und reichst du uns den schweren Kelch, den bitteren,
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken
und dann gehört dir unser Leben ganz.

Lass warm und hell die Kerzen heute flammen
die du in unsere Dunkelheit gebracht,
frühr, wenn es sein kann, wieder uns zusammen
Wir wissen, dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet
so laß uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all deiner Kinder hohen Lobgesang.

Dietrich Bonhoeffer

Und nein, Menschen die um ihre im Krieg gefallenen Angehörigen trauern, sind nicht glückssüchtig! (Auch O-Ton Herr Gauck)
Auch nicht die Angehörigen der Toten der heutigen Konflikte! Denn jeder Mensch, der in einem Krieg sein Leben lässt, ist einer zuviel!

Deswegen ist es viel besser, das Vermächtnis der Menschen einzulösen, die den Krieg erleben mussten.
„Es darf nie wieder ein Krieg von deutschem Boden ausgehen!“

Vielleicht würde er seine Meinung ja bei den Briefen aus Stalingrad ändern?
Am Charakter von Kriegen und dem Leid welches sie auslösen, hat sich bis heute nichts geändert!

Die Liedermacherin Bettina Wegner hat einen Song, der passender nicht sein könnte… „Soldaten“ HIER KLICKEN >>>

 

Zu denken geben sollte uns, wie manche (eigentlich gebildeten) Menschen heute über die Hinrichtung von Dietrich Bonhoeffer denken.
Neben anderem HIER NACHZULESEN >>>>

 

 

 

 

Advertisements

Briefe eines Soldaten… -3-

f. U. den 13.10.1942

Heut, da es wieder einmal Post gab, habe ich deinen lieben Brief vom 21.9. erhalten, worüber ich mich sehr freue und Dir von Herzen danke……..

Ja du hast recht, auch wenn nicht immer extrem wichtiges drinnen steht, aber es ist ein Heimatgruß!!! Worüber sich auch jeder Soldat freut.

Bei uns ist es regnerisch geworden und sieht ganz und gar danach aus, als nun wie jedes Jahr im Herbst, die Regenperiode wieder eintritt.
Kannst du dir vorstellen, da wird es mit der Zeit in unsern Erdlöchern ungemütlich.
Da geht das Geschmiere los. Der Schlamm und der Dreck.
Jetzt will ich schließen, schreibe bald wieder….
Euer lieber Junge….

f. U. den 19.10.1942

Meine liebe gute Mutti!

Habe zwar noch keine Post von dir erhalten, aber muß Euch immer wieder einmal ein Lebenszeichen von mir senden.
Es ist augenblicklich bischen schlecht mit der Postbeförderung. Der Regen und Schlamm hält alles auf. Na Hauptsache, es kommt dann in Massen.
………

Wir sind nun tief in Nord-Stalingrad eingedrungen und es ist nur noch ein kleiner Streifen, dann ist Stalingrad gefallen.
Wir hatten am 17.10. wieder großes Pech. Wir bekamen einen Bombenvolltreffer. Da bin ich nun der Einzige übrig gebliebene. Kannst du dir vorstellen, wie mir zumute war?

Es war wieder eine Schicksalsfügung. Habe es schon immer gesagt.

Für heute empfange recht herzliche Grüße von deinem lieben gr.(großen?) Jungen…..

Briefe eines Soldaten… -2-

O. U. den 7.8.1942

Liebe Mutti!

Heut schnell ein paar Zeilen. Wie kommt das liebe Mutti, das ich von Euch so wenig Post bekomme. Hab erst 1 Brief erhalten.
Wir sind indessen weit vorgedrungen, liegen noch ungefähr 200km von der Wolga entfernt. Wir marschieren auf den Ort ???
………

Wie geht’s Euch? Ich bin gesund. Schlaf gibt’s hier draussen nur auf Bezugsschein.
Für heut grüßt Euch Euer….

O.U. den 29.8.1942

Meine liebe Mutti!

Heute erhielt ich 2 Briefe von Dir. Habe mich riesig gefreut und danke dir von Herzen dafür. Würde Dir ja gerne einen Brief schreiben, aber leider habe ich keine Briefumschläge mehr. Wenn Ihr mir keine schicken könnt, sieht es sauer aus.
……..
Den kleinen …. möchte ihn gerne einmal sehen, glaube gerne, das er Euch Freude bereitet.
Weißt du, ich bin ja kinderliebend, wünschte, ich hätte selbst schon einen so kleinen Racker.
Weißt du, ich bin nun erst 20 Jahre, aber der Krieg hat uns schon weiser und älter gemacht.
Wegen der Schnur (vermutlich Schützenschnur o.ä.), die ich auf dem Bild trage, wäre froh, wenn ich sie nicht hätt, denn will garnichts werden. Unser Ziel ist ein anderes. Wirst Dir’s schon denken können.

Es grüßt Euch von Herzen
Euer….

Zurück -1-

Schlagwörter-Wolke

%d Bloggern gefällt das: