Willkommen unterm Regenbogen

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Mit der „Nachtigans“ von gestern, haben wir ein Sprichwort „verballhornt“ (verdreht, Sinn entstellt), welches eigentlich schon eine Parodie ist… 😉

Und zwar der im Berliner Dialekt gesprochene Satz: „Nachtijall ick hör‘ dir trapsen“. (Nachtigall ich höre dich trapsen)

  •  Das Wort „trapsen“ steht für geräuschvoll gehen…
  • Bedeutet … Man ahnt, was auf einen zukommt…die Absicht (Anderer) wurde bemerkt.

    Der Berliner verballhornt damit wahrscheinlich die Anfangszeilen des Liedes der „Frau Nachtigall“ , aus „Des Knaben Wunderhorn“.

    Frau Nachtigall

    Nachtigall ich hör dich singen.
    Das Herz möcht‘ mir im Leib zerspringen.
    Komme doch und sag mir bald,
    Wie ich mich verhalten soll.

    Nachtigall ich seh‘ dich laufen
    An dem Bächlein tust du saufen.
    Du tunkst dein klein‘ Schnäbelein ein.
    Meinst, es wär‘ der beste Wein.

    Nachtigall wo ist gut wohnen,
    Auf den Linden, in den Kronen.
    Bei der schön` Frau Nachtigall.
    Grüß‘ mein Schätzchen tausendmal.
    (Aus „Des Knaben Wunderhorn“)

    Der Name Nachtigall bedeutet eigentlich „Nachtsänger“. Im Althochdeutschen „galan“ für singen, zaubern, Zaubersang. Das englische Wort für Nachtigall, „nightingale“, wurde ebenfalls davon abgeleitet.

    Wer ihren schönen Gesang hören möchte, wir haben eine gute Aufnahme aus Berlin Friedrichshain verlinkt. Wir versprechen, sie trapst nicht, sondern singt ganz zauberhaft! 😉

    Es war die Nachtigall und nicht die Lerche. ;-)….Hier klicken!

    Anmerkung: Das Wort „verballhornen“ geht laut Wikipedia auf Johann Balhorn (gest. 1603) zurück. Der 1586 eine Ausgabe des Lübecker Stadtrechts verlegte, die viel sinnentstellende Fehler enthielt. Ob er die Fehler selbst gemacht hat oder ob es zwei Juristen waren, denen sie bei der Übertragung vom Niederdeutschen ins Hochdeutsche unterlaufen sind, ist nicht geklärt.
    Eine weitere Variante ist, dass Bal(l)horn ein Schulbuch der latainischen Grammatik des Johannes Rivius druckte, in der er eigenmächtige Ergänzungen vornahm.

    © Posted by regenbogenlichter

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    Kommentare zu: "Nachtijall ick hör dir trapsen…" (14)

    1. Oder wie wir hier sagen: Was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall. (Uhl ist die Eule). Und ein sehr schönes Sonnenaufgangsfoto dazu.
      Darf ich als Ergänzung kurz aus Shakespeare´s „Romeo und Julia“ zitieren:
      „Es war die Nachtigall, und nicht die Lerche,
      Die eben jetzt dein banges Ohr durchdrang;
      Sie singt des Nachts auf dem Granatbaum dort.
      Glaub, Lieber, mir: es war die Nachtigall.“
      Dem Nachtsänger mag ich sehr gern zuhören.Und das Wort „verballhornen“ kannte ich in diesem Zusammenhang gar nicht.
      Liebe Grüße
      Stefan

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      • Genau lieber Stefan und das Wort Uhl für Eule kenne ich auch.

        Den Nachtigallen wird es vielleicht jetzt etwas frisch sein, nicht, dass sie sich noch eine Halsentzündung holen. 😉
        Aber ganz lieben Dank für das Zitat aus Romeo und Julia, da geht einem doch immer wieder das Herz auf, oder?

        Und die Nachtigallen singen wirklich schön.

        In dem Sinne liebe Grüße und dann eine gute Nacht…
        Ute

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    2. Boah, wie schön, der Gesang der Nachtigall, danke für den Link, grandios.
      Diese Kraft, die aus solchen kleinen Körpern kommt, ich staune immer wieder.
      deine Bärbel

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    3. tolles Video, echt zum träumen und danke für die schönen Erklärungen, einen schönen Tag wünsche ich, Klaus

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      • Ich danke auch und gell, da könnte man doch glatt mit der Herzallerliebsten (Ehefrau) an einem lauschigen Plätzchen sitzen und lauschen. 😉
        Gestern Abend musste ich übrigens Kartoffeln kochen, damit es heute Bratkartoffeln geben kann. Die deinen haben mich den ganzen Nachmittag „angemacht“. 😉
        LG
        Ute

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    4. Wieder sehr schön liebe Ute und ein schönes Gedicht,war schon eine Runde Wandern das Wetter ist auch gut.Liebe Grüße von mir und einen schönen Tag.Gislinde

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      • Danke liebe Gislinde und bei uns ist das Wetter nach nebligem und frostigen Morgen auch schon.
        Ich konnte allerdings nur auf Arbeit hin und her „wandern“.
        Liebe Grüße und dir auch noch einen schönen Tag.
        Ute

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    5. Wieder einmal danke, liebe Ute! 🙂 Bei dir lernt man so gut wie täglich was dazu. 😉
      ♥liche Grüße!

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    6. so ist es…ick höre se immer noch trappsen die NACHTigall…..((lacht))hab einen schönen TAG…HERZlichst ANDREA:))

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    7. Sehr schön und interessant liebe Ute.
      Bei uns kam mal zu einem Schloßgartenfest der Buchautor und Kritiker Rolf-Bernhard Essig, der alle Sprüche und Redensarten u.a. auch in seinem Buch erklärt. 🙂
      Das wunderschöne Bild mit den Nebelschwaden lässt den Winter schon erahnen 😉
      Liebe Grüße und einen schönen, hoffentlich noch sonnigen Tag für dich ♥

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      • Liebe Ann,
        dankeschön und Redewendungen gibt es sehr viele. Wenn ich mal auf eine komme, ist es interessant, die Hintergründe zu erfahren.
        Mit einem Buchautor ist es natùrlich noch besser.
        Das Foto ist übrigens nicht jetzt entstanden, sondern im Sommer.
        Heute früh war aber auch Nebel, später Sonne. Allerdings hättest du statt der grünen, eine weiße Wiese gesehen. 😉

        Ganz liebe Grüße und auch einen sonnigen Tag
        Ute

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